Bajic und die gute Tat

Vor ein paar Monaten schütteten sich viele Menschen gegenseitig Eiswasser über den Kopf, stellten die entsprechenden Filme ins Internet und spendeten Geld – in diesem Fall für die ALS-Stiftung. Durch die „Ice-Bucket-Challenge“ rückte eine heimtückische Krankheit in den Fokus, die weitgehend unbekannt war. Auch viele Duisburger Sportler machten mit – zum Beispiel MSV-Sportdirektor Ivica Grlic. Damals galt wie heute: Die gute Tat ist aller Ehren wert – aber muss es erst beispielsweise einen Internet-Hype geben, damit Menschen sensibel für das Leid anderer werden und helfen?

Es gibt mindestens 365 Anlässe im Jahr, durch tätige Solidarität aktiv zu werden. Branimir Bajic, Vizekapitän des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, hat mit der Gründung der Aktion „Helft Katarina“ nun ein großes Beispiel dafür abgegeben, dass Fußball-Profis eben nicht nur kalte und abgezockte Vertreter ihrer Zunft sind. Diskussionen über Stammplätze in Abwehrketten, Durchschnittsnoten in Ranglisten und Punktabstände zur Spitze relativieren sich, wenn ein Profi wie Bajic einem krebskranken Mädchen helfen will, zu überleben. Die Weihnachtszeit ist eine passende Zeit, Menschen für solche Projekte zu sensibilisieren. Die Hilfe darf indes nicht aufhören, wenn der Alltag die Menschen wieder eingeholt haben wird.

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