Ein Tag für die Geschichtsbücher

Auf die Plätze: Die Teilnahme am Hauptlauf über 10 000 Meter nimmt mit 113 Startern tendenziell ab – die Gesamtteilnehmerzahl beim OSC schnellte aber in Rekordhöhe.
Auf die Plätze: Die Teilnahme am Hauptlauf über 10 000 Meter nimmt mit 113 Startern tendenziell ab – die Gesamtteilnehmerzahl beim OSC schnellte aber in Rekordhöhe.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Beim 4. OSC-Sparda-Lauf verzeichnete der OSC Rheinhausen einen neuen Teilnehmerrekord im Volkspark. Michael Schramm holt das Titel-Triple

Daniel Langer blieb gerade noch rechtzeitig stehen. Kurz vor dem Ziel im Volksparkstadion registrierte der Mann mit der Startnummer 9149, dass dies noch keine 10 000 Meter gewesen sein konnten. Während der Schüler des Krupp-Gymnasiums zwei Meter vor dem Ziel auf der Stelle trippelte, wiesen ihn die Ordner des OSC Rheinhausen darauf hin, dass er beim 13. Lauf um und durch den Volkslauf zu früh abgebogen war und noch eine Runde zu absolvieren habe. Langer machte daraufhin kehrt – ein anderer Läufer lag zu diesem Zeitpunkt indes schon seit knapp zwei Minuten auf dem Rasenplatz des Volksparkstadions und erholte sich. Michael Schramm hatte tatsächlich schon 10 000 Meter abgespult. Und da der Mann vom ASV Duisburg dafür nur 34:30 Minuten brauchte, holte Schramm den Sieg bei der Veranstaltung, die zum vierten Mal unter dem Titel OSC-Sparda-Lauf über die Bühne ging.

Nach seinen Erfolgen im Jahr 2012 und 2013 hatte das lange Warten für Schramm damit ein Ende. „Endlich hat es mit dem Dreifacherfolg geklappt“, freute sich der 35-Jährige, der bei den letzten beiden OSC-Läufen stets einem noch schnelleren Teilnehmer den Vortritt lassen musste. „Dabei war ich im letzten Jahr als Zweiter noch zehn Sekunden schneller als diesmal“, erinnert sich Schramm, „aber es war meine beste Siegeszeit bei den drei Erfolgen.“ Satt ist der 35-Jährige aber noch nicht. „Dass ich das Triple jetzt geholt habe, heißt nicht, dass ich nicht mehr mitmache. Es ist ein toller und schneller Lauf, Und vielleicht kann ich ja noch einen Rekord aufstellen.“ Einen hat Schramm bereits verbucht. Drei Siege holte noch niemand beim OSC.

Sabrina Severin siegt bei den Damen

Bei den Damen könnte Sabrina Severin im nächsten Jahr gleichziehen. Mit 44:23 Minuten lief die Gesamt-25. als schnellste Frau ein, was ihr bereits im Jahr 2009 (41:20) gelang – damals jedoch noch unter ihrem Mädchennamen Krämer. Nun kam die ehemalige Läuferin des LC Duisburg gemeinsam mit ihrem Mann Tobias ins Ziel, mit dem sie gemeinsam für den Moerser TV Triathlon startet. „Ich habe aufgrund von Rückenproblemen eine Ewigkeit nichts gemacht, dafür war die Zeit gut“, so die Siegerin, die ein kleines Heimspiel genoss. „Wir wohnen nur vier Kilometer weg. Die sind wir schon hergelaufen und nun geht es wieder zurück.“

Einen Rekord verbuchten auch die Veranstalter: Mit 113 Teilnehmern zählte der Hauptlauf zwar noch 25 Starter weniger als beim 5000-Meter-Jogging, das Erik Lange (17:49) und Steffi Loeb (21:05) vom ASV Duisburg gewannen. Doch die gesamte Veranstaltung verzeichnete bei 750 Meldungen 528 Zieleinläufer, was in der Geschichte der OSC-Läufe beides unerreicht ist.

Diese immense Steigerung – im Vorjahr kamen 327 Teilnehmer an – ist dem Titelsponsor zu verdanken, der seit vier Jahren die Olympischen unterstützt. Nach der Auslobung von 500 Euro für jede Schule, die 20 Schülerinnen und Schüler ins Ziel bringt, gingen neben 43 Bambini 221 Kids bei den Schülerläufen an den Start. „Das war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, vor allem für die Kinder“, sagte Jürgen Keusemann. Und der OSC-Boss hofft, dass dies keine einmalige Sache war. „Wir müssen dass natürlich noch absprechen, aber Frau Weyandt von der Sparda-Bank schien auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis gewesen zu sein. Die Zusammenarbeit ist sehr vertrauensvoll und das Engagement gerade im Jugend und Kinderbereich sehr groß. Das konnte man heute sehr gut sehen“, hofft Keusemann, die vielen potenziellen Nachwuchsläufer auch im nächsten Jahr wieder im Volkspark begrüßen zu dürfen. „Das war ja nicht nur in der Breite stark“, spielte der OSC-Vorsitzende auf den Sieg von Luise Reisinger an, die beim – ob der Menge zweigeteilten – 1800-Meter-Schülerlauf der Altersklasse U10-12 mit 7:02 Minuten noch 22 Sekunden schneller war als Steven Poeira, der Sieger bei den Jungen.

Daniel Langer lief übrigens auch noch ins Ziel. Nach 1:08:58 Stunden durfte es der Mann mit der Startnummer 9149 dann auch...

 

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