Die Last beim EVD auf mehrere Schultern verteilen

Kenston-Chef Sebastian Uckermann (links) und EVD-Sportdirektor Matthias Roos – das Saisonziel lautet Aufstieg in die DEL2.
Kenston-Chef Sebastian Uckermann (links) und EVD-Sportdirektor Matthias Roos – das Saisonziel lautet Aufstieg in die DEL2.
Foto: WAZ FotoPool
Was hat sich die Kenston Sport GmbH als Betreiber der Füchse vorgenommen? Wie will die Gruppe Ihre Ziele erreichen? Kenston-Chef Sebastian Uckermann erklärt, wie er sich die Füchse vorstellt – die am besten bald in der DEL2 spielen sollen.

Duisburg..  Mitte Juli war es, als das Thema erstmals auf den Tisch kam. Und schon seit dem 1. August 2014 ist es offiziell: Die Kenston Sport GmbH fungiert als Spielbetriebsgesellschaft für die erste Mannschaft des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg.

Dass Kenston noch relativ neu im Sport ist, war zuvor bekannt. Bei den Kölner Haien ist die Gruppe engagiert, im Januar übernahm Kenston Sport die Vermarktung der Füchse und ist seit einigen Wochen auch Betreiber der Hammer Eisbären, die ebenfalls in der Oberliga West spielen. „Unser Kerngebiet“, erklärt Kenston-Chef Sebastian Uckermann, „ist die Rechtsberatung zur betrieblichen Altersvorsorge.“ Das ist vergleichsweise weit von Sportvermarktung entfernt – doch gerade das Netz an Mitarbeitern, dass das Unternehmen in Deutschland und Österreich aufgebaut hat, will Kenston nun nutzen, um die Füchse zukunftsfähig aufzustellen. Denn das Ziel ist ein großes: Der Aufstieg in die DEL2.

„Es geht darum, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen“, sagt Uckermann. Dabei sieht er durchaus Potenzial dafür, neue Unterstützer zu finden – etwas, das den Duisburgern zuletzt kaum noch gelungen ist. Ralf Pape war Chef und Hauptsponsor in einem. „Ralf Pape bleibt auch weiterhin einer unserer wichtigsten Partner“, erklärt Uckermann. Als Sponsor wie als Betreiber der Scania-Arena. Dennoch geht es nun darum, die Füchse wirtschaftlich breiter aufzustellen. „Unser Vorteil ist, dass wir über unsere vielen Mitarbeiter, die wie Franchisenehmer arbeiten, nun auch das Eishockey vermarkten können.“ Darüber hinaus ist deren Portfolio freilich größer. „Wenn ich nur eine Bande oder die Werbung auf dem Trikot verkaufen will und dann ein Nein bekomme, bin ich schnell wieder aus der Tür raus“, so Uckermann. „Kann ich aber mehr bieten, beispielsweise an mehreren Eishockeystandorten oder auch weitere Dienstleistungen anbieten, kann das schon eher funktionieren.“ Ein weiteres Pfund, mit dem Kenston wuchern will, ist der VIP-Raum. „Es geht darum, Leute zusammenzubringen“, so Uckermann. „Als Beispiel: Wenn wir einen Partner haben, der ein Autohaus betreibt, und ein anderer seine Flotte erneuern will, dann macht es doch Sinn, diese beiden zusammenzubringen.“ Und genau das soll die Aufgabe der Kenston-Leute bei den Eishockey-Spielen sein. Auch die Außendarstellung soll sich verbessern. „Ich finde es eigenartig, dass zuletzt nicht plakatiert worden ist. Wir denken auch darüber nach, Mitarbeiter mit Flyern zumindest durch die Innenstadt zu schicken. Der EVD hat tolle Fans, aber es geht auch darum, neue Fans zu gewinnen“, sagt Uckermann. „Das Ganze soll ein Event sein. Es soll den Leuten Spaß machen. Sie sollen sehen, dass hier etwas wächst.“

Das heißt allerdings nicht, dass alles auf den Kopf gestellt werden soll. „Zum einen wollen wir, dass sich unsere Fans einbringen. Zum anderen macht es keinen Sinn, alles sofort umzuwerfen. Mit der Zeit sieht man, was man besser machen kann. Aber da braucht niemand Angst zu haben“, so Uckermann.

In Foren und sozialen Netzwerken machten sich Fans Sorgen, das Duisburger Eishockey werde nun kommerzialisiert. „Wenn das bedeutet, dass wir wirtschaftlich zukunftsorientiert arbeiten, nehme ich die Kommerzialisierung an. Aber wie gesagt: Es geht darum, dass sich unsere Fans einbringen. Ich bin schließlich selbst Sportfan.“

Bleibt die Frage der Nachhaltigkeit. Was passiert, wenn das Saisonziel Aufstieg in die DEL2 nicht erreicht werden sollte? Geht es dann nach dem Motto: Kein Erfolg, also Tschüss? „Nein“, sagt Uckermann. „Wenn es nicht gelingen sollte, dann versuchen wir es im nächsten Jahr einfach noch einmal. Aber ich finde, dass wir ein gutes Team haben. Ich bin guter Dinge.“

 
 

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