Übler Fehler: EV Duisburg bekommt sechs Punkte abgezogen

Chris St. Jacques (links) hätte am Wochenende nicht spielen dürfen – alternativ hätte freilich auch sein Pass verlängert werden können.
Chris St. Jacques (links) hätte am Wochenende nicht spielen dürfen – alternativ hätte freilich auch sein Pass verlängert werden können.
Foto: Lars Heidrich
  • Der Kanadier Chris St. Jacques hätte am Wochenende nicht spielen dürfen, kam aber zweimal zum Einsatz
  • Der Sportliche Leiter Lance Nethery hatte es versäumt, die Spielgenehmigung verlängern zu lassen
  • Füchse-Chef Sebastian Uckermann ist entsprechend sauer: „Wir blamieren uns bis auf die Knochen“

Duisburg..  Wie übel dieser Fehler ist, zeigt ein Blick in die Bücher. In beinahe haargenau 25 Jahren Vereinsgeschichte wurden dem EV Duisburg noch nie Punkte für einen Formfehler abgezogen – nun gehen sechs Zähler flöten. Sowohl der 7:3-Sieg in Rostock als auch der 6:2-Heimerfolg gegen Timmendorf werden vom Deutschen Eishockey-Bund in 0:5-Niederlagen umgewandelt. Der Grund: Der Sportliche Leiter der Füchse, Lance Nethery, hatte es versäumt, die bis zum 22. Oktober 2016 befristete Spielgenehmigung für den Kanadier Chris St. Jacques verlängern zu lassen. Eine Formsache, die aber verpasst wurde.

Nethery zeigte sich daraufhin reumütig: „Das war ganz klar mein Fehler. Da gibt es nichts zu diskutieren. Es tut mir sehr leid für die Mannschaft, die Fans und das ganze Team rund um den EVD. Aber wir stehen das durch: Wir müssen nun gewinnen und gewinnen. Nur das zählt. Ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen und unsere Ziele erreichen.“

Rückstand auf die Tabellenspitze beträgt nun zehn Punkte

Gerade diesen Zielen war der EVD nach einer Schwächephase durch die Plichtsiege vom Wochenende wieder näher gekommen. Die Duisburger standen auf Rang drei – drei Punkte hinter Essen, vier hinter Herne. Am 27. November, dem 25. EVD-Gründungstag, hätte der EVD also durch einen Erfolg im Ruhrderby gegen Essen noch weiter nach oben springen können. Nun beträgt der Rückstand auf die Tabellenspitze zehn Punkte.

Sebastian Uckermann, der Füchse-Chef, war – wenig verwunderlich – stinksauer: „Es ist unglaublich. Wir blamieren uns bis auf die Knochen. Das ist ein gravierender Fehler der sportlichen Leitung. Aber der Auftrag ist nun klar an die sportlich Verantwortlichen: Wir müssen von jetzt an so gut wie jedes Spiel gewinnen, um mit einer guten Ausgangsposition in die Play-offs gehen zu können. Nur das zählt. Nicht mehr und nicht weniger.“

In der Geschichte gab es bislang nur zwei Wertungen gegen den EVD

Bislang gab es nur zwei Spielwertungen gegen den EVD – weil Spiele aufgrund von Verletzungen beider Torhüter abgebrochen werden mussten. Der damalige Trainer Didi Hegen wollte sowohl beim Pokalspiel am 11. Oktober 2005 in Düsseldorf wie auch beim DEL-Spiel am 2. Januar 2009 in Iserlohn das Risiko nicht verantworten, einen Feldspieler ins Tor zu stellen.

Andersherum gab es bereits eine Wertung für den EVD, die allerdings kaum ins Gewicht fiel. Die Füchse hatten am 15. November 1998 bei den Ratinger Ice Aliens mit 4:1 gewonnen – dieser Sieg wurde nachträglich durch den DEB auf 5:0 erhöht, weil die „Außerirdischen“ damals einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatten – ähnlich wie nun auch der EVD.

Nun gilt es, diesen Fehler der sportlichen Leitung auszubügeln. Am Freitag sind ironischerweise die Harzer Falken zu Gast – die sich in dieser Saison ebenfalls eine 0:5-Wertung eingefangen haben. Die Braunlager gingen beim Spiel in Essen vom Eis, als die Moskitos zum 4:1 trafen und sich die Gäste vom Schiedsrichter offenbar falsch behandelt fühlten. Nach dem Punktabzug rücken Duisburg und Braunlage enger zusammen, dennoch gibt es keine Zweifel: Diesen „Dreier“ müssen die Füchse einfahren.

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