Leidenschaftliche Fortuna reißt mit

Fortunas Powerfußball begeisterte die Fans.
Fortunas Powerfußball begeisterte die Fans.
Foto: Christof Koepsel/Getty
25 Minuten voller Leidenschaft und Härte im Spiel gegen Hannover 96 begeisterten sowohl die Düsseldorfer Fans als auch die Akteure auf dem Feld.

Düsseldorf.  Nach der Halbzeitpause konnten sich die gut 28 000 angereisten Fans am vergangenen Freitag über Zweitliga-Fußball freuen, den Fortuna Düsseldorfs Chefcoach Friedhelm Funkel seiner Mannschaft eigentlich ausgetrieben hatte. Bisher zeichneten sich die Rheinländer vor allem durch eine kompakte Defensive aus. Hinten stand man sicher und wenn sich die Gelegenheit bot, setzte man Nadelstiche nach vorne.

Doch gegen Hannover 96 zeigten die Fortunen in der zweiten Halbzeit Heavy-Metal-Fußball in Reinform. Nachdem sich das Team aus der häufig wackeligen Deckung begeben hatte, agierte man mit offenem Visier und so entstand auf beiden Seiten eine Torchance nach der anderen. Erst als der Platzverweis gegen Felipe die Niedersachsen in die Verteidigung zwang und auch Fortuna langsam die Kraft ausging, verlor die Begegnung wieder an Geschwindigkeit.

Robin Bormuth freut sich über seinen Treffer

Die 25 Minuten Vollgas-Fußball gefielen nicht nur dem geneigten Zuschauer. Genauso schwärmten viele Athleten nach der Partie. „Wir haben gesehen, dass der Gegner schlagbar war und haben nochmal alles reingeworfen“, erklärte Torhüter Michael Rensing: „Dann sah das Spiel toll aus und hat richtig Bock gemacht.“ Ähnlich begeistert zeigte sich Robin Bormuth, der für den angeschlagenen Kapitän Oliver Fink nach 45 Minuten eingewechselt wurde: „Die zweite Halbzeit hat riesig Spaß gemacht. Nachdem klar war, dass noch was geht, haben uns vor allem die Fans richtig gepusht.“

Für den 21-Jährigen war sein Treffer zum 2:2-Endstand der krönende Abschluss einer turbulenten Phase. „Es war mal was Neues, ein Tor zu schießen“, bestätigte Bormuth lächelnd: „Ich bin nur froh, dass Axel Bellinghausen den Ball so hart reingespielt hat, da hatte ich keine Zeit zu überlegen und musste einfach den Fuß reinstellen.“

Neun gelbe Karten im Duell mit Hannover

Die Partie zeichnete sich jedoch nicht nur durch Torchancen aus. Schiedsrichter Robert Kempten verteilte insgesamt neun gelbe Karten. In der 2. Fußball-Bundesliga werden durchschnittlich gerade mal vier Spieler pro Partie verwarnt. Doch Marcel Sobottka fand am aggressiven Spielstil sogar gefallen: „Es war von Anfang an klar, dass der Gegner so reingehen würde. Ich bin sowieso nicht der filigranste, deswegen hat es mir Spaß gemacht, sich öfter in den Zweikampf zu werfen.“ Friedhelm Funkel verteidigte beide Mannschaften und machte den Unparteiischen für die zahlreichen Sanktionen auf dem Feld verantwortlich: „Das war absolut gesunde Härte und wenn dieses Spiel auf europäischer Ebene abgelaufen wäre, hätte es wahrscheinlich nur eine gelbe Karte gegeben. Das ist kein Vorwurf an den Schiri, aber das ein oder andere Mal hätte er auch bei Hannover die Karte stecken lassen können“, argumentierte Funkel.

 
 

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