Der MSV Duisburg und seine Formfehler

Dir Retzlaff
Im ersten Gerichtstermin gab es für den MSV-Vorstand mit Udo Kirmse eine Niederlage.
Im ersten Gerichtstermin gab es für den MSV-Vorstand mit Udo Kirmse eine Niederlage.
Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
Es kam nicht überraschend, dass Ex-MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch nach dem ersten Prozesstermin vorne liegen würde. Überraschend waren aber die deutlichen Ausführungen der Richterin. Schon wieder unterliefen dem MSV Formfehler - das ist nicht neu. Ein Kommentar.

Duisburg. MSV-Boss Udo Kirmse erklärte vor drei Wochen gegenüber dieser Zeitung, dass Ex-Geschäftsführer Roland Kentsch im Urkundenverfahren vor dem Landgericht die stärkere Urkunde hätte . „Das hat Herr Kentsch taktisch klug gemacht“, so Kirmse damals. Es war aber wohl anders: Der MSV hat es schlecht gemacht – gemäßigt ausgedrückt.

Dass Kentsch nach dem ersten Gerichtstermin vorne liegen würde, war im Vorfeld der Verhandlung zu erwarten gewesen. Doch die gestrigen Ausführungen der Richterin kamen in der Deutlichkeit dann doch überraschend und sind für den MSV-Vorstand mit Udo Kirmse an der Spitze ein Schlag ins Kontor.

War es im Nachhinein für den MSV eine glückliche Fügung, dass der ursprüngliche Prozesstermin im Februar durch die plötzliche Erkrankung des MSV-Anwaltes ausfiel? Vier Tage vor der Ratssitzung, bei der die Kommunalpolitiker über die Übernahme der Mehrheitsanteile an der Stadionprojektgesellschaft abstimmten, wäre der gestrige Sitzungsverlauf vor Gericht alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme gewesen.

Formfehler passieren beim MSV Duisburg offenbar auch ohne Roland Kentsch. Das kann für das aktuelle Lizenzierungsverfahren keinen Mut machen.