Der Eishockey-Algerier

Nourredine Bettahar hat bei den Füchsen einen guten Einstand aufs Eis gelegt.
Nourredine Bettahar hat bei den Füchsen einen guten Einstand aufs Eis gelegt.
Foto: WAZ FotoPool
Noureddine Bettahar will auch nach dem Ruhrderby gegen Essen 110 Prozent geben. Der Sohn eines Algeriers und einer Polin lernte das Eishockeyspielen in der Eishockeyhochburg Nowy Targ. Über Duisburg sagt der 19-Jährige: „Hier zu spielen, ist für junge Spieler richtig gut. In Deutschland gibt es nichts Besseres.“

Duisburg..  Noureddine Bettahar lacht. „Nein“, sagt er, „ich kenne keinen anderen Algerier, der Eishockey spielt“, sagt der 19-Jährige. „Vielleicht in Frankreich“, überlegt er. Seine Vorname deutet schon eindeutig auf das nordafrikanische Land hin – doch er ist noch viel mehr. „Mein Papa ist Algerier, meine Mutter Polin und ich bin in Trier geboren“, fasst er seine Vita kurz zusammen. Kurz vor Beginn der Saison in der Eishockey-Oberliga kam der Angreifer zum Team des EV Duisburg und hat einige Zeit später einen Vertrag erhalten – sehr zu Freude von Sportdirektor Matthias Roos, denn drei Tore und vier Vorlagen in fünf Spielen sind ein gelungener Start.

Aber wie heißt er denn nun richtig? „Den Vornamen spricht man Nordin aus“, erklärt Bettahar. „Naja, hier in Deutschland sage ich meistens Nordin. Eigentlich klingt es eher wie Nurdin.“

Dass aus ihm ein Eishockey spielender Algerier wurde, war fast schon unausweichlich. „Als ich ein Jahr alt war, sind wir nach Polen gezogen, nach Nowy Targ, um genau zu sein.“ Und das ist halt nicht irgendwo. Denn Podhale Nowy Targ, ganz im Süden des Landes, ist mit 19 Titeln polnischer Eishockey-Rekordmeister. Sein Vater betrieb dort ein Restaurant – und kannte schnell eine Menge Eishockeyspieler. „Auch Nationalspieler“, so Bettahar. Und schnell ging es dann für Klein-Noureddine ab aufs Eis. Sein Talent wurde schnell erkannt – und damit er entsprechend gefördert wird, ging zurück in sein Geburtsland, spielte im Teenageralter für Mannheim und Bad Nauheim, wechselte dann in die Nachwuchsorganisation von Salzburg. Die Belohnung: 2012 spielte er bei der U-18-WM für Polen.

Das sorgte allerdings auch für ein Problem. In der vergangenen Saison wechselte er nach Frankfurt, war aber zunächst überzähliger Ausländer. „Seit Januar bin ich nun aber auch ganz offiziell Deutscher“, freut sich der Stürmer. Weil er sich aber im vergangenen November auch noch verletzt hatte, blieben ihm lange Zeit nur Einsätze im Frankfurter Regionalliga-Team. „In der Aufstiegsrunde konnte ich dann in der ersten Mannschaft mitmachen.“ Das lief ganz gut. „Ja“, lächelt er. Er trug mit drei Toren und zwei Vorlagen in zehn Spielen zum Zweitliga-Aufstieg der Löwen bei.

„Das war wirklich ein geiles Derby“

Sein Weg führte ihn dann auf Umwegen nach Duisburg. „An sich war ich für Hamm vorgesehen“, berichtet der 19-Jährige. Als sich das zerschlug, versuchte er es in Bremerhaven. „Aber weil ich für Polen gespielt habe, gelte ich als Ü-23-Spieler. Ich hoffe, dass sich das bald ändert.“ So ging die Vereinssuche weiter – die in Duisburg endete. „Hier zu spielen, ist für junge Spieler richtig gut. In Deutschland gibt es nichts Besseres.“

So lief es auch von Beginn an gut. „Die Reihe mit Buschi und Coco passte sofort“, freut sich Bettahar, der immer noch vom Ruhrderby gegen Essen begeistert ist. „Es ist immer schön, gegen starke Gegner zu spielen. Das bringt uns junge Spieler doch weiter“, sagt der Stürmer. „Und die Fans haben uns richtig gepusht. Das war wirklich ein geiles Derby.“ Nun geht es gegen Neuss, einen Underdog, weiter. „Das spielt keine Rolle. In den Play-offs kommen nur starke Mannschaften. Also müssen wir in jedem Spiel 110 Prozent geben, um bereit zu sein.“

Sein Trainer Matthias Roos wird das gerne hören.

 
 

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