Nun ist sie weg

Selin Oruz wechselt vom Club Raffelberg zum Düsseldorfer HC.
Selin Oruz wechselt vom Club Raffelberg zum Düsseldorfer HC.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg..  Es war zu erwarten: Das 16-jährige Top-Talent Selin Oruz, Duisburger Sportlerin des Jahres 2013, wechselt vom CR zum Düsseldorfer HC.

Sie galt als das größte unter vielen Hockey-Talenten beim Club Raffelberg. Doch nachdem schon vor der Hallensaison vier Spielerinnen das Team vom Kalkweg verlassen hatten, verlieren die Duisburger mit der 16-jährigen Selin Oruz eine weitere Nationalspielerin. Die Duisburger Sportlerin des Jahres 2013 schloss sich vor der im Mai beginnenden Rückrunde der Feldsaison dem Düsseldorfer HC an.

„Es wäre blauäugig gewesen, nicht damit zu rechnen“, räumt die weibliche Nachwuchs-Cheftrainerin Susi Wollschläger ein, die ab der Feld-Rückrunde auch für die Damenmannschaft zuständig ist. „Aber im Gegensatz zu einigen anderen, hat ,Seli’ das anständig gemacht“, schätzt die Silbermedaillengewinnerin von Barcelona die Art und Weise, wie Oruz, die bereits zur U-18-Nationalmannschaft gehört und auch schon mit dem A-Team trainiert hat, ihren Wechsel verkündet hat. Denn sie besuchte Wollschläger und schilderte ihre Beweggründe. „Und das unter Tränen“, wie Wollschläger berichtet.

„Wir haben nun vier Nationalspielerinnen aus den Jahrgängen 1996 und 1997 verloren. Normalerweise wären wir einer der Topfavoriten in diesem Jahrgang gewesen. Nun wird es gegen Uhlenhorst und den DHC schwer – weil sie unsere Spielerinnen haben“, so Wollschläger.

Die Gründe für ihren Wechsel schilderte Selin Oruz gegenüber ihrer Trainerin so: „Sie hatte das Gefühl, dass sie mal wieder um ihren Stammplatz kämpfen sollte, dass sie Druck bräuchte. Dazu kam sicher die Herausforderung, in der Bundesliga spielen zu können.“ Als primären Auslöser sieht Wollschläger aber den Abgang der übrigen Spielerinnen vor der Hallensaison. „Sie hatten den Trend völlig unnötig eingeleitet. Das war dann nicht mehr aufzuhalten.“ Dennoch hofft Wollschläger, dass der Abgang von Selin Oruz der letzte war, den der Club Raffelberg hinzunehmen hatte. „Und dennoch sind wir in einer guten Position“, betont die Trainerin. „Denn im Gegensatz zu den anderen Regionalliga-Teams können wir Nachwuchsspielerinnen des Jahrgangs 1997 nach oben ins Damen-Team ziehen – und dazu noch richtig gute.“

Aktuell stehen die CR-Damen, die in der Halle aus der zweitklassigen Regionalliga abgestiegen sind, in der Feld-Regionalliga (dort ist es die dritte Spielklasse) auf dem zweiten Platz. Schon kurz nach ihrer Amtsübernahme hatte Wollschläger erklärt, dass man auf dem Feld mit dem Damenteam den Aufstieg in die 2. Bundesliga anpeile – was sicher dazu beitragen würde, bessere Karten zu haben, wenn es darum geht, Talente beim CR zu halten.

Nach fünf von 14 Spielen stehen die Raffelbergerinnen auf dem zweiten Platz. Tabellenführer ist Blau-Weiß Köln mit einem Punkt Vorsprung – aber auch mit einem mehr ausgetragenen Spiel.

 
 

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