Ohne Gitter zum Erfolg

Ein Gitter ist nicht mehr nötig: Fabio Pfohl ist 18 Jahre alt und schon jetzt einer der Leistungsträger beim EVD.
Ein Gitter ist nicht mehr nötig: Fabio Pfohl ist 18 Jahre alt und schon jetzt einer der Leistungsträger beim EVD.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg..  Seit einigen Tagen ist Fabio Pfohl 18 Jahre alt, gehört aber schon jetzt zu den Leistungsträgern des EVD. Selbstbewusst sagt er: „Unsere Mannschaft besitzt die gleiche Qualität wie Frankfurt und Kassel.“

Als sich Fabio Pfohl in der vergangenen Saison an der Schulter verletzt hatte und lange ausfiel, ließ sich der junge Eishockeyspieler tätowieren. Seither ist auf seinem rechten Unterarm zu lesen: „Great moments are born from great opportunity.“ Ein Zitat aus dem Film „Miracle“ über das US-Eishockeywunder bei den Olympischen Spielen von 1980 in Lake Placid. Dass große Momente aus großen Möglichkeiten entstehen, war dann wohl auch ein Versprechen an sich selbst. Erst vor wenigen Tagen wurde Pfohl 18 Jahre alt – und war bereits in vielen Spielen des Oberligisten EV Duisburg einer der besten Füchse auf dem Eis.

Seither muss er die Eishockey-Welt auch nicht mehr durch ein Gitter betrachten, sondern darf ohne Vollschutz das Eis betreten. „Ein gutes Gefühl“, bestätigt der Youngster. Schon in der vergangenen Saison war Pfohl in Duisburg dabei, damals noch mit einer Düsseldorfer Förderlizenz. Doch noch während die Spielzeit lief, unterschrieb er in Duisburg einen Dreieinhalbjahresvertrag. „Franz Fritzmeier ist ein Supertrainer. Er unterstützt und hilft uns bei unserer Entwicklung“, erklärt Pfohl seinen Schritt. Denkbar wäre für ihn ja auch eine Förderlizenz für die Kölner Haie in der kommenden Saison. Doch an die Zukunft will der 18-Jährige gar nicht denken. „Ich habe auch eine Ausstiegsklausel für Nordamerika und hätte auch schon in dieser Saison in eine Juniorenliga wechseln können. Ich habe mich aber ganz bewusst für ein weiteres Jahr in Duisburg entschieden. Ich will mich auf den EVD konzentrieren und mich weiterentwickeln.“ Was später kommt – das kommt später.

Vater spielte 28 Jahre Eishockey

Dass er zu einem Eishockeyspieler werden würde, lag Fabio wohl im Blut. Geboren in Mühldorf am Inn, einen Steinwurf von Waldkraiburg entfernt, lag das nahe. „Mein Vater Robert hat 28 Jahre lang Eishockey gespielt.“ Schon zu Zeiten, als der Waldkraiburger Verein noch VfL hieß und später zum EHC wurde. „Mein Onkel war dort im Vorstand.“ Fabio hat es auch mit Fußball und Tennis versucht, „aber Eishockey hat mir am meisten Spaß gemacht.“ Sein Talent wurde zudem schnell offensichtlich. So wechselte er im Knaben-Jahrgang zur Talentschmiede EV Landshut, schloss sich aber im Alter von 15 Jahren der Düsseldorfer EG an. Ein großer Schritt für einen Jugendlichen, oder? „Es ging eigentlich ganz gut. Ich habe mich hier in der Region sofort wohlgefühlt. Und damals spielte Parker Tuomie bei der DEG, den ich schon aus der Nationalmannschaft kannte“, so Pfohl. Nach dem Start im Internat bezog er schon mit 16 seine erste eigene Wohnung. Trotz der Distanz unterstützt ihn seine Familie. „Meine Mutter ist häufig hier; mein Vater hat aus beruflichen Gründen etwas weniger Zeit“, erzählt der 18-Jährige. Inzwischen hat sich Pfohl nicht nur eingelebt. „Ich finde es hier, auch mit Städten wie Düsseldorf und Köln, sogar schöner.“

Aktuell läuft es für die Füchse in der Oberliga nicht schlecht. Trotz vieler Ausfälle gewinnt der EVD seine Spiele und musste sich mit dünnem Kader auch beim großen Favoriten in Frankfurt nur knapp geschlagen geben; ein Punktgewinn war zum Greifen nah. Was ist dann also erst möglich, wenn der EVD mal wieder komplett spielen kann? „Das ist an sich egal, ob wir komplett sind. Es sind nur ganz kleine Dinge, die Frankfurt besser gemacht hat. Unsere Mannschaft besitzt die gleiche Qualität wie Frankfurt und Kassel, wir spielen auf einem Level. Daher gehören wir auch mit diesen beiden Mannschaften zu den drei Favoriten“, sagt Pfohl selbstbewusst. Der Grund, warum es aktuell so gut läuft: „Wir halten zusammen. Jeder, der zu uns kommt, gibt alles. In der Kabine hängt ein Banner. Darauf steht: One Team – One Dream. Wenn wir frei haben, unternehmen wir viel miteinander“, sagt Pfohl. „Wir haben viel Freude und Spaß, wissen aber auch, wann es ernst wird.“

Das klingt dann schon einmal nach einer Kampfansage in Richtung Frankfurt und Kassel.

Lockeres 15:1 in Dinslaken

Zu einem lockeren 15:1 (2:0, 7:1, 6:0)-Sieg im Freundschaftsspiel beim Regionalliga-Nachbarn Dinslakener Kobras kam der Oberligist EV Duisburg am Samstagabend. Die Füchse traten zu einem Freundschaftsdienst in der Eishalle am Stadtbad an; die Einnahmen verblieben komplett bei den Kobras.

Die Duisburger traten mit einem kleinen Kader an. Die Füchse stellten Cornelius Krämer (zwei Tore), Dominik Lascheit (ein Tor, eine Vorlage) und Fabio Pfohl an die DNL-Mannschaft des Kölner EC ab, die auch maßgeblich am 4:2-Auswärtssieg bei den Starbulls Rosenheim beteiligt waren. Aufgrund der vielen Ausfälle liefen nur zwölf Feldspieler für den EVD auf; der angeschlagene Scott Wasden wurde geschont. Dafür war Mike Ortwein wieder dabei und Adrian Grygiel spielte per Gastspielgenehmigung. Nach der 2:0-Pausenführung verkürzte Mikelis Freimanis (24.) für Dinslaken auf 1:2, dann jedoch ging es fix: Bis zur zweiten Pause zogen die Duisburger auf 9:1 davon und legten sechs weitere Tore im Schlussabschnitt nach. Die Füchse-Tore verbuchten Adrian Grygiel (4), Mike Ortwein (3), Diego Hofland, Leon Niederberger (je 2), Joel Keussen, Maik Blankart, Filip Stopinski und Tobias Schlipper.

 
 

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