Trauer um Düsseldorfer Sport-Legende

Matthias „Matthes“ Mauritz war ein sportlicher Tausendsassa. In der deutschen Fußball-Nationalmannschaft debütierte er noch als 34-Jähriger. Außerdem war er Leichtathlet, Hockey- und Tennisspieler. Bei Fortuna Düsseldorf war er der Spieler mit den meisten Einsätzen für die erste Mannschaft und gehörte 71 Jahre als Mitglied dem Verein an.
Matthias „Matthes“ Mauritz war ein sportlicher Tausendsassa. In der deutschen Fußball-Nationalmannschaft debütierte er noch als 34-Jähriger. Außerdem war er Leichtathlet, Hockey- und Tennisspieler. Bei Fortuna Düsseldorf war er der Spieler mit den meisten Einsätzen für die erste Mannschaft und gehörte 71 Jahre als Mitglied dem Verein an.
Foto: Roland Weihrauch/dpa
„Matthes“ Mauritz ist tot. Der Rekordspieler der Fortuna starb am Montagabend im Alter von 92 Jahren. Seihe Ehefrau Marianne, mit der er 55 Jahre verheiratet war, hatte ihn zuletzt gepflegt.

Düsseldof.  Als sich Matthias Mauritz vor wenigen Tagen für die Glückwünsche zu seinem 92. Geburtstag bedankte, da sprudelte es wieder aus ihm heraus. Wie immer. Ereignisse aus seinem schier endlosen Sportlerleben sprach er an, die er noch niemandem anvertraut hätte; das Zuschaufeln von Bombenkratern, um Fußball spielen zu können, und andere lesenswerte Geschichten wollte er mir erzählen.

Die Redaktion war begeistert, wir wollten uns treffen, „irgendwo gemütlich sitzen und Kaffee trinken“, schlug er vor. Obwohl er seit Jahren Pflegefall war, den seine Frau Marianne mit liebevoller Zuwendung stemmte, kümmerten sich viele Freunde immer noch intensiv darum, dass er nicht ans Haus gefesselt blieb. Matthias Mauritz, den jeder immer nur „Matthes“ nannte, hätte sich – so der Plan – noch einmal in einer sicher wieder umfangreichen Geschichte hier wiedergefunden. Dass nun statt dessen der Nachruf erscheint, tut allen weh, die ihn kannten. Nicht nur bei der Fortuna, mit der ihn die meisten Schlagzeilen verbanden. Deren Zweitliga-Heimspiel gegen Dresden erlebte er noch live mit; der Freitagbesuch war geplant, am Montagabend starb er.

Seine Freunde schätzten seine Herzlichkeit und seinen Humor

In den letzten Tagen sei es ziemlich schnell bergab mit ihrem „Matthes“ gegangen, erzählt seine Ehefrau, mit der er 55 Jahre verheiratet war. Nach einem Sturz zu Hause begann er ein wenig die geistige Orientierung zu verlieren. Das fiel umso mehr auf, als er sich bis dahin eine bewundernswerte Frische bewahrt hatte. Seine Weggefährten und Freunde schätzten seine Gesellschaft, mochten ihn wegen seiner Aufrichtigkeit, gepaart mit Herzlichkeit und Humor. Sie kannten und liebten seine Geschichten, hörten gern zu, wenn er Witze erzählte.

Sie alle wussten, dass solche sportlichen Talente wie Mauritz nur alle Jubeljahre geboren werden. Mit 16 war er mit dem DSC 99 Deutscher Jugendmeister im Hockey geworden, seine erste wahre Leidenschaft wurde Tennis. Vom Titel des Verbandes Niederrhein bis zur Europameisterschaft bei den Senioren lieferte seine lange Laufbahn Höhepunkte ohne Ende. Und ja – der Fußball! Und die Fortuna!

Einsätze in der Olympia-Mannschaft und im A-Team des DFB

Mauritz spielte noch mit Größen aus Fortunas 1933er-Meistermannschaft zusammen und schaffte es sogar noch ins Nationalteam, wo er mit 34 Jahren der älteste Debütant war. Der Einsatz beim A-Länderspiel gegen Polen im Mai 1959 war Sepp Herbergers Dank für Mauritz’ Dienste in der Amateurmannschaft des DFB bei Olympia 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne.

Amateur war Bäckermeister Mauritz geblieben, weil er sonst mit dem Profi-Status an Tennisturnieren und -meisterschaften nicht mehr hätte teilnehmen dürfen. Ja, Tennis war mal Amateursport. Offiziell zumindest. Es war auch so ein Thema, zu dem „Matthes“ Mauritz manche Anekdote erzählen konnte. Sein prall gefülltes Leben gab schon immer mehr als nur eine lesenswerte Geschichte her. Ich hätte gerne nochmal zugehört.

>>REKORDSPIELER DER FORTUNA

Mit 760 Einätzen ist „Matthes“ Mauritz Rekordspieler der Fortuna, stand mit Größen wie Toni Turek, Jupp Derwall, Hänschen Müller und Kalli Hoffmann im Team. Mauritz wurde ausgezeichnet mit allen Ehrungen, die der Verein zu vergeben hat.

 
 

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