Eishockey-Oberligist EV Duisburg wirft Trainer Martinec raus

Tomas Martinec wusste von Danny Albrechts Skaterhockey-Einsatz – zumindest von einem. Nun ist auch der Coach seinen Job los.
Tomas Martinec wusste von Danny Albrechts Skaterhockey-Einsatz – zumindest von einem. Nun ist auch der Coach seinen Job los.
Foto: FUNKE Foto Services
Der erst seit Saisonbeginn bei den Füchsen beschäftigte Coach wusste zumindest vom Skaterhockey-Einsatz Danny Albrechts Bescheid.

Duisburg.. Das Wortspiel bietet sich nahezu an. „Skatergate“ zieht immer weitere Kreise: Nun muss auch Tomas Martinec, bislang Trainer des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg, seinen Hut nehmen. „Die Trennung steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung der Spieler Danny Albrecht und Jan-Niklas Pietsch vom 8. Dezember 2015“, erklärten die Füchse schriftlich.

Wie berichtet hatten beide Spieler ohne Genehmigung der Füchse nach Vertragsbeginn beim EVD für die Rockets Essen Skaterhockey gespielt. Der Grund für den Trainerrauswurf: Martinec wusste Bescheid – zumindest von Albrechts Einsatz am 7. November. „Danny Albrecht hatte mich gefragt, ob er spielen dürfe. Da das ein spielfreies Wochenende war, hatte ich nichts dagegen“, so Martinec. „Von den anderen Spielen wusste ich nichts. Da hätte ich mir ja auch selbst ins Knie geschossen. Müde Spieler kann ich nicht gebrauchen.“ Für die Verantwortlichen der Füchse stellte dies seitens des Trainers einen Vertrauensbruch dar, „der eine sofortige Trennung nach sich ziehen muss“.

In Bezug auf die beiden Spieler zitierten die Füchse zudem einen Vertragsabsatz, demzufolge jede entgeltliche oder unentgeltliche weitere Tätigkeit dem Arbeitgeber anzuzeigen sei und einer schriftlichen Zustimmung bedarf. So war also nicht der Umstand, dass Danny Albrecht und Jan-Niklas Pietsch grundsätzlich auch Skaterhockeyspieler sind, ein Problem – sondern dass sie auch dann spielten, als die Eishockeysaison schon lief.

„Schade, dass dich ein Spieler so ausnutzt“

Dabei hatten sich Albrecht und Pietsch zunächst an die Vorgabe gehalten. Albrecht absolvierte sein letztes Punktspiel für die Rockets am 1. August (lief aber im Pokal nochmal am 29. August auf); Pietsch griff gar bereits am 11. Juli letztmals für Essen zum Schläger. Doch am 24. Oktober spielten sie dann im Play-off-Viertelfinale gegen Düsseldorf sowie in beiden Finalheimduellen gegen Köln am 21. November und 5. Dezember; Albrecht spielte zudem zweimal gegen Augsburg (31. Oktober und 7. November). Albrecht habe sogar, so die Füchse in ihrer Mitteilung, am 7. November eine offizielle Füchse-Veranstaltung mit dem Hinweis abgesagt, er sei im Urlaub. Martinec zum Spiel am 7. November: „Es ist schade, dass dich ein Spieler so ausnutzt. Ich wusste es auch nur von Albrecht, nicht von Pietsch.“

Seinen Rauswurf kommentierte Tomas Martinec so: „Ich muss es akzeptieren. Aber ich gehe als Tabellenführer. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht und ich wünsche den Jungs alles Gute. Ich habe auch für nun andere Clubs gezeigt, dass ich Ahnung vom Eishockey habe. Eine Tür schließt sich, eine andere geht auf.“

Dass die Füchse mit der sportlichen Entwicklung alles andere als zufrieden sind, liegt auf der Hand. „Die Trennung von Tomas Martinec steht damit aber nicht im Zusammenhang“, erklärte Füchse-Chef Sebastian Uckermann. Am Sonntag gegen Tilburg wird Teamchef Lance Nethery das Team betreuten. Die Trainersuche läuft.

Am Freitag (20 Uhr, Scania-Arena, Restaurant) findet ein Fanhearing statt. Der Eintritt und sowie die Getränke sind frei.

 
 

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