Ohne Pinto gerät Fortuna aus den Fugen

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Der Routinier ist das Herzstück des Mittelfelds. Das zeigt die Halbjahresbilanz. Gewinner sind die Talente Avevor und Gartner, während es für Lambertz schwer wird, noch einmal ins Team zu kommen.

Düsseldorf. Fortuna war in der zweiten Fußball-Bundesliga auf einem guten Weg, hatte neun Mal in Folge nicht verloren, als Sergio Pinto einen Kieferbruch erlitt und pausieren musste. Prompt geriet die Mannschaft aus dem Tritt und aus der Erfolgsspur und blieb gegen Fürth (3:3), Aalen (0:2) und Sandhausen (1:3), wo er erst in der Schlussphase eingewechselt wurde, sieglos. Den einen oder anderen mag es überrascht haben, dass die Mannschaft derart abhängig von dem 34 Jahre alten Routinier ist, nicht aber Helmut Schulte. Der Manager hatte bei der Verpflichtung angekündigt: „Pinto ist ein altes Schlachtross, das mit allen Wassern des Profifußballs gewaschen ist und unserem Spiel Durchsetzungsfähigkeit und Strategie geben wird.“

Kreativspieler und Ideengeber

Das war aber nicht die einzige Erkenntnis, die das Halbjahr brachte. Es wurde auch deutlich, dass es um die spielerischen Qualitäten der Mannschaft nicht allzu gut bestellt ist, wenn Michael Liendl ausfällt oder in ein Formtief gerät. Das war im Herbst der Fall. Der Österreicher, der als Kreativspieler und Ideengeber geglänzt hatte, tauchte völlig ab. Ihm gelangen die einfachsten Dinge nicht, so dass die Stürmer vergebens auf sein zuvor präzises Zuspiel warteten.

Im defensiven Mittelfeld haben sich die Nachwuchskräfte Christian Gartner und Christopher Avevor nachhaltig empfohlen. Hingegen kamen die beiden WM-Fahrer Ben Halloran und Mathis Bolly erst mit Verspätung auf Touren. Turbo-Sprinter Bolly wurde wie so oft von muskulären Problemen gestoppt.

Drei langjährige Fortunen haben ein schweres Halbjahr hinter sich. Oliver Fink schuftete nach seinem Kreuzbandriss in der Reha und hofft in diesem Jahr wieder den Anschluss zu finden und ins Team zurückzukehren. Axel Bellinghausen, dem man den Willen wahrlich nicht absprechen kann, konnte nicht an früher gezeigte Leistungen anknüpfen. Vor allem in den Begegnungen, in denen er wegen der Verletzten Heinrich Schmidtgal und Lukas Schmitz als linker Verteidiger eingesetzt wurde, sah er alles andere als gut aus und musste einige Gegentore auf seine Kappe nehmen.

Noch schlechter war das Halbjahr für Andreas Lambertz. Nachdem er in der vergangenen Saison seinen Stammplatz verloren hatte, musste er auch die Kapitänsbinde abgeben. So kämpfte er mehr mit Verletzungen als mit Gegnern. Nur zweimal stand er in der Startelf. Ob er noch einmal Anschluss findet?

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