Nymeria triumphierte

Bei dem Namen Nymeria könnten die Fans der Fernsehserie „Game of Thrones“ leicht auf den Gedanken kommen, die „Herren von Winterfell“ hätten sich am vergangenen Samstag auf der Grafenberger Rennbahn getroffen und zugegen wäre der Schattenwolf Nymeria von Arya Stark gewesen. Die gleichnamige dreijährige Vollblüterin von Albrecht Woeste und seiner Besitzergemeinschaft „Stall Grafenberg“ hat nicht die gelben Augen des Schattenwolfes, aber dafür ganz schnelle Beine, wie sie im mit 25 000 Euro dotierten „BMW Preis Düsseldorf“ unter Beweis stellte. Damit ist zumindest in der Galopperwelt die Stute in Sachen Popularität aus dem Schatten des Wolfes getreten und könnte jetzt eine märchenhafte Geschichte für den Vizepräsidenten des Düsseldorfer Rennvereins schreiben.

Der 79-Jährige ist seit seiner Kindheit eng mit der Düsseldorfer Rennbahn und den Vollblütern verbunden und hat gute Chancen, sich mit Nymeria am 2. August in die Geschichtsbücher des Galopprennsports zu verewigen. Vor den Augen des Trägers des Großen Bundesverdienstkreuzes und weiteren 11 000 Zuschauern lieferte sich Nymeria einen spannenden Zweikampf mit der Kontrahentin Auenlee, im Besitz von Peter Michael Endres, dem Präsidenten des Düsseldorfer Rennvereins. Beide Jockeys verhielten sich dabei vorbildlich und packten nicht die Brechstange aus. Knapp lag am Ende die Woeste-Stute vorn und gilt nun als Favoritin an gleicher Stelle für das mit 500 000 Euro dotierte „Deutsche Stuten Derby“ im August. Schon jetzt zählt Nymeria zur Elite ihres Jahrgangs, aber der 68 000 Euro teure Ankauf bei einer Jährlingsauktion könnte nun den Thron für die beste deutsche Stute besteigen.

Beim knappen Ende der Generalprobe im „BMW Preis Düsseldorf“ behält sich Auenlee ebenso diese Option offen, doch zählt zuerst das Ergebnis des Tages. So herrschte großer Jubel bei der Besitzergemeinschaft „Stall Grafenberg“, als Nymeria ihre Qualitäten mit Jockey Alexander Pietsch in dem Listenrennen über 2100 Meter eindrucksvoll offenbarte.

Nachträgliches Geburtstagsgeschenk

Der Jockey hatte in der vergangenen Woche gerade seinen 43. Geburtstag gefeiert und sein schönstes Geschenk nachträglich „klar gemacht“. Dazu siegte der Reiter im Rahmenprogramm mit Rock Academy und Lindblad, der wie Nymeria von Waldemar Hickst in Köln trainiert wird.

Jubeln konnte auch der Grafenberger Trainer Sascha Smrczek, der in Frankreich wieder einen lukrativen Sieg mit Windsea feiern konnte. Der fünfjährige Hengst gewann locker dem mit 52 000 Euro dotierten „Prix de l’Artois“ in Compiègne. Auf der Heimatbahn reichte es für Smrczek nicht zu einem Sieg, aber seine acht Starter sammelten fleißig Platzgelder. Compact Street, Bombelli und Dame Plume kamen auf den Ehrenrang, während Saturday noch einen dritten Platz beisteuerte. Die Nummer Eins der deutschen Trainer im Ausland war mit der Bilanz nicht unzufrieden: „ Es kann nur einer gewinnen und wir waren dicht dabei. Da spielt auch das Quäntchen Glück eine Rolle. Von Dance WithMe und Stradivari bin ich enttäuscht, denn da waren die Trainingsleistungen nicht zu sehen.“

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