Gelb und Schwarz sind die Bezirksliga-Modefarben

Gelb und Schwarz, ganz klassisch: Jan Stuber und die Löwen haben bisher sämtliche Saisonspiele gewonnen.
Gelb und Schwarz, ganz klassisch: Jan Stuber und die Löwen haben bisher sämtliche Saisonspiele gewonnen.
Foto: Udo Milbret
  • Hamborn 07 und die DJK Vierlinden sind die dominierenden Mannschaften in der Gruppe 5
  • Während die Löwen bisher alle Spiele gewonnen haben, verloren die Walsumer eine Partie
  • Am 26. November kommt es zum mit Spannung erwarteten direkten Duell an der Emanuelstraße

Duisburg..  Seiner Wohnung in Röttgersbach verleiht Dietmar Schacht gerade einen neuen Anstrich. Ob die Auswahl des Trainers von Hamborn 07 dabei auf die Vereinsfarben seines Bezirksliga-Teams fällt? „Nein, eher Blau-Weiß“, lacht der ehemalige Fußball-Profi, der aus seiner Vorliebe für den FC Schalke 04 kein Geheimnis macht. Ob die Rangfolge bei den Hambornern Farben Schwarz-Gelb oder Gelb-Schwarz lautet, weiß Schacht nicht sicher. Was er als Schalke-Fan aber weiß: „Sie sind umgekehrt wie bei Borussia Dortmund.“ Die Hamborner Löwen sind also die Gelb-Schwarzen – so wie auch die Kicker der DJK Vierlinden. Und fest steht, dass diese Farben in der Gruppe 5 gerade mächtig im Trend liegen.

Verlustpunktfrei steht Hamborn 07 nach elf Spieltagen an der Tabellenspitze – dicht gefolgt von den Vierlindenern, die bis auf eine knappe 0:1-Niederlage gegen Friedrichsfeld ebenfalls alle Spiele gewannen. Bereits nach einem Drittel der Saison zeichnet sich eine gelb-schwarze Dominanz in der Gruppe ab. Der Drittplatzierte VfB Bottrop liegt schon fünf Punkte hinter der DJK.

Seit März alles gewonnen

Ein Torverhältnis von 50:9 haben die Löwen nach elf Spielen in ihrer Bilanz stehen. Saisonübergreifend haben die Hamborner seit dem 1:2 gegen den VfB Frohnhausen am 8. November 2015 nur ein Meisterschaftsspiel verloren. Am 5. März 2016 kassierte 07 ein 1:3 – erneut gegen Frohnhausen. Seither gab Hamborn in der Bezirksliga keinen Punkt mehr ab. „Weder als Spieler noch als Trainer habe ich jemals elf Siege in Folge erlebt“, ist Dietmar Schacht trotz seiner langjährigen Erfahrung vom Erfolg seines Teams überwältigt. „Saisonübergreifend sind es sogar 13 Siege. Das ist einfach Wahnsinn.“

Die Dominanz erklärt sich der Fußballlehrer, der die Hamborner zur letzten Saison übernommen hatte, so: „Seit November haben Trainer und Mannschaft zueinander gefunden. Es war klar, dass es drei Monate dauern könnte, bis die Spieler meine Philosophie verinnerlicht haben würden. Disziplin, Spielauffassung, Einsatz“, nennt Schacht als Schlagworte. „Am Anfang war ich oft lauter, dann konnte ich mich immer mehr zurückziehen. Die Mannschaft lebt einen unglaublichen Teamgeist vor. Und ich bin einfach nur stolz auf die Jungs, dass sie sich Woche für Woche mit guten Leistungen für den enormen Aufwand, den sie neben ihrem Berufsleben betreiben, belohnen.“ Eine weitere Zutat im Erfolgsrezept, ist die Breite und Eingespieltheit des Kaders. „Bis auf Ramazan Ünal haben wir den Kader gehalten, mit André Meier, Kevin Kirchner und Oliver Rademacher punktuell verstärkt, und mit Ahmet Halkic sowie Valentin Markic zwei junge Talente dazu geholt. Die Mischung ist einfach toll.“ Selbst der Ausfall von Toptorjäger Daniel Brosowski, der bis zur Rückrunde ausfallen wird, führte nicht zu Einbußen. „Dass wir so gut ohne ihn klarkommen, ist unglaublich. Ich glaube nicht, dass das bei Vierlinden auch so wäre, würden dort die Koncic-Zwillinge ausfallen.“

Dass Nikola und Benjamin Koncic „Erfolgsgaranten für unsere Offensive“ sind, kann Almir Duric nicht von der Hand weisen. „Wenn du die beiden 20 Trainern anbieten würdest, würden sie 15 nehmen, auch wenn sie wüssten, dass die Zwillinge nicht trainieren würden“, stellt der DJK-Coach die Qualität der Koncics heraus. Dennoch glaubt der Trainer, der nach vier Jahren Ahmet Tutal zum Sommer frischen Wind an die Emanuelstraße brachte, dass sein Gefüge ohne die Zwillinge nicht zusammenbrechen würde. „Wir würden vielleicht nicht 4:1, sondern 2:1 gewinnen. Unser Ziel hätten wir aber trotzdem erreicht“, sagt Duric und verweist dabei auch auf weitere Führungskräfte, wie Mert Kilic, Besir Muqa oder Said Koumbaz, die vorweg gehen und die für Duric so wichtige Disziplin vorleben. Und nicht zu vergessen sei, so Duric, dass mit Stürmer Ivica Karabaic der eigentliche Königstransfer der DJK bereits seit Saisonbeginn verletzt fehlt.

Einen einstelligen Tabellenplatz hatte der Trainer bei seinem Amtsantritt als realistisch angesehen. „Der wird uns kaum noch zu nehmen sein“, sagt er elf Spiele später: „Dass es bei all den neuen Strukturen im Verein so gut laufen würde, davon bin ich selbst überrascht. Das ist mit sehr viel harter Arbeit verbunden, auch im Vorstand, der viel nebenbei organisiert. Es ist Ruhe im Verein eingekehrt, und das ist wichtig.“

Von der Qualität seines Teams ist Duric ohnehin überzeugt – der entscheidende Unterschied zur Vorsaison, die Vierlinden auf Platz zehn beendete, ist, dass dieses Qualität durch kontinuierliche und diszipliniert Trainingsbeteiligung nun auch Woche für Woche ausgebaut werden kann. In den elf Spielen sah der Trainer bislang mit Friedrichsfeld und dem 1. FC Bocholt II „zwei Gegner auf Augenhöhe“, ansonsten wurde es auch gegen Top-Teams wie Genc Osman (6:1) meist deutlich. Von der fußballerischen Qualität der einzelnen Spieler her sieht Duric sein Team auch auf Augenhöhe mit Hamborn 07. „Der Unterschied ist die Erfahrung, welche die Hamborner haben“, glaubt Almir Duric auch, dass 07 der erste Platz nicht mehr zu nehmen sein wird. Er selbst will bis zum Schluss in Schlagweite zu Relegationsplatz zwei bleiben. Und den 26. November haben sich die Vierlindener schon dick im Kalender markiert. Am vorletzten Spieltag der Hinrunde trifft Gelb-Schwarz auf Gelb-Schwarz. Das Spitzenspiel der dominierenden Farben ist vorsorglich schon mal auf einen Samstag vorverlegt worden.

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