Ein Vermittler namens Liebe

Demircan Dikmen (li.) ist seit sieben Jahren mit FCR-Spielerin Nicole Banecki liiert.( Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ Fotopool
Demircan Dikmen (li.) ist seit sieben Jahren mit FCR-Spielerin Nicole Banecki liiert.( Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ Fotopool
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Duisburg..  Ein Spielervermittler namens „Liebe“ hat dem Oberligisten VfB Homberg den vielleicht wertvollsten Neuzugang der laufenden Saison eingebracht. Seit dem letzten Sonntag darf der ehemalige türkische Fußballprofi Demircan Dikmen (24) für die Homberger spielen. „Ein guter Junge, technisch stark, schnell, taktisch gut ausgebildet. An ihm werden wir noch viel Freude haben“, schwärmt VfB-Trainer Günter Abel.

Vor ein paar Wochen war Dikmen am Rheindeich völlig unbekannt. Erst, nachdem Frauen-Bundesligist FCR Duisburg, der seine Heimspiele ebenfalls im PCC-Stadion austrägt und deswegen ein freundschaftliches Verhältnis zum VfB Homberg pflegt, Nicole Banecki vom FC Bayern München verpflichtete, kam plötzlich Dikmen ins Spiel.

Hintergrund: Banecki ist seit sieben Jahren mit Dikmen liiert. „Wir sind in Berlin in die gleiche Schule gegangen und sind seit der elften Klasse ein Paar“, sagt Banecki. Als sie ihren Umzug von München Richtung Ruhrgebiet einfädelte, dachte sie auch an ihren Lebensgefährten. FCR-Präsident Thomas Hückels nahm die Information, dass auch Demircan Dikmen mit Richtung Duisburg zieht, auf und gab sie an Hombergs Klubchef Thomas Bungart weiter. Dikmen absolvierte kurz darauf ein Testspiel, überzeugte auf Anhieb und wurde vom VfB Homberg für ein Jahr verpflichtet. „Solche Zufälle sind besonders schön“, lacht Thomas Bungart.

Nach einigem Tauziehen mit dem DFB und seinem letzten Istanbuler Verein Sancaktepe trudelten schließlich die erforderlichen Unterlagen ein. „Ich bin froh, dass ich für Homberg spielen kann. Es gab auch die Möglichkeit, noch zu einem anderen türkischen Zweitligisten zu wechseln, wo ich im Vergleich zu Homberg vier- oder fünffaches Geld bekommen hätte, aber das wollte ich nicht“, sagt Dikmen.

Mit Nicole Banecki führte er zuletzt eine Fernbeziehung. Der Mittelfeldspieler kickte eineinhalb Jahre in der Türkei, sie in München. „Wir haben uns in den Ferien natürlich besucht, aber sonst im Spielbetrieb nur vier, fünf Mal im Jahr gesehen. Jetzt haben wir eine gemeinsame Wohnung in Oberhausen, spielen auf der gleichen Platzanlage, werden die Spiele des anderen kaum sehen können“, sagt Dikmen. Wenn Homberg zuhause antritt, spielt die FCR-Truppe auswärts.

Fußball ist bei Nicole und Demircan nicht immer ein Thema. „Wenn wir zuhause sind, erzählen wir, was im Training war, aber dann gibt es andere Themen“, so Dikmen, der gegen seine Freundin mal zum Spaß im Hof gekickt hat. Fazit: „Nicole meint, sie wäre besser als ich.“

Cousin spielte für Kamerun

Nicole Banecki stammt aus einer fußballverrückten Familie. „Mein Bruder Francis spielt für den Regionalligisten Schwarz-Weiß Rehden, meine Zwillingsschwester Sylvie für die Bayern.“ Ihr Cousin Marcel Mahouvé war sogar kamerunischer Nationalspieler. „Meine Mutter wollte früher, dass wir Tennis spielen. Aber mein Vater sagte: Spielt Fußball“, lacht Banecki.

Die Ambitionen sind bei Demircan und Nicole ähnlich: Beide wollen in ihren Klubs Führungsrollen einnehmen. „Ich wäre fast mal bei Erstligist Energie Cottbus gelandet. Der Vertrag war ausgehandelt. Ein Kreuzbandriss kam dazwischen. Vielleicht kann ich mich hier noch ein Mal für höhere Aufgaben empfehlen“, ist Dikmen ehrgeizig.

 
 

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