So wollen die neuen Trainer die OSC Löwen Duisburg retten

Thomas Molsner, hier als Jugendtrainer der Wölfe Nordrhein im Einsatz, hofft auf die Rettung der OSC Löwen. Am Dienstag steht die erste Trainingseinheit an.
Thomas Molsner, hier als Jugendtrainer der Wölfe Nordrhein im Einsatz, hofft auf die Rettung der OSC Löwen. Am Dienstag steht die erste Trainingseinheit an.
Foto: WAZ FotoPool
Thomas Molsner und Matthias Reckzeh leiten am Dienstag die erste Trainingseinheit des abstiegsbedrohten Handball-Dittligisten.

Duisburg..  Am Montag-Nachmittag saßen Matthias Reckzeh und Thomas Molsner zusammen und entwarfen einen Schlachtplan, wie sie als neues Trainergespann die Drittliga-Handballer der OSC Löwen Duisburg in den letzten drei Spielen noch vor dem Abstieg bewahren können. Am Dienstag leitet das Duo an der Krefelder Straße erstmals das Training. Trainer Jörg Förderer hatte am Samstag nach der 33:41-Niederlage in Wiesbaden das Handtuch geworfen.

Es geht nun auch bei den OSC Löwen um die klassischen Mechanismen, die mit jedem Trainerwechsel einher gehen. An Stellschrauben drehen, Abläufe ändern, irgendwie und irgendwo die paar Prozent herausholen, die der Ex-Trainer nicht mehr abrufen konnte. „Wir werden den Handball nicht neu erfinden können. Wir werden in den kommenden drei Wochen aber alles tun, um den Klassenerhalt zu schaffen“, sagt Reckzeh, der den OSC Löwen in den letzten drei Spielen auch weiterhin als Torhüter zur Verfügung stehen wird.

Molsner, der bis vor kurzem die A-Jugend des Vereins trainierte und bereits seinen Abschied von der SG erklärt hatte, und Reckzeh sind gleichberechtigt. Bei den Spielen, wenn Reckzeh im Tor steht, wird Molsner auf der Bank das Sagen haben.

Fernduell mit dem VfL Gladbeck

Auch wenn noch die Gefahr besteht, dass die OSC Löwen sogar hinter Soest auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschen, konzentrieren sich Reckzeh und Molsner auf das Fernduell mit dem VfL Gladbeck, der derzeit mit einem Punkt Vorsprung auf dem ersten Nichtabstiegsrang steht. Bei Punktgleichheit würden die Duisburger am Ende die Nase vorn haben, da sie im direkten Vergleich vorne liegen.

Die OSC Löwen spielen am Sonntag gegen Spitzenreiter TuS Ferndorf, dann geht’s zum TV Korschenbroich, und am letzten Spieltag kommt die HSG Lemgo II nach Rheinhausen. Gladbeck tritt nur noch auswärts an: in Korschenbroich, in Ferndorf und beim Neusser HV, zu dem Reckzeh im Sommer wechselt. Der 41-Jährige ist davon überzeugt, dass seine künftigen Kollegen sich auch für ihn am letzten Spieltag ins Zeug legen werden. „Vielleicht reicht uns ein Sieg aus den drei Spielen“, macht Reckzeh seine Rechnung auf. Dann dürfte Gladbeck allerdings maximal einen Punkt einfahren.

Für große taktische Veränderungen ist die Zeit zu knapp. „Aber es könnte die eine oder andere überraschende Variante geben“, so Molsner, der großen Wert auf eine solide Arbeit in der Deckung legt. Zudem wollen Molsner und Reckzeh im Training den Druck erhöhen. Das Duo will auch den Kader mit jungen Spielern aufstocken, um im Training mit mehr Varianten arbeiten zu können.

Hintertür Relegation

Sollten die OSC Löwen doch nur Drittletzter werden, kann sich noch eine Hintertür öffnen. Es gibt zwar noch keine offizielle Vereinsmitteilung, aber dem Vernehmen nach soll der VfL Gummersbach seinen Spielern in der letzten Woche mitgeteilt haben, die zweite Mannschaft nicht mehr für die 3. Liga zu melden. Dann wäre der VfL erster Absteiger und es käme zu einem Relegationsturnier mit weiteren Drittletzten aus den übrigen 3. Ligen. Auf diesem Weg rettete sich der VfL Gladbeck in der letzten Saison vor dem Abstieg.

Am Montag betrieb Molsner bereits Videoanalyse. Er studierte die DVD vom Spiel im Wiesbaden und nahm auch den kommenden Gegner Ferndorf unter die Lupe. „Das wird ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Molsner. Der aktuelle Spitzenreiter startete mit zwei Niederlagen in die Saison, gewann dann aber alle 25 folgenden Partien. Trotzdem werden die OSC Löwen am Sonntag versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.

Routinier Marcel Wernicke will das Spiel nicht im Vorfeld verloren geben: „In der letzten Saison haben wir sie auch geschlagen.“ Beim 38:36-Überraschungserfolg war Wernicke mit 14 Treffern übrigens erfolgreichster Torschütze. Mattes Reckzeh stand im Tor und Thomas Molsner saß als Co-Trainer auf der Bank. Ein gutes Omen?

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