Wölpper musste nicht zweimal überlegen„Musste nicht zweimal überlegen“

Manfred Wölpper nimmt den zweiten Anlauf als Trainer des MSV II.
Manfred Wölpper nimmt den zweiten Anlauf als Trainer des MSV II.
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Nachkarten will der alte und neue Trainer des MSV II wegen seines Abgangs vor zwei Monaten nicht mehr: „Morgen war gestern vorbei.“

Duisburg..  Eines hat Manfred Wölpper während seiner Abwesenheit nicht verloren: seinen Humor. „Ich habe hier ja keinen ermordet“, sagt der alte und neue Trainer des MSV Duisburg II zu seiner Rückkehr.

Dabei ist seine letzte Erinnerung an seine Zeit als aktiver Chef an der Seitenlinie der U23 nicht die beste. Etwas mehr als zwei Monate ist es erst her, dass sich die Wege des Fußballlehrers und des Vereins nach dem 0:9-Debakel in der Regionalliga beim 1.FC Köln II trennten. „Die erste Reaktion kam schon während des Spiels von mir“, erinnert sich der 55-Jährige. „Aber ich möchte da nicht weiter ins Detail gehen. Morgen war gestern vorbei“, lässt Wölpper auf seine Art offen, ob es sich bei der Trennung um einen Rücktritt oder Rauswurf handelte. „Es war auch ein gutes Stück weit eine Kurzschlussreaktion. Wir sind aber nicht im Zoff auseinander gegangen. Und ich musste nicht zweimal überlegen, als Ivo Grlic angerufen und mich gefragt hat, ob ich den Posten wieder übernehme“, freut sich der Trainer auf die am Freitag beginnende Oberliga-Saison.

„Verkorkstes Jahr“

So sei Wölpper auch während seiner Abwesenheit „in ständigem Kontakt“ zu Manager Grlic gewesen, sagt er und blickt noch einmal zurück, um dann nach vorne zu schauen: „Natürlich war es ein verkorkstes Jahr für mich, keine Frage, ich habe weitaus bessere Zeiten erlebt. In Goslar hatte ich in der Vorsaison nur ein Spiel verloren, mit dem MSV hinterher nur noch Brausen gekriegt. Aber wenn man bedenkt, dass wir nur drei Spiele vor dem 0:9 noch 2:0 gegen Rot-Weiß Essen gewonnen hatten, sieht man, wie schnelllebig der Fußball ist. Jetzt ist es für mich ein Neustart, wie auch für den Verein. Dass ich dabei mitmachen darf und dass mir der Vorstand sein Vertrauen ausgesprochen hat, macht mich froh und auch stolz.“

Die Lizenzdramatik der letzten Wochen, die „Manni“ Wölpper teilweise in Spanien und mit der Leitung eines Camps der Fußballschule Dietz verbrachte, verfolgte er genau. „Mit dem Internetzugang war es oft nicht so leicht, aber ich war immer auf dem Laufenden.“ Auch über die neue Konstellation der U 23 hat er sich so schnell einen Überblick verschafft – obwohl er sie bislang erst einmal beim 0:5 im Testspiel bei Arminia Bielefeld II aktiv erlebt hat. „Sieben Spieler kenne ich noch aus der vergangenen Saison, und die neuen machen einen sehr guten Eindruck. Das Ergebnis ist für mich erst einmal zweitrangig. Fakt ist, dass die Spieler allesamt Qualitäten haben.“ Mit Blick auf die Oberliga schiebt der alte und neue Coach nach: „Etwas schwieriger wird es für uns natürlich dadurch, dass wir vorerst Spieler an die Profis abgeben müssen, vielleicht spielen sich sich dort sogar fest. Aber das ist wiederum auch unsere Aufgabe.“

So ist Manni Wölpper neben seinem Humor trotz der Trennung auch noch etwas Stolz geblieben. „Ata Tsourakis hat bei mir wohl so viele Spiele wie noch nie bestritten. Und auch Babacar M’Bengue hat sich im letzten Jahr toll entwickelt. Dass sie nun im Fokus stehen, macht mich froh.“

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