Bundesliga-Frauenfußball in Duisburg steht vor dem Aus

Noch bangen die Fans des FCR 2001 um die Zukunft des Duisburger Frauenfußballs.
Noch bangen die Fans des FCR 2001 um die Zukunft des Duisburger Frauenfußballs.
Foto: Fabian Strauch
Offenbar steht der Top-Frauenfußball in Duisburg vor dem Ende: Es mehren sich Gerüchte, nach denen ein Übertritt der Spielerinnen des kriselnden FCR 2011 Duisburg zum MSV Duisburg oder zum VfB Homberg wohl doch nicht möglich ist.

Duisburg. Was wird aus dem FCR 2001 Duisburg? Lange Zeit schien klar zu sein – die Frauenfußballerinnen werden sich dem MSV Duisburg oder dem VfB Homberg anschließen und auf diesem Weg weiterhin in der 1. Bundesliga spielen. Doch seit Donnerstag mehren sich die Gerüchte, dass der Super-GAU immer wahrscheinlicher wird. Klar ausgedrückt: Die Insolvenz der Löwinnen ist unvermeidbar, was ja auch bekannt ist, aber weder der Übertritt zu den Zebras noch zum VfB kann vollzogen werden.

So soll es Mittwochabend ein Gespräch mit dem MSV gegeben haben, bei dem es an sich um den Weg des Übertritts der Löwinnen als neue Abteilung der Zebras gehen sollte. Stimmen aber die Gerüchte, scheint es so zu sein, dass es Widerstände gibt. Ob die noch auszuräumen sind, ist unklar. Denn keiner der Verantwortlichen der beteiligten Vereine stand für eine Auskunft bereit.

Auch ein Wechsel zum VfB Homberg, in dessen Stadion der FCR ja auch schon seit vielen Jahren spielt, erscheint schwierig. Sollte er nicht mehr realisierbar sein, wäre der Bundesliga-Frauenfußball in Duisburg am Ende. Das Worst-Case-Szenario: Die Spiele bei Bayern München am Samstag sowie zu Hause gegen den USV Jena sind dann nicht nur die letzten der Vereinsgeschichte, was ohnehin der Fall gewesen wäre, sondern auch die letzten Spiele einer Duisburger Mannschaft in der Bundesliga überhaupt. Der FCR würde aus dem Spielbetrieb ausscheiden und wäre damit – rein sportrechtlich – in die 2. Bundesliga abgestiegen.

So könnte ein Notfallplan aussehen

Was dann passiert, ist unklar, müsste aber schnell gelöst werden. Ein Notfallplan könnte so aussehen, dass ein anderer Verein – oder vielleicht dann eben doch noch der MSV in finanziell stark abgespeckter Form – die übrig gebliebenen Mannschaften aufnimmt und auf den dann das Spielrecht übertragen werden könnte. So wäre in der besten Variante des schlimmsten Falls ein Neustart in der 2. Bundesliga möglich, weil der Rückzug eben gleichbedeutend mit einem Abstieg wäre.

Derweil sorgt sich auch Martina Voss-Tecklenburg, Nationaltrainerin der Schweiz und Vereins-Ikone, um den FCR. „Wenn es wirklich so kommt, wäre das einfach nur todtraurig“, zittert sie mit um die Zukunft der Löwinnen. So würden die Bundesliga-Spielerinnen sicher einen neuen Verein finden. „Es geht eben auch um die Jugend, die irgendwie weiterspielen muss.“ Zudem gibt es noch das Regionalliga-Team, das vielleicht ja den Kern eines Zweitliga-Neustarts bilden könnte. „Und dann sind da die Fans, die Helfer, die über so viele Jahre so viel Herzblut, Nähe und Liebe in den Verein gesteckt haben. Es geht eben auch um Menschlichkeit“, sagt Voss-Tecklenburg. „Ich hoffe auf ein Wunder.“

 
 

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