Silber fühlt sich für Troost fast wie Gold an

Zum neunten Mal in Folge stanen sich der ASC Duisburg und Spandau 04 im Finale um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft gegenüber.
Zum neunten Mal in Folge stanen sich der ASC Duisburg und Spandau 04 im Finale um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft gegenüber.
Foto: Lars Heidrich
ASCD-Trainer Arno Troost ist nach der Finalniederlage gegen Spandau 04 stolz, die schwerwiegenden Abgänge durch die gute Nachwuchsarbeit des Vereins kompensiert zu haben.

Duisburg..  Man erzählt sich, dass im Laufe der Jahre eine Menge Silbermedaillen in den Barbarasee gefallen sind. Oder besser gesagt: geworfen wurden. Wann immer die Spieler des Wasserball-Bundesligisten ASC Duisburg die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen den Erzrivalen Wasserfreunde Spandau verloren hatten, wollten sie nach Möglichkeit nicht mehr allzu lange an diesen Umstand erinnert werden. In diesem Jahr könnte das anders sein – und das, obwohl die reinen Zahlen mit drei Niederlagen in drei Spielen eine vermeintlich harte Sprache sprechen.

Arno Troost brachte es dann auch auf den Punkt. „Diese Silbermedaille ist für mich fast genauso viel wert wie Gold“, meinte der Trainer der Amateure. Keine leichte Aussage angesichts der achten Finalniederlage in den vergangenen neun Jahre gegen die Berliner. Doch Troost ist stolz darauf, dass seine Mannschaft trotz der schwerwiegenden Abgänge vor der Saison wie Kapitän Tobias Kreuzmann oder Sven Roeßing die Spur gehalten hat und am Ende wieder auf Platz zwei gelandet ist – vor Waspo Hannover, das trotz massiver Investmentspritze im Halbfinale gegen den ASCD nicht den Hauch einer Chance hatte.

Nicht nur deshalb betont Arno Troost den Wert einer kontinuierlichen Jugendarbeit. „Klar, keine Frage, wenn das Reglement es hergibt, ist es halt in Ordnung, internationale Topspieler zu holen und damit auch Meister zu werden. Aber im Hinblick auf unsere Nationalmannschaft bringt uns das nicht weiter“, so der ASCD-Coach, der ja auch zeitweise als Coach der deutschen Auswahl fungierte. „Wir müssen in Deutschland mehr darauf setzen, junge Spieler nach vorn zu bringen“, meint Troost.

Das soll auch für die kommenden Jahre die Prämisse seiner Arbeit an der Kruppstraße bilden. Am Sonntag warf er einen Youngster im dritten Finalspiel dann auch buchstäblich ins kalte Wasser, denn durch die Sperre von Philipp Kalberg rutschte Nick Möller – Jahrgang 1996 – in den Kader. „Er hat viele Dinge gut gemacht, natürlich auch nicht alles richtig. Aber es ist ja auch sein erstes Finale“, so Troost. Der Trainer des Vizemeisters hofft, dass in den kommenden Jahren noch einige für Möller und Co. folgen werden.

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