Acht Ausfälle drohen - MSV Duisburg geht am Stock

Abwehrspieler Erik Wille droht das Saisonaus.
Abwehrspieler Erik Wille droht das Saisonaus.
Foto: imago/Thomas Zimmermann NRZ
Den Drittligisten plagen Personalprobleme. Während Pierre De Wit hofft, in der Winterpause wieder angreifen zu können, droht Erik Wille das Saisonaus.

Duisburg. Manchmal tut es weh, die Tatsachen auszusprechen. „Wir haben Probleme“, klagte Gino Lettieri am Mittwoch. Auf die erste Nachfrage ließ der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg durchblicken, dass es sich um Verletzungssorgen handelt. Wer ist betroffen? Lettieri schloss kurz die Augen und es dauerte einige Minuten, bis klar war: Beim Auswärtsspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach (Samstag, 14 Uhr/live in unserem Ticker) drohen den Zebras bis zu acht Ausfälle.

Mittelfeldspieler Tim Albutat ist am Samstag gelbgesperrt. Das gehört zum Geschäft und schmerzt somit nur bedingt. Auch an die beiden Langzeitverletzten hat sich Lettieri bereits gewöhnt. Trotzdem: Einher geht die Sorge, dass Pierre De Wit (Schambeinentzündung) und Erik Wille noch sehr lange ausfallen. Während De Wit hofft, in der Winterpause wieder angreifen zu können, hat sich die Situation für Wille dramatisch verschlechtert, mittlerweile droht dem Abwehrspieler das Saisonaus.

Bislang fehlte er offiziell wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich. Diese Verletzung hatte er sich bereits zweimal im Saisonverlauf zugezogen. Nun liegt eine neue Diagnose vor. „Das hört sich nicht gut an, weil er dann noch sehr lange ausfallen würde. Unsere Mediziner holen gerade eine zweite Meinung ein“, so Lettieri, der nicht weiter ins Detail gehen wollte.

Bangen um Gardawski

Zumindest kurzfristig sieht es auch bei Michael Gardawski nicht gut aus. Sein Einsatz am Samstag ist aufgrund einer Wadenverletzung stark gefährdet. Gardawski fehlte in dieser Woche ebenso beim Training wie auch Torwart Michael Ratajczak. „Rata“ hat Rückenbeschwerden und konnte das Spiel gegen Jahn Regensburg nur mit der Unterstützung von Medikamenten bestreiten. Gino Lettieri ist zuversichtlich, dass der Schlussmann am Samstag am Start ist. So sieht es auch Torwart-Trainer Sven Beuckert. „Wenn er Freitag im Training drei Bälle hält, dann reicht es für das Spiel. Als Torwart verlierst du nicht so viel, wenn du drei Tage mit dem Training aussetzt. Und wenn es nicht geht, steht Marcel Lenz im Tor. Dafür ist er ja da“, ist Beuckert entspannt.

Rückschlag für Aycicek

Im Spiel gegen Regensburg stand Mittelfeldspieler Deniz Aycicek nach mehrmonatiger Abstinenz wieder im Kader. Im Sommer verpasste er verletzungsbedingt beide Trainingslager und verpasste somit auch den Anschluss ans Team. Auf die gute Nachricht vom Wochenende folgte nun eine schlechte. Aycicek liegt wieder auf Eis. Schon am Sonntag musste er bei seinem Einsatz für die U 23 nach der ersten Halbzeit vom Platz.

„Es gab einen Rückschlag, der offenbar mit seiner Verletzung aus der vorigen Saison zusammenhängt“, so Lettieri. In der vergangenen Spielzeit hatte sich Aycicek einen Jochbeinbruch zugezogen. Nun machen sich Spätfolgen bemerkbar. Lettieri: „Seit zwei Wochen hat er wieder Probleme. Er hat jetzt ein geschwollenes Gesicht, hinzu kommen Probleme in der Bauch- und Leistengegend. Das kann alles mit dem Kopf zusammenhängen“, so Lettieri, der hinzufügt: „In diesem Jahr hat es ihn ordentlich erwischt.“

Kapitän Steffen Bohl ist mit seinem Muskelfaserriss voraussichtlich noch für die beiden letzten Spiele im Kalenderjahr außer Gefecht. Diesen Ausfall konnte der MSV in den letzten Spielen noch kompensieren.

Auch Lekesiz angeschlagen

Bei so vielen Ausfällen rückt zwangsläufig ein Mann in den Fokus, den vor allem die Fans immer wieder ins Spiel bringen: Oberliga-Torjäger Gökan Lekesiz. Doch der Stürmer reihte sich in dieser Woche in den Kreis der Angeschlagenen ein und musste mit dem Training aussetzen.

Trainer Gino Lettieri hofft, dass die Mannschaft die letzten beiden Spiele trotz der Probleme erfolgreich bestreiten kann. „Ich hätte gerne ein eingespieltes Team, das Woche für Woche am Ball ist. Da sind Klubs wie Bielefeld und Münster derzeit klar im Vorteil“, klagt der MSV-Coach. So hofft er auf weniger Pech im Jahr 2015.