Als Ronny Worm nach 14 Sekunden traf

Ronnie Worm (li.) schaut bei Gelegenheit nach wie vor bei seinen Zebras vorbei.
Ronnie Worm (li.) schaut bei Gelegenheit nach wie vor bei seinen Zebras vorbei.
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Ronny Worm kann sich an das schnellste Tor seiner Laufbahn noch sehr gut erinnern: „Der Ball ging nach rechts zu Rudi Seliger. Flanke. Und drin war er.“ Diese Prozedur dauerte gerade einmal 14 Sekunden.

Ronny Worm kann sich an das schnellste Tor seiner Laufbahn noch sehr gut erinnern: „Der Ball ging nach rechts zu Rudi Seliger. Flanke. Und drin war er.“ Diese Prozedur dauerte gerade einmal 14 Sekunden. Vor 40 Jahren, am 12. Oktober 1974, brachte Worm den MSV Duisburg mit seinem Blitztor gegen den Hamburger SV mit 1:0 in Führung und legte damit den Grundstein zum 2:0-Erfolg. Es war damals das schnellste Tor der Fußball-Bundesliga-Geschichte.

In den Ranglisten ist der Treffer mit 14 Sekunden verewigt, die Presse hatte damals noch zwei Sekunden draufgelegt. „Ich habe irgendwann einmal gehört, dass es 13,8 Sekunden gewesen sein sollen. Aber das spielt ja gar keine große Rolle“, so der 61-Jährige.

Worms Rekord hielt elfeinhalb Jahre, ehe Lothar Matthäus im April 1986 für den FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach nach 13 Sekunden traf. Am ersten Spieltag dieser Saison stellte der Leverkusener Karim Bellarabi die neuste Bestmarke auf: Er traf gegen Borussia Dortmund nach neun Sekunden.

Worm nahm den neuen Rekord zur Kenntnis, es war aber kein Anlass für ihn, an seine eigene alte Bestmarke zu denken. „In der Saison 74/75 fallen mir viel mehr schöne Dinge ein, immerhin waren wir damals in Hannover im Pokalfinale dabei“, sagt Worm und fügt hinzu: „Hätte damals der Regen nicht eingesetzt, wären wir Pokalsieger geworden. Eintracht Frankfurt war doch zur Pause platt.“. Doch so rutschte MSV-Torwart Dietmar Linders damals weg, und die Hessen kamen zum 1:0-Sieg.

1979 wechselte Worm zu Eintracht Braunschweig. Die Stadt Heinrichs des Löwen ist seitdem sein Lebensmittelpunkt. Seit über einem Jahr trainiert er die Fußballer des TSV Meine und stieg im Sommer mit seinem Team aus der Kreisliga in die Kreisklasse ab. „Ein Himmelfahrtskommando“, wie er sagt.

Dem MSV ist er weiterhin verbunden. Wenn es passt, besucht er an jedem ersten Mittwoch im Monat den MSV-Stammtisch mit den alten Recken von damals. Und den Zebras drückt Ronny Worm in der 3.Liga kräftig die Daumen. Dann könnte es in der nächsten Saison ein Duisburger Gastspiel in Braunschweig geben – mit Ronny Worm auf der Tribüne.

In diesem Text steht übrigens Ronny und nicht Ronnie Worm. „Das wurde über Jahrzehnte falsch geschrieben“, sagt der ehemalige Torjäger. Kein Problem.

 
 

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