Euphorisierte DEG läuft ins offene Messer

Foto: Birgit Häfner
Die Mannschaft von Cheftrainer Christof Kreutzer schenkte vor der Rekord-Saisonkulisse im zweiten Halbfinalduell eine 2:0-Führung her und gab den Heimvorteil wieder aus der Hand

Düsseldorf.. Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften – diese sporttypische Redensart warfen die DEG-Eishockeycracks gestern Abend jedoch zwischenzeitlich über Bord und verloren ein rasantes Duell nach einer 2:0-Führung im Harakiri-Stil noch mit 2:5 (0:0, 2:4, 0:1) gegen den ERC Ingolstadt. Damit gaben die Rot-Gelben vor der Rekord-Saisonkulisse im Rather Dome von 12 373 Zuschauern auch den am Freitag herausgespielten Heimvorteil nach dem 2:1-Verlängerungserfolg wieder her. „Nach dem 2:0 haben die Jungs zu euphorisiert gespielt und wollten vielleicht zu viel auf einmal. Das hat Ingolstadt eiskalt ausgenutzt“, kritisierte auch Cheftrainer Christof Kreutzer.

Im ersten Durchgang standen auf beiden Seiten noch die Torhüter im Mittelpunkt des Geschehens. Die erste Chance hatten dabei die Rot-Gelben. Der ERC-Keeper war nach 2:52 Spielminuten bereits geschlagen. DEG-Stürmer Michael Davies riss bereits jubelnd die Arme gen Hallendach. Doch nach Videostudium entschieden die Schiedsrichter, dass der Puck die Linie nicht vollständig überschritten hatte, als ein Ingolstädter die Scheibe in allerletzter Sekunde aus der Gefahrenzone drosch. In der Folge klärten sowohl Pielmeier als auch Beskorowany je zwei Alleingänge und wurden zur unüberwindbaren Mauer.

Im zweiten Durchgang wurde dann jedoch der Torreigen eröffnet. Hatten die Gäste beim Schuss von DEG-Stürmer Kris Sparre Dank des Torgestänges noch Glück, erreichte die Stimmung in der 25. Spielminute ihren ersten Höhepunkt. An der eigenen Blauen Linie nahm sich Alexander Preibisch ein Herz, sprintete allen auf und davon und vollendete seinen Alleingang zum 1:0 mit einem Schuss links oben in den Winkel. „Hey, hier kommt Alex! Vorhang auf - für seine Horrorschau“, hallte es durch die Lautsprecher. Als Thomas Dolak keine drei Zeigerumdrehungen später gar das 2:0 nachlegte, verwandelte sich der Rather Dome endgültig in ein Tollhaus.

Im Anschluss drängten die DEG-Spieler jedoch zu sehr auf das nächste Tor, anstatt sich wie am Freitag beim 2:1-Erfolg gegen die offensivstarken Ingolstädter in allererster Linie auf die Defensive zu konzentrieren und auf gelegentliche Konter zu setzen. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Die Freude ob der Führung währte gerade einmal 26 Sekunden, da wurde DEG-Schreck Thomas Greilinger mittig vor dem Gehäuse sträflich freigelassen und ließ sich per Handgelenksschuss nicht zweimal bitten. Weitere drei Minuten später netzte Petr Taticek zum Ausgleich ein.Und nur 90 Sekunden danach hatten die Donau-Panther das Spiel vollends gekippt. Bei einem weiteren 2-1-Konter erhöhte John Laliberte auf 3:2 – der Genickbruch für die DEG.

Doch es kam noch bitterer. Kurz vor der zweiten Pause leistete sich ausgerechnet der gebürtige Ingolstädter Stephan Daschner im eigenen Drittel unbedrängt einen schlimmen Aussetzer. Anstatt den Puck zum Mitspieler zu schieben oder aus dem Drittel zu schießen, legte der 26-Jährige den Puck direkt in den Lauf von Laliberte und der nahm das Gastgeschenk sieben Sekunden vor der Sirene dankend an – 2:4.

Nach den Verzögerungen vor dem Schlussdurchgang (siehe unten) drückte die DEG auf den Anschluss und gleich in der 41. Spielminute bot sich die große Chance, doch Verteidiger Bernhard Ebner scheiterte am linken Pfosten. Am Ende stoppten dann zwei Strafzeiten die Aufholjagd. Stattdessen netzten die Gäste ins leere Tor zum Endstand ein.

„Wir haben ein junges Team, das die ganze Saison aus Fehlern gelernt hat. Hoffentlich funktioniert das auch dieses Mal. Noch ist nichts verloren. Jetzt ist es eine Best-of-Five-Serie. Wir bleiben positiv“, betont Kapitän Daniel Kreutzer

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