4372 Starter trotzen Regen zum Auftakt der Duisburger Winterlaufserie

Die Schnellsten über 10.000 Meter: (v.l.) Thomas Tremmel (3.), Andre Pollmächer (1.) und Manuel Meyer (2.)
Die Schnellsten über 10.000 Meter: (v.l.) Thomas Tremmel (3.), Andre Pollmächer (1.) und Manuel Meyer (2.)
Foto: WAZ FotoPool
Am Wochenende begann in Duisburg die Winterlaufserie des ASV. Auch auf der neuen Strecke setzte sich wie schon im Vorjahr der Düsseldorfer Marathon-Profi André Pollmächer beim 10.000-Meter-Lauf der Großen Serie als Sieger durch – diesmal allerdings dicht gefolgt von Manuel Meyer.

Duisburg. Auf dem Parkplatz vor der MSV-Arena herrschte buntes Treiben. Tausende Menschen, zum großen Teil mit ärmellosen Regenponchos bekleidet, liefen mitten im kühlen Nass minutenlang auf der Stelle oder im Kreis herum. Seit Monaten sind die Planungen für die Winterlaufserie beim ASV Duisburg im Gange – denn die Genehmigung durch die Stadt zu bekommen, war ein hartes Stück Arbeit. Doch als es am Samstag dann endlich mit der 29. Ausgabe des Lauf-Dreiteilers losgehen sollte, hieß es für die 2981 Teilnehmer der Großen Serie erst einmal: Warten. Warten auf die Freigabe der ersten Etappe über 10.000 Meter rund um die Regattabahn.

„Wir mussten den Start um zehn Minuten verschieben“, erklärte Erwin Schmitz vom Organisationsteam mit tropfender Nase. Grund für die Verzögerung war aber nicht etwa die neu eingeführte Verteilung der Startunterlagen auf zwei Ausgabe-Stellen, mit welcher der ASV dem gesteigerten Andrang nachkam, der daraus resultierte, dass es diesmal nur ein Startfeld beim Auftaktlauf gab. „Das hat alles reibungslos geklappt“, so Schmitz, „aber viele Teilnehmer standen auf der A 59 im Stau.“

Warteschlange bis ans hintere Ende der Eissporthalle

Zwar kamen die Veranstalter den Nachkömmlingen etwas entgegen. Doch nicht nur wegen der Auswirkungen auf die Straßensperrungen wurmte das Warten die „Plattfüße“ etwas – zumal sie wiederholt um eine zeitige Anreise gebeten hatten. „Mit einem Stau muss man rechnen. Und es ist nicht fair den Leuten gegenüber, die sich hier rechtzeitig eingefunden haben und nun im Regen warten müssen“, so Schmitz. Doch als er dann endlich den Startschuss abgeben konnte, erhellte sich seine Miene ebenso wie die der Läufer in der Warteschlange, die sich bis ans hintere Ende der Eissporthalle reihte.

Fünf Minuten dauerte es, bis auch der Letzte seine Zeitnahme aktiviert hatte. Dabei hatte der ASV den Zugang zum Startbogen bewusst verengt. „Dadurch haben wir das Feld von vornherein entzerrt“, freute sich Felix Brüll, dass der Plan aufging und sich auf der ebenfalls neu gesteckten Strecke keine Ballungen ergaben. Das belegten auch die Bilder der Videokameras, die der ASV-Boss und sein 200 Helfer starkes Team eigens zur Überwachung der Strecke installiert hatten.

Beim Berlin-Marathon für EM-Wettbewerb qualifiziert

Dass sich die Arbeit gelohnt hat, bestätigte auch ein angehender Europameisterschaft-Teilnehmer. André Pollmächer, der sich als schnellster Deutscher beim letzten Berlin-Marathon für den EM-Wettbewerb in der Schweiz qualifiziert hat, nutzte den 10.000-Meter-Lauf an der Wedau als Vorbereitungseinheit. Und wie schon im Vorjahr kam er als Sieger ins Ziel. Mit 31:50 Minuten brauchte der Profi vom Team Rhein Marathon Düsseldorf zwar diesmal 27 Sekunden mehr. „Man muss aber ja nicht immer Vollgas geben. Die neue Strecke war auf jeden Fall schneller“, kam dem 30-Jährigen die Verlegung vom Wald auf die Straße entgegen. „Und wenn jetzt noch wie angekündigt auch die Siegerehrung schnell über die Bühne geht, ist es hier wieder top organsiert“, so Pollmächer, ehe er im nächsten Moment vom als Unterschlupf dienenden Grillstand in den Regen zum Podest eilte.

Rechts neben ihn gesellte sich der amtierende und mit fünf Erfolgen auch Rekord-Seriensieger Manuel Meyer. Betrug sein Rückstand auf Pollmächer im Vorjahr noch über eine Minute, kam der für den TV Wattenscheid startende Coesfelder diesmal nur 16 Sekunden nach dem Sieger als Zweiter ins Ziel. „Zwischenzeitlich hab ich den Anschluss etwas verloren“, so Meyer, „aber auf den letzten Kilometern habe ich mich wieder rangekämpft.“ Da Pollmächer wie auch sein Trainingsschützling Thomas Tremmel, der als Dritter einlief, an den nächsten Etappen nicht teilnehmen werden, hat Meyer beste Chancen, den vierten Gesamtsieg in Folge einzufahren.

Sabrina Krämer ganz vorn dabei

Bei den Frauen ist mit Sabrina Krämer eine Duisburgerin ganz vorn dabei. Die Athletin vom LCD lief mit 39:36 als Zweite hinter Siegerin Angela Minke (38:48, ASC Rosellen/Neuss) ein und freute sich sichtlich: „Platz zwei ist super. Ich bereite mich auf den Marathon in Duisburg vor und wollte unter 40 Minuten bleiben. Das hab ich geschafft.“ Und auch was ihre Zielsetzung für die komplette Serie angeht, liegt sie auf Kurs: „Ich weiß, dass ich Angela nicht einholen kann. Wenn sie weiterhin mitläuft, wäre ich mit Platz zwei sehr zufrieden.“

Zufriedenheit stellte sich am Ende auch durchweg bei den Veranstaltern ein. Inklusive der Teilnehmer an der Kleinen Serie, die Lukas Kagermeier vom Styrumer SV in 16:05 und Sanaa Koubaa (TG Hilden) in 17:06 Minuten gewannen, gingen trotz des widrigen Regenwetters insgesamt 4372 Läufer an den Start. „Das ist, was wir uns vorgestellt haben. Und auch sonst ist alles glatt gelaufen. Unsere Änderungen haben funktioniert“, fand Felix Brüll nur ein Haar in der Suppe: „Die Anreisesituation.“

So bleiben die Planungen beim ASV im Gange. Denn bei der nächsten Etappe wollen Erwin Schmitz und Co. nicht wieder warten müssen . . .