OSC Löwen Duisburg peilen nach Abstieg Regionalliga an

Es hat für die OSC Löwen nicht gereicht: Matthias Reckzeh (rechts) tröstet nach der Niederlage gegen Lemgo Trainer Thomas Molsner.
Es hat für die OSC Löwen nicht gereicht: Matthias Reckzeh (rechts) tröstet nach der Niederlage gegen Lemgo Trainer Thomas Molsner.
Foto: Michael Dahlke
Die Handballer der OSC Löwen Duisburg steigen nach 21:23-Niederlage gegen Lemgo in die Oberliga ab. Nun steht ein Neuaufbau an.

Duisburg.. SG OSC Löwen Duisburg –
HSG Lemgo II 21:23 (11:10)

OSC Löwen: Broy – Heimansfeld (9), Ginters, Backhaus (je 3), Schneider (2), van Deventer, Wernicke, Plaumann, Giesbert (je 1), Kirchner, Janus.

Michael Heimansfeld kauerte auf dem Boden und starrte ins Nirgendwo. Ein Sportler lebt für Erfolge. Nicht für Misserfolge. Niederlagen entziehen den Boden, Abstiege reißen tiefe Schluchten. Heimansfeld stürzte am Samstag mit seinen Kameraden von den OSC Löwen Duisburg in den Abgrund. Die Duisburger verloren gegen die HSG Lemgo II 21:23 (11:10) und steigen damit aus der 3. Handball-Liga West in die Oberliga ab.

Ein schleichender Bruch

Auch die übrigen Spieler erblickten die ernüchternde Leere. Viele saßen noch minutenlang schweigend auf der Bank, um die Realität zu begreifen. Ein schwerer Prozess – auch weil dieser Abstieg so unnötig erscheint. Im Winter war die Welt der OSC Löwen noch in Ordnung gewesen. Doch dann zerbrach das Konstrukt. Die Verletzung von Kevin-Christopher Brüren, der Weggang von Felix Handschke, der schleichende Bruch zwischen Vorstand, Mannschaft und Ex-Trainer Jörg Förderer. Ein Abstieg, der unnötig erscheint, weil es Chancen gab, gegenzusteuern. „Ja, im Nachhinein würde ich einige Dinge anders machen“, sagte SG-Boss Klaus Schuppert nach der Partie.

Selbst der letzte Strohhalm – die Teilnahme an der Relegation Ende des Monats in Köthen – brach am Samstag weg. Nun fährt der VfL Gladbeck, der 27:31 in Neuss verlor und Drittletzter wurde, in den Osten.

Soest rettet sich in Zweibrücken

Kevin-Christopher Brüren stand mit seinem Handy hinter der Duisburger Bank, verfolgte die Spiele der Konkurrenten per Liveticker und versorgte die Trainer Thomas Molsner und Matthias Reckzeh mit den Zwischenständen. Brüren übermittelte schon früh schlechte Nachrichten. Der Soester TV lag beim SV Zweibrücken früh deutlich in Führung und rettete sich am Ende mit einem überraschenden 27:21-Erfolg vor dem Abstieg. „Das ist eine Frechheit“, schoss Mattes Reckzeh nach dem Spiel einen Giftpfeil Richtung Zweibrücken ab.

Zwischenzeitlich geführt

Aufgrund der Duisburger Niederlage spielten die Ergebnisse der Konkurrenz letztlich aber keine Rolle mehr. Der direkte Klassenerhalt war schon früh außer Reichweite, mit einem Remis hätten die OSC Löwen aber noch die Relegation erreichen können. Und hier waren die Gastgeber zwischenzeitlich sogar auf einem guten Weg.

In der zweiten Halbzeit führten die Duisburger in der 40. Minute noch mit 15:12. In der 54. Minute gingen die Gäste erstmals wieder in Führung. 25 Sekunden vor dem Ende verkürzte Michael Heimansfeld auf 21:22. Lemgo spielte die Partie in den Schlusssekunden jedoch sicher herunter und kam noch zu einem weiteren Treffer. Bei den OSC Löwen hatte Christian Ginters in der 30. Minute die Rote Karte kassiert.

„Wir waren auf einem guten Weg, aber der Weg war zu kurz“, sagte Thomas Molsner nach der Partie. Molsner wird nun in der nächsten Saison in der Oberliga am Neuaufbau maßgeblich beteiligt sein. Dann geht es zunächst um die Qualifikation für die künftige Regionalliga. Dazu muss die SG Achter werden. „Das werden wir schaffen“, unterstreicht Schuppert. Der direkte Wiederaufstieg in die 3. Liga könnte im ersten Viertliga-Jahr noch außer Reichweite sein. Die Duisburger werden in der nächsten Saison nicht nur auf den Lokalrivalen VfB Homberg treffen, sondern auch auf Ex-OSC-Trainer Achim Schürmann, der am Samstag mit dem TV Aldekerk auch das zweite Aufstiegsspiel gegen Longerich verlor.

Hoffen auf Wernicke

Die verpasste Relegation gibt dem neuen SG-Sportchef Klaus Stephan zumindest Planungssicherheit. „In den nächsten Tagen stehen viele Gespräche an“, so Stephan, der nicht nur einen weiteren Coach für das Trainerteam verpflichten muss, sondern zahlreiche Spieler.

Die OSC Löwen bemühen sich weiter um Routinier Marcel Wernicke, der sich noch nicht festgelegt hat. Mit Sebastian Schneider sind die Verantwortlichen auf einem guten Weg. Die SG verabschiedete am Samstag zwar offiziell Michael Heimansfeld und Marcel Giesbert mit einem Partyfässchen Bier. Da beide Spieler offenbar noch keinen neuen Klub haben, sind sie weiterhin eine Option für die Duisburger. „Wir sprechen. Die Tür ist noch nicht zu“, sagt Stephan. Das Bier müssten die Spieler übrigens nicht zurückgeben. Klaus Schuppert: „Wenn sie doch noch bei uns verlängern, bekommen sie in zwei Jahren beim nächsten Abschied neue Fässchen.“

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