Ein Punkt durch Joker Ioannidis

Kam, sah und traf: Joker Germanos Ioannidis
Kam, sah und traf: Joker Germanos Ioannidis
Foto: WAZ Fotopool
MSV Duisburg II spielt gegen Bösinghoven zum elften Mal Unentschieden. Nach Rot gegen Mantatzidis trifft Mano Ioannidis zum 2:2.

Manfred Wölpper schüttelte den Kopf: „Wir kommen von den verdammten Unentschieden einfach nicht runter“, haderte der Trainer des MSV Duisburg II nach dem 2:2 (1:2) im Heimspiel gegen den TuS Bösinghoven mit dem schon elften Remis in der Oberliga-Saison. Mehr Siege und dafür weniger als die fünf Punkteteilungen in der Hinrunde hatten sich die Zebras zum Rückrundenstart auf die Fahnen geschrieben – vier Spieltage vor Schluss avancieren die MSV-Kicker zu den Remis-Königen der Liga und warten seit nun acht Spielen auf einen Sieg.

Das 2:2 gegen den 13. der Tabelle fühlte sich für Wölpper nach 90 Minuten aber fast ein bisschen wie ein Sieg an. „Wir haben in Unterzahl tolle Moral bewiesen, gefightet und ein 1:2 gedreht. Die letzte halbe Stunde hat mich für das vorangegangene versöhnt“, so der Coach. In Unterzahl gerieten die Zebras in der 53. Minute, weil Georgios Mantatzidis seinem Team „einen Bärendienst erwies“, wie Wölpper die Grätsche des Stürmers in die Beine seines Gegenspielers beschrieb. „An der Mittellinie beim Stand von 1:2 eine völlig unnötige Aktion“, ärgerte sich der Coach, der nun zum zweiten Mal auf den gesperrten Griechen verzichten muss.

„Alles in allem war es ein gebrauchter Tag für uns“, so Wölpper. Der fing damit an, dass der Trainer kurz vor dem Spiel auf zwei Ausfälle reagieren musste. Während Babacar M’Bengue verletzungsbedingt passen musste, handelte es sich bei Keeper Marcel Lenz jedoch um einen freudigen Grund. Der 24-jähigen begleitete seine in den Wehen liegende Lebensgefährtin ins Krankenhaus.

Fabian Maas rückte für den werdenden Vater ins Tor, Nils Pagojus für M’Bengue in die Innenverteidigung neben Maik Goralski. Letzterer erlebte seinen ganz persönlichen rabenschwarzen Tag. Nach nur 30 Sekunden waren sich der nach Hiesfeld wechselnde Kapitän und Keeper Maas nicht einig, und TuS-Torjäger Takehiro Kubo nutzte das Missverständnis zum 1:0. Nur fünf Minuten später musste sich die MSV-Abwehr erneut geschlagen geben und zusehen, wie Celal Yücel auf 2:0 für die Gäste erhöhte. Die Messe schien gelesen, und für den sonst verlässlichen Goralski nahm Wölpper nach weiteren Unsicherheiten diesmal schon zur Pause vom Feld.

Die Zebras fingen sich aber wieder und kamen durch Ismail Öztürk, der den Ball nach schöner Vorarbeit von Marcel Stenzel über die Linie drückte, zum Anschluss (23.). Nach dem Platzverweis von Mantatzidis zeigten die Duisburger den Kampfgeist, den Wölpper sehen wollte. Vor allem in Person von Germanos Ioannidis, den Wölpper zur Pause gebracht hatte. „Mano hat das Spiel mit seinem Kampfgeist herumgerissen“, lobte der Coach, „und natürlich auch mit seinem Tor.“ In der 77. Minute staubte der Joker zum 2:2 ab.

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