Duisburg verabschiedet Kanuten nach Rio

Der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Duisburg war für die deutschen Kanuten mehr als ein Pflichttermin. Sie fotografierten sich gegenseitig
Der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Duisburg war für die deutschen Kanuten mehr als ein Pflichttermin. Sie fotografierten sich gegenseitig
Foto: Funke Foto Services
Die DKV-Flotte bereitet sich auf der Regattabahn im Sportpark auf die Spiele in Brasilien vor.

Duisburg..  Oberbürgermeister Sören Link hätte am Donnerstagabend im Innenhof des Rathauses gerne Duisburger Olympioniken zu den Spielen nach Rio de Janeiro verabschiedet. Es ist hinlänglich bekannt: Es gibt – wie schon vor vier Jahren in London – auch in diesem Jahr keinen Duisburger Vereinssportler, der bei den Olympischen Spielen in Brasilien, die in der Nacht zum Samstag eröffnet wurden, am Start ist.

Aber es gibt ja noch die deutschen Kanuten. Sie gehen mittlerweile als Adoptiv-Duisburger durch. Auf der Regattabahn bereitet sich die DKV-Truppe seit einer Woche auf die Spiele vor, an der Wedau kennen sie ohnehin jeden Wassertropfen. So schickte Sören Link dann doch einige Sportler, die zumindest ein kleines Stück ihres Herzens für Duisburg reserviert haben, mit besten Wünschen und einer ausreichenden Stärkung in Form von gegrillten Leckereien und Kartoffelsalat nach Rio.

Auf der Regattabahn im Sportpark arbeiten die Cracks des Deutschen Kanu-Verbandes, der sechs Medaillen – darunter zwei goldene – als Vorgabe für die Spiele in Rio ausgerufen hat, an ihrem Feinschliff. Bundestrainer Reiner Kießler macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Er würde viel lieber in Duisburg als in Rio um Olympisches Edelmetall paddeln. „Die Duisburger Bahn ist um Welten besser als die in Rio. Bei den Bedingungen, die wir in Brasilien antreffen wird, sind die Wettkämpfe eine Lotterie“, so Kießler.

Delfine schliefen

Die Wassertiefe im olympischen Gewässer liegt unter zwei Metern und damit weit unter dem internationalen Standard. In Duisburg beträgt die Tiefe überall mindestens sieben Meter. Zudem befürchtet Kießler, dass in Rio auch Wasserpflanzen seine Akteure ausbremsen könnten.

„Es ist schon merkwürdig, dass wir hier ständig alles in Bewegung setzen, um eine Top-Bahn instand zu halten, und in Rio ist so etwas möglich“, so Duisburg-Sport-Chef Jürgen Dietz.

Die deutschen Kanuten waren in Duisburg nicht nur auf dem Wasser unterwegs. Am Montag besuchte die Mannschaft den Zoo, die Tierpark-Leitung spendierte den Sportlern eine Führung. Der Besuch bei den Delfinen fiel allerdings aus, weil die Tiere schliefen. Die Begegnung soll aber nach den Olympischen Spielen nachgeholt werden. Kießler: „Wenn wir mit Medaillen aus Brasilien zurückkehren, dürfen die Jungs gemeinsam mit den Delfinen schwimmen.“

 
 

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