Donnergrollen im Löwengehege

Die Donnervögel haben Kurs auf das Löwengehege genommen. Seit kurzem werden in Hamborn abends Helme übergestülpt und Schulterpolster angelegt. Die Footballer der Thunderbirds sind bei den Handballern von Hamborn 07 gelandet und haben dort eine neue Heimat gefunden.

Viele Umwege mussten die Footballer bis dahin nehmen. Die Donnervögel haben sich in den rund zehn Jahren seit ihrem Bestehen als wahre Wandervögel erwiesen. Schon viele Jahre sind die Thunderbirds den Football-Fans in Duisburg ein Begriff. Ursprünglich in Walsum beheimatet, bildeten die Donnervögel unter ihrem Namen von 2009 an die Football-Speerspitze bei den Duisburg Dockers. Ein Jahr gab es die Thunderbirds nun überhaupt nicht. Das Team firmierte in der Vorsaison unter dem Namen Dockers und schaffte den Aufstieg in die Verbandsliga. Dann kam es zum Bruch – und nun wagen die Footballer in Hamborn einen Neuanfang. „In unserer Sportart muss man flexibel sein“, schmunzelt Frank Willemsen.

Als Abteilungsleiter und Urgestein der Thunderbirds freut sich der ehemalige Wildwasser-Kanute über die jüngste Entwicklung. „Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass wir noch etwas auf die Beine gestellt bekommen. Letztlich ist die Entscheidung dann aber innerhalb von einer Woche gefallen. Erst gab es den Kontakt mit den Hambornern, dann ein Treffen mit rund 90 Leuten in einem Schrebergarten – eine Woche später haben wir in Hamborn den Trainingsbetrieb aufgenommen. Unser Motto ist: Back in black!“, berichtet Willemsen lachend.

Vier Teams starten in die Saison

Vier Mannschaften schickt der Verein, der offiziell nun als Duisburg Hamborn Thunderbirds im Spielplan geführt wird, ins Rennen. Zwei Jugendteams (U 17 und U 19), eine Damenmannschaft und die Herren (Verbandsliga) werden künftig das schwarz-gelbe Trikot tragen. 80 Mitglieder zählen die Footballer aktuell, bis zum Saisonstart Ende April soll die Abteilung noch auf 90 Sportler wachsen. „Wir haben es erstmals geschafft, unseren Jugendspielern im Herrenbereich eine Perspektive zu bieten. Das ist das Wichtigste“, so Willemsen.

Neu im Verein ist Pauline Hanke. Vor einem halben Jahr packte sie der Football-Virus. Infiziert hatte sie ihr kleiner Bruder Marten. „Er hat ein Brettspiel, bei dem es um Football geht“, erzählt die Schülerin. „Erst habe ich bei den Dockers als einziges Mädchen in einer reinen Jungenmannschaft gespielt. Jetzt bin ich hier.“ Dass sie zunächst bei ihren Mitschülern für verdutzte Gesichter sorgte, kratzt sie wenig: „Erst haben mir die Jungs gar nicht geglaubt, dass ich Football spiele, dann hatten sie etwas Angst vor mir. Jetzt haben sie sich wohl daran gewöhnt“, sagt der zierliche Blondschopf mit einem Lächeln und erklärt dann ganz selbstbewusst, was ihr an ihrer Sportart so gut gefällt: „Die Tackles!“

Etwas mehr Erfahrung bringt der 19-jährige Sergej Kendus mit. Der Auswahlspieler wurde vor fünf Jahren bei der Suche nach einer Sportart, die ihm Spaß macht, beim taktisch anspruchsvollen American Football fündig. „Es hat mir von Anfang an gefallen. Man kann sich richtig auspowern und es ist ziemlich hart – das gefällt mir“, sagt der Herrenspieler. Durch die wachsende TV-Präsenz hofft auch Kendus darauf, dass die Popularität seiner Sportart weiter wächst. „Wenn jeder drüber spricht, dann kommen auch mehr Zuschauer. Das ist natürlich cool.“

Frank Willemsen hofft darauf, dass das Schwelgernstadion auch weiterhin als Heimspielstätte zur Verfügung stehen wird. „Es ist unser Zuhause und das Footballstadion in Duisburg. Wir haben den Antrag gestellt und hoffen nun auf die Stadt“, sagt der 52-Jährige, der ins Schwärmen gerät, wenn er von seiner Sportart spricht. „Das Tolle ist doch, dass jeder überall im Team seine Rolle und damit eine sportliche Heimat finden kann.“

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