MSV-Coach Kosta Runjaic setzt auf „Vorsprung durch Leidenschaft“

Thomas Kristaniak
Duisburgs Timo Perthel (links) wird in Berlin wohl aus dem Mittelfeld wieder auf die Linksverteidigerposition rücken.
Duisburgs Timo Perthel (links) wird in Berlin wohl aus dem Mittelfeld wieder auf die Linksverteidigerposition rücken.
Foto: Getty
Der Duisburger Fußball-Zweitligist will nach dem Heimsieg gegen Energie Cottbus auch am Samstag etwas Zählbares aus Ingolstadt mitbringen. Julian Koch ist im Kader, Andreas Ibertsberger fehlt.

Duisburg. Aus dem Mann hätte womöglich auch in der Werbebranche etwas werden können. Der Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn Kosta Runjaic das Motto für den Auftritt des MSV Duisburg am Samstag in der 2. Fußball-Bundesliga beim FC Ingolstadt 04 präsentiert: „Vorsprung durch Leidenschaft – denn Technik allein reicht nicht.“ Die Anspielung auf den Werbepartner der Gastgeber soll nicht nur bloße Ankündigung bleiben, sondern ab 13 Uhr (live bei uns im Ticker) auch auf dem Platz umgesetzt werden. „Damit die lange Busfahrt nicht umsonst ist“, so Runjaic.

Der FC Ingolstadt weckt beim MSV-Coach böse Erinnerungen: „19. Oktober 2012, eine 0:2-Niederlage, unser schlechtestes Heimspiel der Saison.“ Tief-, aber auch Wendepunkt für die Zebras, die damals noch ganz unten im Tabellenkeller steckten, inzwischen aber die Rettung vor Augen haben. „Das war ein langer Prozess, Schritt für Schritt. Aber wir haben noch nichts erreicht und müssen die Konzentration weiter hochhalten“, warnt Runjaic vor verfrühter Euphorie.

Dresden konnte Rückstand nicht verkürzen

Mit einem Punkt würde er gern aus Bayern zurückkehren; dann wäre auch das Ziel wieder erreicht, sich in jedem Spiel der Rückrunde gegenüber der Hinserie zu verbessern. Der Abstand zu Platz 16 würde damit auch mindestens gleich bleiben, nachdem ja schon am Donnerstag Dynamo Dresden mit 1:2 in Braunschweig verloren hat. Eine Niederlage des SV Sandhausen gegen Kaiserslautern am Sonntag käme auch nicht ungelegen, wobei Manager Ivo Grlic unterstreicht: „Wir haben in den letzten Wochen immer nur auf uns geschaut, das hat uns stark gemacht.“

Die Tugenden der jüngsten Vergangenheit sollen auch am Samstag wieder greifen. „Es hat zuletzt immer gut funktioniert, wenn wir geschlossen aufgetreten sind und vor allem defensiv gut gestanden haben“, sagt Kevin Wolze, der auch in Ingolstadt wieder zur Startformation gehören dürfte. Wie diese ansonsten aussieht, ist in manchen Punkten offen. So wird gegenüber der Elf, die zuletzt beim 2:1 gegen Energie Cottbus anfing, auf jeden Fall Andreas Ibertsberger fehlen. Der Österreicher blieb aufgrund einer Muskelverhärtung ebenso in Duisburg wie Goran Sukalo, bei dem alle Bemühungen um seine Wade erfolglos blieben.

Auch Gjasula ist eine Option

Mit dabei ist dafür Julian Koch, der in dieser Woche aufgrund einer Reizung der Patellasehne behandelt werden musste. Für ihn und Sukalo hatten Timo Perthel und Tanju Öztürk gegen Cottbus die Doppel-Sechs gebildet – und dies sehr gut gemacht. „Sie sind jetzt im Rhythmus drin“, deutete Kosta Runjaic an, die Formation so zu belassen – das war aber vor dem Ibertsberger-Ausfall. Nun wäre es denkbar, dass für ihn Perthel wieder in die Abwehrkette rückt, womit ein Platz im Mittelfeld frei wird. Für Koch – oder vielleicht doch für Jürgen Gjasula? Der Techniker brennt auf sein Startelfcomeback nach langer Pause und darf sich wohl Hoffnungen machen. „Vielleicht bekommt er seinen ersten Einsatz von Beginn an. Ich habe kein Problem damit, dem einen oder anderen eine Chance zu geben.“ Hauptsache, die Leidenschaft stimmt.