Der „Eisenfuß“ wird heute 70 Jahre alt

Nicht nur der Bomber Gerd Müller hatte Angst vor ihm. Nahezu jeder Stürmer der Fußball-Bundesliga betrat den Platz mit einem mulmigen Gefühl, wenn es gegen den MSV Duisburg und gegen Detlef Pirsig ging. Pirsig galt als eisenharter und kompromissloser Verteidiger. Er prägte die goldenen 70er-Jahre der Zebras. Für den MSV bestritt der „Eisenfuß“ 337 Bundesliga-Spiele, stand 1975 im DFB-Pokalfinale und bestritt mit den Zebras zwei Runden im Uefa-Pokal. Heute feiert die MSV-Legende den 70. Geburtstag.

Mit dem Umstand, dass die Gegner Angst vor ihm hatten, kokettierte Pirsig nach seiner aktiven Laufbahn gerne. Er habe nie jemanden ernsthaft verletzt, sagte er einmal. Der langjährige Mitspieler Bernard Dietz kann das fast bestätigen: „Ich erinnere mich an ein Spiel gegen Fortuna Düsseldorf. Nach dem ersten Duell musste mit Pirsig musste Düsseldorfs Egon Köhnen mit Schienbeinbruch raus. Nach dem zweiten Duell erwischtes es Heiner Baltes ebenfalls mit Schienbeinbruch. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Schienbeinschoner.“ Pirsig wurde beim MSV zum Dauerbrenner. Zwischen 1968 und 1977 verpasste er gerade einmal acht Erstligapartien.

Nach seinem MSV-Abschied wechselte er als Spielertrainer zum damaligen Landesligisten BV Lüttringhausen. Pirsig wollte unterklassig seine Karriere ausklingen lassen. Das klappte nicht: Mit dem BVL schaffte er den Durchmarsch in die 2. Bundesliga. So kam Pirsig auf seinen alten Tage noch zu 48 Zweitliga-Spielen. Als der MSV 1986 nach dem Zweitliga-Aus am Boden lag, übernahm Pirsig das Traineramt beim Nordrhein-Oberligisten. Mit seinem Co-Trainer Friedhelm Vos gewann er mit dem MSV die Deutsche Amateur-Meisterschaft und schaffte im dritten Anlauf 1989 die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Nach dem Aufstieg verabschiedete sich Pirsig vom MSV, um im November 2000 als Sportdirektor zurückzukehren. Zudem wurde Pirsig Vorstandsmitglied. Im Jahr 2005 verabschiedete er sich endgültig in die Fußballrente.

Detlef Pirsig ist immer noch Stammgast bei den Heimspielen des MSV und hat natürlich einen besonderen Geburtstagswunsch: Die Zebras sollen am Samstag den 1. FC Nürnberg schlagen.

 
 

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