„Es macht einfach keinen Sinn“

Am 11. Mai 2010 wurde der Kunstrasenplatz eingeweiht, der sich Hockeysport auf Leistungsniveau aber als ungeeignet erwiesen hat.
Am 11. Mai 2010 wurde der Kunstrasenplatz eingeweiht, der sich Hockeysport auf Leistungsniveau aber als ungeeignet erwiesen hat.
Foto: NRZ
Trainerin Susi Wollschläger und 2. Vorsitzender Axel Quester erklären, warum der Club Raffelberg einen neuen Kunstrasenplatz benötigt.

Duisburg..  Susi Wollschläger schüttelt den Kopf. „Es macht einfach keinen Sinn, auf diesem Platz zu trainieren.“ Die Trainerin des Jahres sowie olympische Silbermedaillen-Gewinnerin von 1992 kann mit dem Kunstrasenplatz, der dem Gelände des Club Raffelberg gegenüber liegt, nichts anfangen. Im Mai 2010 wurde der Platz eingeweiht, der sowohl von Hockeyspielern als auch von Fußballern genutzt werden soll. Die Krux ist nur: Es gibt keinen Kunstrasen, der beiden Sportarten gerecht wird. Auf der Bezirkssportanlage in Wedau soll nun ein weiterer Aschenplatz zu einem, dann hockey-tauglichen, Kunstrasenplatz umgebaut werden. Eintracht Duisburg machte seinem Ärger Luft, da der Verein nicht über das Vorhaben informiert worden sei. Der CR hofft natürlich, dass ein zweiter Platz gebaut wird, auch wenn die Entscheidung im Stadtrat am Montag erst einmal vertagt worden ist.

Für Hockeysport ungeeignet

„Uns geht es nicht darum, irgendeinen Verein zu vertreiben“, betont Axel Quester, der 2. Vorsitzende der Raffelberger. „Wir haben die Stadt auf das Problem aufmerksam gemacht und sogar den Vorschlag gemacht, einen Platz in den Wald hineinzubauen. Das ging aber aus Naturschutzgründen offenbar nicht.“ Quester betont: „Wir wollen für den damals gebauten Platz nicht undankbar erscheinen.“ Fakt ist aber: Hockey funktioniert auf den mit Konjunkturpaket-Mitteln gebauten Platz nicht.

Die Anforderungen, die Hockey und Fußball an einen Kunstrasen stellen, sind gänzlich andere. Beim Hockey ist ein möglichst kurzhalmiger Kunstrasen ohne Granulat nötig, der zudem gewässert wird. Beim Fußball muss das Geläuf langhalmig und mit Granulat aufgefüllt sein.

Wollschläger erläutert die Problematik: „Der Ball ist einfach viel langsamer, einige Spieltechniken wie Lupfen und Ditschen, also den Ball springen lassen, funktionieren einfach nicht. Wenn wir auf Leistungsniveau arbeiten wollen, können wir dort nicht trainieren. Der Platz ist allenfalls für Breitensport geeignet.“ Der eigene Platz des CR stößt derweil an zeitliche Kapazitätsgrenzen: „Aufgrund der langen Schultage können wir nicht vor 16.30 Uhr beginnen. Die Damen können daher an einem Trainingstag beispielsweise erst um 20.30 Uhr auf den Platz. Mit der Jugend wollen wir Deutsche Meisterschaften erreichen – wie soll das mit zwei einstündigen Trainingseinheiten in der Woche gehen? Konkurrierende Vereine haben längst zwei Plätze.“

Der CR hat zudem längst damit begonnen, den Eigenanteil für einen neuen Kunstrasenplatz, der um die 700 000 bis 800 000 Euro kosten wird, aufzubringen. Quester erklärt: „Wir haben 500 Sportler und 30 gemeldete Mannschaften. Natürlich nicht alle auf Leistungsniveau. Aber wir brauchen einen zweiten Platz in der Nähe unserer Anlage. Den bisherigen Kunstrasen würden wir komplett freigeben.“ Mit einem zweiten Kunstrasen „hätten wir auch die Chance, Länderspiele und Deutsche Meisterschaften nach Duisburg zu holen. Wir würden uns außerdem mit guter Erfolgsaussicht um das Kader-Stützpunkttraining bewerben.“ Nun gilt es zügig eine Lösung zu finden, die dem CR und der Eintracht gerecht wird.

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