Onukogu darf wieder mitmachen

Thomas Kristaniak
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Merkwürdige Wochen sind es, die hinter Aydin Erdal, Trainer des Bezirksligisten Hertha Hamborn, und seinem Torhüter Ikenna Onukogu liegen. Seit der nigerianische Schlussmann kurz vor dem Ende der Partie bei Dostlukspor Bottrop eine auf ihn gezielte Flasche ins Publikum zurückwarf, um sich damit für ständige rassistische Provokationen zu revanchieren, ist für ihn und den Neumühler Verein nichts mehr, wie es war. Spätestens nach der Sperre gegen Onukogu, die der Fußballverband Niederrhein „zur Sicherung des Sportverkehrs“ aussprach, konnte sich der Neumühler Verein vor Medienanfragen aus ganz Deutschland kaum noch retten. Speziell am 27-jährigen Keeper ging das nicht spurlos vorbei: „Ike ist mit den Nerven am Ende“, sagt Aydin Erdal. Umso erfreuter war er, als er gestern Vormittag seinem Schützling die gute Nachricht mitteilen konnte: Der FVN hat die Sperre gegen Onukogu aufgehoben.

„Das macht mich kaputt“

Für Erdal ist das nur folgerichtig: „Es kann doch nicht sein, dass er gesperrt wird, ohne dass wir mal befragt werden. Da wird einfach aus einem Büro irgendetwas entschieden.“ Dies sei aber so korrekt gewesen, erklärt Verbandssprecher Peter Hambüchen: „Durch den Spielabbruch und den Sonderbericht ist eine vorläufige Sperre gegen den vermeintlichen Verursacher bis zur Verhandlung des Falles eine satzungskonforme und durchaus übliche Verfahrensweise. Erst durch die Medienberichte in Folge der vorläufigen Sperre über angebliche rassistische Anfeindungen dem Spieler Onukogu gegenüber war der FVN aufgefordert, die Angelegenheit zu prüfen.“ Freilich hatte der Torhüter sich bereits eine Woche vor der Sperre gegenüber dieser Zeitung klar über die Beleidigungen gegenüber seiner Person geäußert: „So geht es nicht weiter. Das macht mich kaputt.“ Auch seine entsprechenden Meldungen beim Schiedsrichter fanden offenbar keinen Eingang in den Sonderbericht, auf dem letztlich die Sperre basierte.

Der FVN hat nun auch ein Verfahren gegen Dostlukspor eingeleitet, womit das Verhalten der Zuschauer ebenfalls Gegenstand der Spruchkammerverhandlung am 4. April sein wird.

Nachdem die Sperre nun aufgehoben ist, käme Onukogu morgen im Derby gegen den TSV Bruckhausen (15 Uhr, Iltispark) wieder für einen Einsatz in Frage. Aydin Erdal ist sich aufgrund der vergangenen Ereignisse aber nicht sicher, ob er ihn aufstellen wird. Auf jeden Fall wird er aber an seiner Seite sein, wenn vor dem Spiel mit einem Spruchband gegen Rassismus im Fußball demonstriert werden soll.