Trainer Kosta Runjaic probt beim MSV Duisburg den Spagat

Thomas Tartemann
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Der MSV Duisburg und sein Trainer Kosta Runjaic stecken mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga, zudem will bereits die Mannschaft für die kommende Saison geplant werden. Der Etat erlaubt den Zebras dabei auch in der Zukunft keine großen Sprünge.

Duisburg. Kosta Runjaic hat Humor. „Vor dem Jahreswechsel kam die Spielpause für uns ungelegen. Jetzt werden wir es sehen“, so der Duisburger Trainer zur Länderspielpause mit einem Augenzwinkern. Zeit zum Durchschnaufen werden die Zebras, für die es am kommenden Samstag (13 Uhr, im Live-Ticker) in Ingolstadt wieder um Punkte geht, bis Mai nicht mehr haben.

Der Existenzkampf verlangt dem MSV alles ab. Kosta Runjaic probt dabei den Spagat. Zum einen muss er seine Mannschaft sportlich ans rettende Ufer führen, zum anderen ist er bei den Planungen gefragt. „Die Trainerarbeit besteht zu 50 bis 60 Prozent auch darin, den Kader zusammen zu stellen. Man muss sich viele Gedanken machen.“

Zum Beispiel? „Was will ich spielen, wie möchte ich spielen, wie sieht die Ligazusammensetzung aus, welche Anforderungen gibt es und vor allem: Welche Ziele haben wir? Das ist viel Arbeit, alles entsprechend auf das Papier zu bringen“, so der 41-Jährige.

Erfreuliche Entwicklung bei Wolze

Stand heute kann Runjaic noch nicht konkret werden, lässt sich aber immerhin entlocken, „dass sich ein Kevin Wolze so entwickelt, wie wir uns das vorstellen.“ Wolzes Vertrag läuft aus. Von Spielerseite scheint alles möglich. „Ich fühle mich wohl in Duisburg, deswegen ist der MSV mein erster Ansprechpartner“, so der Allrounder, der 2013 förmlich aufblühte und seine Chance nutzte. In sechs von sieben möglichen Partien kam Wolze zum Einsatz.

Aber es geht nicht nur um Wolzes Verbleib, sondern um das große Ganze. Runjaic: „Nach den nächsten vier, fünf Spielen haben wir das Profil von unserer kompletten Mannschaft auf dem Papier. Es wird nicht von der letzten Begegnung abhängen, wie wir letztlich planen. Bei der Analyse muss man die ganze Entwicklung mit einfließen lassen. Wie war der Start, wie wurden die Punkte geholt, wie war die psychologische Verfassung, wie wirken wir als Team, wie läuft die Gesamtentwicklung? Für alle beginnt jetzt die entscheidende Phase.“

Etat im unteren Zweitligabereich

Was das Budget betrifft, hat Manager Ivica Grlic bereits Signale aus der administrativen Ebene bekommen. „Vom Etat her bewegen wir uns im unteren Zweitligabereich“, sagt Vorstandsvorsitzender Udo Kirmse, „wir haben gewisse Vorgaben. Ivo hat von uns eine Ansage bekommen, was möglich ist. Ich hoffe, dass die anstehenden Einsparungen ausreichend sind.“ Damit meint Kirmse vor allem wegfallende Kostenpunkte. „Die Verträge der Ex-Trainer Oliver Reck und Milan Sasic laufen zum 30. Juni 2013 aus. Dazu fallen noch ein, zwei Zusatzzahlungen für die Zukunft weg“, so der Klubchef.

Große Sprünge sind für die Zebras nach wie vor nicht drin. Trotzdem soll ab Sommer eine Saison beginnen, die man sich jetzt schon gewünscht hatte: stressfrei. Runjaic: „Wir müssen uns ganz intensiv Gedanken machen wie die nächsten Schritte aussehen sollen. Wenn wir nachhaltig arbeiten wollen, müssen wir gewisse Sicherungen einbauen.“