Touchdown in Düsseldorf?

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Die nordamerikanische Profi-Liga NFL will ab 2017 einige reguläre Liga-Partien nach Deutschland verlegen. Sportagentur-Chef Martin Ammermann steht bereits im Kontakt zur Europazentrale in London.

Düsseldorf. Es ist eine Nachricht, die nicht nur die Herzen von Düsseldorfer Football-Fans höher schlagen lassen dürfte: Die amerikanische Profi-Liga NFL erwägt ab 2017, einige reguläre Partien der stärksten Liga der Welt nach Deutschland zu vergeben. Unter den anvisierten Standorten ist neben der einstigen Football-Hochburg Frankfurt auch die Landeshauptstadt. „Die Pläne sind die uns bekannt“, sagt Martin Ammermann, Geschäftsführer von Düsseldorf Congress Sport & Event, im Gespräch mit der NRZ. „Wir haben grundsätzlich Kontakt zur Europazentrale der NFL in London und werden bald in konkrete Gespräche einsteigen!“

Große Euphorie durch Vollmer

Spätestens als Sebastian Vollmer Anfang Februar im 49. Super Bowl Sportgeschichte schrieb und als erster Deutscher das Endspiel der NFL mit seinen New England Patriots über Titelverteidiger Seattle Seahawks gewinnen konnte, zeigte sich auch in Deutschland einmal mehr die Begeisterung für den Sport. Rund 1,6 Millionen Zuschauer fieberten bis in die frühen Morgenstunden an den TV-Bildschirmen mit dem 30-Jährigen, der im Alter von 14 Jahren bei den Düsseldorfer Panthern mit dem Footballspielen begann. Als ältester Footballverein Europas halten die Panther seit 1978 in der Landeshauptstadt die Flagge hoch und feierten bereits sechs Deutsche Meisterschaften.

Die Expansionspläne der National Football League (NFL) sind indes nicht neu. Bereits der verstorbene Oberbürgermeister Joachim Erwin scheiterte mit den ehemaligen Verantwortlichen von Rhein Fire am Vorhaben, ein NFL-Spiel in die Landeshauptstadt zu lotsen. 13 Jahre lang lockte Rhein Fire in der World League und der späteren NFL Europe im Schnitt bis zu 35 000 Fans pro Saison in die Stockumer Arena.

Doch vor der 17. Saison des europäischen NFL-Ablegers drehten die Klubbosse in Übersee den Geldhahn zu. Über eine halbe Milliarde US-Dollar ließen sich die 32 NFL-Teambesitzer die Europa-Liga kosten, die am Ende rund 30 Millionen US-Dollar Verlust pro Saison schrieb. Die Expansionspläne verschwanden erst einmal wieder in der Schublade.

Gleiches galt für die geplante Hallenvariante mit der Arena-Football-Liga XFL-A, die Anfang September 2010 kurzzeitig im Raum statt. Aus der geplanten Sechser-Liga mit den Standorten Frankfurt, Köln, Hannover, Berlin, Hamburg und Düsseldorf mit dem Rather Dome als Austragungsstätte wurde nichts. Nach dem Aus für die Europa-Liga konzentrierte sich die NFL auf London.

Im Wembley-Stadion werden auch in der kommenden Saison drei NFL-Partien ausgetragen. Mit Deutschland soll ab 2017 nun ein weiterer Standort hinzukommen. Mark Waller, zuständiger Vize-Präsident der NFL, nannte in diesem Zusammenhang Frankfurt und Düsseldorf als heißeste Kandidaten. Und stieß damit bei den Verantwortlichen der Stadt natürlich auf offene Ohren. „Wir haben großes Interesse daran, so ein Spiel bei uns in der Arena auszutragen“, betonte Martin Ammermann. „Düsseldorf ist der beste Ort für Football in Deutschland. Das hat Rhein Fire in der Tradition der NFL Europe bewiesen. Im Gegensatz zu anderen Standorten könnten wir auch im Winter bei geschlossenem Dach und beheiztem Innenraum spielen.“

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