Ein Augenblick Eishockey

Für EVD-Stürmer Lars Grözinger läuft es sehr gut. Bislang hat er 29 Tore und 27 Vorlagen für die Füchse in der laufenden Saison erzielt.
Für EVD-Stürmer Lars Grözinger läuft es sehr gut. Bislang hat er 29 Tore und 27 Vorlagen für die Füchse in der laufenden Saison erzielt.
Foto: Lars Heidrich
Innerhalb von nur zwölf Sekunden erzielte Lars Grözinger am Freitag zwei Tore für den EVD. Seinen Erfolg führt der 22-Jährige auf seine Mitspieler zurück. Die Play-offs werfen erste Schatten voraus.

Duisburg.  Lars Grözinger muss kurz überlegen. „Welches war denn nochmal das erste?“, fragt sich der Stürmer des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg für einen Augenblick. Kein Wunder, denn zwischen seinen zwei Toren in der 27. Minute des Auswärtsspiels bei den Hannover Indians am Freitagabend lag ja auch nur ein Augenblick. Zwölf Sekunden, um genau zu sein. Und es waren zwei ungeheuer wichtige Tore. Erst 20 Sekunden zuvor hatte Hannover zum 2:2 ausgeglichen, ehe Grözingers Highspeed-Doppelpack den EVD-Zug auf die Schienen in Richtung zum 9:4-Auswärtssieg setzte.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals zuvor einen derart schnellen Doppelschlag geschafft hätte“, sagt der 22-Jährige, der nun schon in seiner dritten Saison für die Füchse aufläuft – und aktuell erfolgreicher ist denn je.

Und so lief’s: „Raphael Joly hatte den Puck im gegnerischen Drittel, der kam dann zu André Huebscher. Ich zog zum Tor, bekam den Pass von André und stand völlig frei vor dem Tor.“ Dass Grözinger nur zwölf Sekunden später zu seinem nächsten Tor kam, ist schon aus einem einfachen Grund eher ungewöhnlich. „Normalerweise wechseln wir grundsätzlich nach einem Treffer. Aber der Trainer ließ uns auf dem Eis“, erklärt der gebürtiger Stuttgarter. So kam es zu Tor zwei: „Ich habe das Bully verloren, aber der Hannoveraner Verteidiger konnte den Puck nicht kontrollieren. André holt sich die Scheibe, passt zu Raphael, er zu mir und schon war er wieder drin.“

Da ihm am Pferdeturm später noch ein dritter Treffer gelang, kommt Lars Grözinger aktuell auf 29 Tore und 27 Vorlagen in 32 Spielen. Damit ist er aktuell der dritt­erfolgreichste Fuchs. „Das liegt aber auch daran, dass ich inzwischen mit André und Raphael in einer Reihe spiele“, ist der junge deutsche Stürmer bescheiden. Doch auch schon bevor er in diese Reihe kam, lief es gut. Das haben die EVD-Fans registriert – und garnieren seinen Namen seit einiger Zeit mit dem Zusatz „Eishockey-Gott“.

Dass Grözinger seinen Erfolg aufs Team bezieht, zeigt, dass es in der Mannschaft passt. Vor einigen Wochen sagte Chad Niddery noch, dass es noch nicht „klick“ gemacht hätte. „Ich denke, dass es nun geklickt hat“, sieht Grözinger die Füchse auf einem guten Weg. Der EVD steht mit fünf Punkten Vorsprung auf Tilburg an der Spitze der Oberliga Nord, hat aber gegenüber den Niederländern noch zwei Spiele mehr auszutragen. Kein Wunder, dass sich zehn Spiele vor dem Ende der Hauptrunde die Gedanken langsam, aber sicher um die Play-offs zu drehen beginnen. Da ist es eine gute Sache, dass sich das Team immer besser findet. „Unter Brian McCutcheon läuft es wirklich gut“, sagt Grözinger über den Coach. „In der offensiven Zone sollen wir auch wirklich offensiv spielen, dann aber mit allen Leuten schnell zurückarbeiten, wenn wir den Puck verlieren. Das ist in dieser Konsequenz neu, liegt uns aber, weil das unseren Qualitäten nahekommt, weil wir, denke ich, läuferisch und technisch das beste Team in der Oberliga Nord sind.“

Das Alter Ego der Füchse in der Oberliga Süd ist der EV Regensburg, der Halbfinal-Gegner des EVD aus der Vorsaison. Satte 23 Punkte beträgt der Vorsprung auf den zweitplatzierten EHC Bayreuth. „Gegenüber dem Vorjahr wurden die Ausländerpositionen zwar neu besetzt, aber die beiden Neuen sind sehr gut“, so Grözinger. „Außerdem haben sie unter anderem mit Peter Flache einen DEL-erfahrenen Spieler dazubekommen, sodass sie immer noch eine Ausnahmereihe haben, nun aber auch mit der zweiten und dritten Reihe gefährlich sind. Und mit Thomas Ower haben sie einen starken Torhüter.“ Dennoch will Grözinger nicht den letzten Schritt vor dem ersten machen: „Es wird diesmal keine zweistelligen Siege wie letztes Jahr im Viertelfinale gegen die Hannover Indians geben.“ Er mahnt: „Man darf Landshut nie vergessen, auch wenn ich nicht verstehe, wie diese Mannschaft nur Sechster sein kann. Aber in den Play-offs ist es egal, wenn sie dann alles gewinnen.“ Dennoch hofft Grözinger darauf, dass es Regensburg im Halbfinale mit Tilburg zu tun bekommt. „Sollten wir wirklich das Finale erreichen und gegen Regensburg spielen, wäre es gut, wenn der EVR diesen harten Gegner bekommt und dann auch noch die weiten Fahrten absolvieren müsste.“

Aber erstmal geht es darum, Platz eins im Norden zu verteidigen. Grözinger: „Diesmal wird der Norden bei gleicher Platzierung als höherrangig eingestuft. Und wie wichtig das Heimrecht ist, haben wir in der Finalserie gegen Freiburg gesehen.“ Und sollte der EVD erneut so weit kommen, wollen die Füchse den Ausgang umkehren. Auf jeden Fall.

So geht es in der Oberliga weiter:

Noch stehen in der Hauptrunde der Oberliga Nord zehn Spiele für den EVD an. Danach starten die Play-offs mit dem Achtelfinale. Los geht es am 11. März. Die Termine im Überblick: Achtelfinale: 11., 13., 15., 18. und 20. März; Viertelfinale: 22., 24., 26., 28. und 30. März; Halbfinale: 1., 3., 5., 8. und 10. April; Finale: 15., 17., 19., 22. und 24. April.

Das Achtelfinale ist nord-intern (und natürlich parallel süd-intern). Ab dem Viertelfinale wird über Kreuz gespielt. Alle Runden laufen im Best-of-Five-Modus, heißt: drei Siege sind notwendig.

 
 

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