Die Zebras stecken mitten im Rotlichtviertel

Zvonko Pamic (li.), Kevin Wolze und Dzemal Berberovic beim Kampf um den Ball (Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool)
Zvonko Pamic (li.), Kevin Wolze und Dzemal Berberovic beim Kampf um den Ball (Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool)
Foto: WAZ FotoPool
Zwölf Runden vor dem Saisonschluss plagen den MSV Duisburg in der 2. Fußball-Bundesliga reichlich Sorgen. Nach dem 0:1 gegen den FC St. Pauli, der dritten Punktspielpleite im Jahr 2012, beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch zwei magere Punkte.

Duisburg.. „Wir müssen nur auf die Tabelle schauen, dann wissen wir, wie bedrohlich die Situation ist. Das ist uns bewusst“, hat Linksfuß Kevin Wolze die alarmierenden Zahlen im Blick. Zwar zeigte der MSV Duisburg im Vergleich zum Samthandschuh-Gekicke bei Hansa Rostock (2:4) mehr Aggressivität und Dynamik, aber die erschreckende Harmlosigkeit im Torabschluss bleibt ein ständiger Begleiter der Meidericher.

MSV-Team nicht für den Abstiegskampf erprobt

Mittlerweile stellt sich die Frage, ob der MSV mit diesem zusammengestellten Kader, der eigentlich darauf ausgerichtet war, in der Spitzengruppe mitzumischen, überhaupt Abstiegskampf drauf hat. „Ja, wir können das“, sagt Trainer Oliver Reck. Der 46-Jährige muss mit einem Kader arbeiten, der von Vorgänger Milan Sasic und in Teilbereichen von Ex-Manager Bruno Hübner gebastelt wurde. Reck glaubt weiter an das Team, das nicht nur am Mangel an Kreativspielern leidet, sondern auch arm an Typen ist. Goran Sukalo fehlte grippebedingt gegen St. Pauli – schon waren die Zebras einer wichtigen Kopfball- und Führungswaffe beraubt.

„Natürlich hat uns Goran gefehlt, aber es ging nun mal nicht anders. Im Moment ist es schwierig. Gerade dann muss man Mut zeigen und sich stellen. Ich sage: Wir haben die Klasse, uns zu befreien. Meine Spieler haben Signale gesendet. Jeder wollte gegen St. Pauli, das habe ich deutlich gesehen“, filtert Reck das aus seiner Sicht Positive heraus.

Junge Spieler des MSV Duisburg gehören zu den Besseren der Mannschaft

Dass gerade die ganz jungen Spieler wie Andre Hoffmann (18) und Zvonko Pamic (21) als Doppelsechs im Mittelfeld zu den auffälligsten Kräften zählten und trotz vieler Fehlerketten immer wieder versuchten, die Truppe anzuschieben, spricht Bände. „Je mehr wir unten drin stehen, desto größer ist der Druck“, sagt Kevin Wolze und schiebt nach: „Gegen Dresden ist ein Sieg fast schon Pflicht.

Daniel Brosinski hält von der Idee, die hängenden Köpfe mit Ablenkungsmaßnahmen frei zu bekommen, wenig: „Ich weiß nicht, ob gemeinsames Saufen oder ein Bowlingabend jetzt etwas bringt. Wir unternehmen ohnehin schon viel zusammen. Daran liegt es nicht. Wir müssen enger zusammenrücken und punkten.“

Der Abstand zum Tabellenletzten Hansa Rostock fällt mit vier Zählern alles andere als komfortabel aus. Die Zebras stecken mitten drin im Rotlichtviertel.

 
 

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