Der Adler fliegt nicht mehr

Ein Foto aus besseren Tennistagen: 38 Jahre lang spielten Jugendlichen um die markantes Trophäe des Preußen-Adlers. Damit ist nun Schluss. (Foto: Stephan Eickershoff)
Ein Foto aus besseren Tennistagen: 38 Jahre lang spielten Jugendlichen um die markantes Trophäe des Preußen-Adlers. Damit ist nun Schluss. (Foto: Stephan Eickershoff)
Foto: WAZ

Duisburg..  Das traditionsreiche Turnier von Preußen Duisburg wird nach 38 Jahren eingestellt.

Die Trophäe im Form eines Schlägers, spannende Spiele – und die Erinnerung daran, dass Roger Federer, Weltranglistenerster und siebenfacher Wimbledon-Sieger, als Jugendlicher einst in Duisburg an den Start gegangen ist. All das gehört der Vergangenheit an. Denn die Tennis­cracks von Preußen Duisburg musste eine traurige Entscheidung treffen. Das internationale Jugendturnier um den Preußen-Adler wird nach 38 Turnieren eingestellt. Die 39. Auflage, die für den 25. und 26. August geplant wird, wird bereits nicht mehr ausgetragen. „Es ist eine Entscheidung für immer“, sagte der 2. Vorsitzende des Vereins Helmut Bigalke. Traurig, aber eben auch wahr.

Dabei geht es gar nicht mal, wie so oft im Sport, um fehlendes Geld – sondern um fehlende Teilnehmer. „Wir haben immer ein 16er-Feld angestrebt“, berichtet Bigalke. Das hat schon im Vorjahr nicht geklappt, obwohl die Preußen und der TC Asberg, ein Dauergast beim DSC und oft auch Sieger der Mannschaftswertung, zwei Mannschaften gestellt hatten.

Woran das liegt? „Heutzutage dauert die Schule meist bis 16 Uhr. Da sind unter der Woche keine Medenspiele möglich. Am Wochenende spielen aber auch die Erwachsenen. Dann gibt es noch Stadt- und Bezirksmeisterschaften. Da wird es mit den Terminen irgendwann eng“, erklärt Bigalke. Dabei war der Preußen-Adler sogar ein Ranglistenturnier. „Aber die Jugendlichen spielen dann lieber für ihren Verein als zusätzlich bei einem Turnier.“ In diesem Jahr standen nur sieben Meldungen an. „Da haben wir schließlich die Reißleine gezogen“, fasst der 2. Vorsitzende der Preußen die Entwicklung zusammen.

Doch so ganz will der DSC die Flinte nicht ins Korn werfen. „Wir überlegen bereits, wie und in welcher Form wir eine neues Turnier auf die Beine stellen können“, so Bigalke. Ein kleineres Teilnehmerfeld steht dann auch zur Debatte. Derzeit läuft es bei den Preußen gut. 85 Jugendliche spielen beim DSC Tennis. 15 Erwachsenenteams und neun Jugendmannschaften starten im Preußen-Dress. Das ist eine beachtliche Zahl – aber im Vergleich zu anderen Vereinen keine Normalität. „Wir beobachten, dass zum Beispiel die Sportwarte in den Vereinen oft wechseln“, so Bigalke. Und dabei geht dann jede Menge Knowhow verloren. „Es fehlt einfach die Kontinuität.“ Was aktuell bleibt, ist sich bei den vielen Helfern und Unterstützern zu bedanken. Neben Sponsoren, Betreuter, Ärzten und vielen anderen sind das die Organisatoren. Charlie Kühnen war 29 Jahre Turnierleiter; Katja Bartscher (sechs Jahre) und Sascha von Lackum (drei Jahre) haben sich ebenfalls engagiert. Immerhin: Am 29. September sind die Preußen Gastgeber bei der Stadtmeisterschaft.

 
 

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