EVD-Hauptgesellschafter Ralf Pape nimmt Fans in die Pflicht

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Neuer Center (Daniel Tkaczuk), neuer Trainer (Peter Draisaitl), neuer Torwart (Robert Müller): Der EV Duisburg versucht alles, um in der DEL die rote Laterne abzugeben. Doch in der laufenden Saison konnten die Füchse erst zweimal punkten.

EVD-Hauptgesellschafter Ralf Pape hat die Hoffnung auf die sportliche Wende trotzdem längst nicht aufgegeben – und nimmt auch die Fans in die Pflicht.

Ralf Pape hängt am EVD: "Ich habe viel Kraft und Geld investiert, um den Verein zu dem zu machen, was er jetzt ist: ein vollwertiges DEL-Mitglied", sagt der Unternehmer nicht ohne Stolz. Trotzdem hatte der Geldgeber der Füchse, der für einen Großteil des EVD-Saisonetats in Höhe von rund drei Millionen Euro gerade steht, bereits im April mit Vertretern der Stadt Stuttgart über eine Weitergabe der DEL-Lizenz verhandelt. Der Wechsel des gesamten Clubs ins Schwabenland scheiterte nur kurzfristig, für diese Saison wurde offiziell der zehnte Tabellenrang anvisiert.

Davon sind die Duisburger jedoch weit entfernt: Nach dem Aufstieg in die DEL hatte der EVD die Hauptrunden jeweils auf dem letzten Platz beendet. 2006 war der Ligaverbleib in den Relegationsspielen gesichert worden. Seit der Saison 2006/2007 wird in der DEL kein Absteiger mehr ausgespielt (siehe Infokasten "Geschlossene Gesellschaft"). Nach dem 18. Spieltag der laufenden Spielzeit rangieren die Füchse wieder abgeschlagen auf dem 15. und damit letzten Platz. Trotzdem: Pape bleibt entspannt. "Man darf nicht nur die nackte Tabelle sehen", meint er. "Wichtig ist, dass wir in der DEL nicht abgeschlachtet werden, dass wir wettbewerbsfähig sind." Und mithalten, das könne der EVD, das habe er in den letzten Spielen bewiesen. "Solange das der Fall ist, ist der Tabellenplatz nicht so wichtig. Dann können wir am Ende auch 15. werden. Ich sehe das jetzt alles nicht so negativ, wie es in den Medien dargestellt wird", sagt Pape.

Ein Hoffnungsschimmer also für die Fans, die sich mit gezielten Unterschriften- und Plakataktionen gegen den Ausverkauf nach Stuttgart gewehrt hatten. Ein Hoffnungsschimmer, aber auch eine Verpflichtung. Denn: Nur selten kommen mehr als 2000 Fans zu den Spielen des EVD. Nach dem neunten Heimspiel liegt der Zuschauerschnitt bei 1500, geplant wurde durchschnittlich mit 2500 Fans. "Wenn man sieht, dass es 6000 Unterschriften gegen den Umzug gegeben hat und wir für diese Saison nur 300 Dauerkarten verkauft haben – das ist ein bisschen enttäuschend", meint Pape und macht klar: "Unsere Zukunft hängt auch von den Fans ab."

Fans fordern mehr Engagement von der Wirtschaft

Und - vielleicht noch dringlicher - von der Wirtschaft. Das sagt Pape, das sagen die Fans. "Warum engagieren sich nicht Duisburger Unternehmen wie Thyssen Krupp oder Haniel für den Verein", fragt zum Beispiel Michael Masser. Der 47-jährige Duisburg-Walsumer ist Anlagenwerker ausgerechnet bei TKS (Thyssen Krupp Steel), seit 1991 treuer Anhänger des EVD und Mitglied im Fanclub "Der kleine Puck". Er hat "schon viel mitgemacht" mit den Füchsen und bringt die Situation auf den Punkt: "Wenn man keine Sponsorengelder bekommt, kann man heutzutage keinen sportlichen Erfolg haben."

Dankbarkeit empfindet Masser daher für Geldgeber Pape: "Ohne ihn würden wir in einer der unteren Klassen spielen." Doch der EVD gehöre in die DEL. "Weil wir selbst ohne großes Sponsoring den Aufstieg geschafft haben", findet Masser.

Auch Pape sieht "seine" Füchse in der höchsten deutschen Eishockey-Liga. Am liebsten in Duisburg, auch in Zukunft. Doch zunächst muss der EVD alles versuchen, um die rote Laterne abzugeben. Zum Beispiel am Mittwoch. Im Auswärtsspiel bei den Frankfurt Lions.

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