Jonathan Tah zittert noch um seine Zukunft

Hinter und vor Jonathan Tah liegen nervenaufreibende Tage, an denen der 19-Jährige zur Untätigkeit verdammt ist. Am Samstag fieberte der vom Hamburger SV an die Fortuna ausgeliehene Innenverteidiger noch vor dem Fernseher mit seinem Heimatverein im Bundesliga-Endspurt. Der abstiegsgefährdete HSV rettete sich immerhin noch in die Relegation, wo er auf den Zweitliga-Dritten Karlsruher SC trifft. „Es war spannend, aber ich freue mich, dass es für den HSV noch so gut gelaufen ist. Jetzt müssen wir in der Relegation noch einmal zittern“, sagte Tah im Gespräch mit der NRZ. Für ihn heißt es derweil Abschied nehmen von der Landeshauptstadt. „Moin, moin Hamburg, tschüß Düsseldorf“ – nach 266 Tagen am Rhein kehrt er wieder in seine (sportliche) Heimat zurück.

In welcher Liga er künftig spielen wird, hängt ganz davon ab, wie sich die Hamburger Teamkollegen in der Relegation schlagen. Sollte der Bundesliga-Dino scheitern, winkt immerhin ein Wiedersehen mit den Düsseldorfer Kollegen. Vorausgesetzt, Tah widersteht dem Werben zahlreicher Klubs. So hat beispielsweise Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach das größte deutsche Talent auf der Innenverteidiger-Position ins Visier genommen.

„Natürlich freut man sich über so eine Rückmeldung“, sagt Tah nicht ohne Stolz, „aber Hamburg ist meine Familie. Es verbindet mich weitaus mehr mit Hamburg, als mit Mönchengladbach. Es war von Anfang an klar, dass ich nach Hamburg zurückkehren werde. Ich spiele Fußball nicht für Geld, sondern aus Leidenschaft!“

Auch bei seinem Abschied in Düsseldorf war Tah zur Untätigkeit gezwungen. Eine hartnäckige Zerrung setzt ihn seit drei Spieltagen außer Gefecht. Die Fortuna-Kollegen wähnten den Junioren-Nationalspieler sogar schon wieder in der Heimat. „Mensch ‘Jona’, was machst du denn hier? Ich dachte du wärst schon wieder in Hamburg“, fiel ihm Andreas Lambertz freudestrahlend vor der Frankfurt-Partie im Spielertunnel der Arena um den Hals.

Tah hat mit seiner für sein Alter erstaunlich abgeklärten Art nicht nur in Düsseldorf Eindruck hinterlassen. Für die meisten Experten ist es nur eine Frage der Zeit, wann er in der A-Nationalelf debütiert. Und auch abseits des Rasens ist der sympathische 19-Jährige erstaunlich bodenständig und auch menschlich ein herber Verlust für den Verein.

„Ich habe bei der Fortuna viele Freunde gefunden. Obwohl es nur eine Saison war, sind mir die Jungs sehr ans Herz gewachsen. Christopher Avevor habe ich schon nach Hamburg eingeladen“, so Tah, der sich aber auch darauf freut, „endlich wieder Hamburger Luft zu schnuppern“.

Düsseldorf war für ihn eine Herausforderung. Sportlich, aber auch privat, da er erstmals in einer fremden Stadt auf eigenen Füßen stand. „Das gehört zum Fußballerleben nun einmal dazu. Ich habe mich in Düsseldorf weiterentwickelt und bereue den Schritt auf keinen Fall. Klar hätten manche Situationen anders laufen können und meine Leistung in der Rückrunde war nicht gut“, so Tah, dessen (Fußball-)Talent im Alter von drei Jahren von seiner Kindergärtnerin entdeckt wurde, der Schwester eines HSV-Jugendtrainers. Tah freut sich auf ein Wiedersehen mit der Fortuna. „Nur bitte nicht in der zweiten Liga!“

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