Winken in Sterkrade

Da schlägst du doch lang hin – der VfB Frohnhausen (blaue Trikots) und der SC Frintrop sind in der kommenden Saison Gruppengegner der Duisburger Bezirksligisten. Insgesamt gegen sieben Essener Teams müssen die hiesigen Clubs antreten.
Da schlägst du doch lang hin – der VfB Frohnhausen (blaue Trikots) und der SC Frintrop sind in der kommenden Saison Gruppengegner der Duisburger Bezirksligisten. Insgesamt gegen sieben Essener Teams müssen die hiesigen Clubs antreten.
Foto: WAZ FotoPool
Die Gruppeneinteilung des Fußball-Verbandes Niederrhein sorgt bei den Duisburger Vereinen der Bezirksliga für Ärger. Denn statt beispielsweise in Oberhausen Station zu machen, geht es nach Essen.

Duisburg..  Einen Satz haben die Verantwortlichen des Fußball-Verbands Niederrhein offenbar wohlweislich in ihre Mitteilung aufgenommen und mit einem Ausrufezeichen versehen: „Die Gruppeneinteilung ist nunmehr verbindlich und nicht anfechtbar!“ Das klingt schon beinahe so, als hätte Wolfgang Jades mit einem Aufschrei der Empörung gerechnet. Während es bei der Einteilung der nunmehr nur noch zwei Landesliga-Gruppen keine allzu großen Einwände gab, ist die typische Bewegung der Bezirksliga-Fußballer aktuell ein Kopfschütteln. Denn die sieben Duisburger Bezirksligisten spielen nun mit einem Teil der Essener Vereine in einer Gruppe, dazu kommen Lohberg und zwei Mülheimer Vereine.

Die Reduzierung von einstmals neun, zuletzt sieben auf nun endgültige sechs Gruppen macht freilich vieles schwerer – doch damit hatten die hiesigen Fußballer nicht gerechnet. „Dass dabei vereinzelte Härtefälle nicht zu vermeiden sind und natürlich auch die Fahrtstrecken länger werden, lässt sich nicht verhindern“, erklärt Jades, der Fußballchef des Niederrheins. Ganz so non­cha­lant reagieren die Vereine allerdings nicht. „Man hätte uns mit Mannschaften aus Oberhausen oder Wesel zusammen spielen lassen können. Jetzt müssen wir nach Essen, deren Vereine auch noch getrennt worden sind. Das muss man sich mal vorstellen: Wir fahren durch Oberhausen, winken nochmal fröhlich in Sterkrade, um dann weiterzufahren und gegen Essener Vereine zu spielen.“

Infos in der Whats-App-Gruppe

Gemmers Ärger ist groß: „Wir haben doch kaum einen Bezug zu den Essener Vereinen – und die wiederum nicht zu uns. Die Essener hätten doch auch lieber gegen Wuppertal oder Velbert gespielt – so wie es die übrigen Essener Bezirksligisten, die nicht in der Gruppe 5, sondern in Staffel 2 gelandet sind, ja auch tun. „Da haben wir noch Glück gehabt, dass wir mit Stefan Minz, Dursun Can, Veli Taner drei Spieler von Hamborn 07 II geholt haben, die ja schon gegen die Essener gespielt haben“, so Gemmer. „In unserer Whats-App-Gruppe werden schon fleißig Informationen ausgetauscht.“ Die Staffel schätzt Gemmer als ausgesprochen stark ein.

Auch Ilyas Basol, der Trainer des SV Genc Osman Duisburg, ist sauer. „Ich würde ja gerne mal die Leute treffen, die sich so etwas ausdenken und fragen, was sie sich dabei denken“, schimpft der Coach. „Die Oberhausener Mannschaften wären als Gegner gut gewesen oder auch die Moerser. Da fehlt einfach jegliche Logik.“ Wie die Gegner einzuschätzen sind? „Das kann ich aktuell noch nicht sagen. Hamborn 07 hat sicher einen kleinen Vorteil, weil die Reserve in der vergangenen Saison dort gespielt hat. Ich denke aber, dass keine Mannschaft vom Kaliber Blau-Weiß Oberhausen oder Viktoria Buchholz dabei ist.“

Michael Roß, Coach der Viktoria, blickt auch auf die Nachbarn: „Da werden Lohberg und Friedrichsfeld getrennt, die nur wenige Kilometer auseinander liegen. Seine Einschätzung: „Die Essener Teams spielen erfahrungsgemäß körperbetont, allerdings gibt es dort auch ein größeres Zuschauerinteresse.“ Das Lob der Stärke gibt Roß übrigens zurück: „Ich denke, dass Genc Osman ebenfalls zum Favoritenkreis zählt.“

Auch in Essen ist der Ärger nicht kleiner: „Das ist eine absolute Katastrophe. Ich weiß nicht, warum man was ändern musste. Die Konstellation der Essener Vereine mit den Bottroper oder Oberhausener Teams hatte sich doch bewährt“, sagt Vogelheims Trainer Sascha Hense. Zudem dürften nun diverse Testspielplanungen wieder über den Haufen geworfen werden.

In der Landesliga ist Heiko Heinlein, Trainer des FSV Duisburg, nicht unzufrieden. „Ich hätte natürlich gerne gegen die Oberhausener Vereine gespielt, weil es einfach näher ist, aber wir haben eine sehr interessante Gruppe mit starken Gegner, Traditionsvereinen und schönen Stadien.“ Wer die Top Dogs sind? „Ich denke, dass Kleve, Speldorf und Homberg für ganz vorne gut sind. Dazu kommen viele Vereine, die sich das obere Drittel als Ziel setzen dürften.“

Die Gruppeneinteilung:

Oberliga: MSV Duisburg II, KFC Uerdingen 05, TuRU Düsseldorf, Rot-Weiß Oberhausen II, TV Jahn Hiesfeld, SV Hönnepel-Niedermörmter, Germania Ratingen 04/19, Wuppertaler SV, SC Kapellen-Erft, TV Kalkum-Wittlaer, 1. FC Mönchengladbach, TSV Meerbusch (Fusion aus TuS Bösinghoven und ASV Lank), Schwarz-Weiß Essen, SV Schonnebeck, VfB Hilden, SC Düsseldorf-West, VfR Fischeln, 1. FC Bocholt.

Landesliga, Gruppe 2: VfB Homberg, FSV Duisburg, Duisburger SV 1900, 1. FC Viersen, SV Sonsbeck, SpVgg Odenkirchen, Union Nettetal, VSF Amern, Teutonia St. Tönis, SV Hönnepel-Niedermörmter II, VfL Repelen, 1. FC Kleve, SV Straelen, Viktoria Goch, VfB Speldorf, PSV Wesel-Lackhausen, VfL Rhede, VfB Uerdingen.

Bezirksliga, Gruppe 5: Viktoria Buchholz, SV Genc Osman Duisburg, Hamborn 07, Rheinland Hamborn, Meiderich 06/95, TuRa 88 Duisburg, DJK Vierlinden, SuS Haarzopf, DJK Katernberg, VfB Frohnhausen, SC Frintrop, Vogelheimer SV, TuS Bergeborbeck, Adler Union Frintrop, Croatia Mülheim, VfB Lohberg, Mülheimer SV 07.

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