Über die körperlichen Grenzen hinaus

Foto: WAZ

Düsseldorf. Rund 2000 Freizeit- und Elitesportler gehen am morgigen Sonntag im Schatten des Rheinturms an ihre körperlichen Grenzen. Bei der vierten Auflage des Düsseldorfer Triathlons stürzen sich die Athleten zunächst im Becken des Medienhafens in die Fluten, ehe es auf dem Rad über die Rheinkniebrücke und die Oberkasseler Brücke zur letzten Etappe geht: Über 1,9 Kilometer zieht sich die mehrfach zu bewältigende Laufstrecke an der Unteren Rheinwerft und am Landtag vorbei zum Zielleinlauf am Mannesmannufer.

Damit ändert sich die Streckenführung gegenüber den Vorjahren aufgrund des zeitgleich stattfindenden Frankreich-Festes auf der Rheinuferpromenade geringfügig. Doch die Sportliche Leiterin Sonja Oberem ist sich sicher: „Die Strecke hat nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt.“ Dafür empfindet die Triathlon-Europameisterin von 1992 und ’94 den diesjährigen Verlauf als „besonders zuschauerfreundlich.“

Neuer Publikumsrekord

Nachdem die vergangene Ausgabe mit über 40 000 Schaulustigen einen neuen Publikumsrekord aufstellen konnte, hoffen die Veranstalter auch morgen auf eine ähnlich hohe Resonanz. Dabei könnte die französische Parallelveranstaltung für zusätzliches Zuschauerinteresse sorgen. Auch das ansprechende Rahmenprogramm auf der Landtagswiese, mit Messe-Zelt und Live-Musik soll als Publikumsmagnet wirken.

Wer alle Triathleten zu Gesicht bekommen will, muss jedoch ordentlich Ausdauer mitbringen: Bereits um 8 Uhr erfolgt der Start der ersten Gruppe des „Jedermann-Rennens“ über die Sprintdistanz (0,75 km Schwimmen, 19 km Radfahren, 5,7 km Laufen). Um 15.30 Uhr gehen die letzten Athleten über die Olympische Distanz (1,5 / 37,3 / 9,6 km) an den Start.

Ab 9 Uhr greift auch „Stammstarter“ Christian Keller in das Geschehen ein. Der ehemalige Weltklasse-Schwimmer verpasste noch keine Ausgabe des Düsseldorfer Triathlons und nimmt bereits zum vierten Mal über die Sprint-Distanz teil. Die beiden ersten Ausgaben gewann der viermalige Olympia-Teilnehmer; im vergangenen Jahr landete er auf dem dritten Rang. Und ein Platz auf dem Podium ist auch morgen das Minimalziel des 41-Jährigen. „Ich möchte erneut aufs Treppchen“, kündigt Keller an. Unterstützt wird der gebürtige Essener dabei von zahlreichen Freunden und Verwandten.

Auf familiäre Unterstützung verzichten muss hingegen Sophia Saller: Die Eltern der 20-jährigen Triathletin wohnen in der Nähe von London und können ihre Tochter deshalb nicht vom Streckenrand aus anfeuern. Doch dass Saller mit dieser Situation umgehen kann, hat sie erst vor zwei Wochen bewiesen: Bei den Triathlon-Europameisterschaften in Kitzbühel erkämpfte sich die Mathematik-Studentin völlig überraschend den zweiten Platz – sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft.

„Es fühlt sich immer noch an wie ein Traum. Ich bin ohne große Erwartungen an den Start gegangen und habe dann ein wundervolles Wochenende erlebt“, schildert Saller ihren Silbermedaillen-Gewinn. 2012 nahm sie (damals noch als Juniorin) am Düsseldorfer Triathlon teil und belegte den dritten Rang.

 
 

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