Die Deutsche Eishockey-Liga wandelt auf den Spuren der NHL

DEG-Stürmer Andreas Martinsen (in rot) hat bald mehr offensive Freiheit.
DEG-Stürmer Andreas Martinsen (in rot) hat bald mehr offensive Freiheit.
Foto: WAZ
Drei Regeländerungen kommen auf die Eishockeyspieler zur kommenden Spielzeit zu. Eine weitere könnte zur Saison 2015/16 folgen. So dürfen sich die Fans vermutlich auf Torfestivals freuen. Walter Köberle, Sportlicher Leiter der DEG, warnt jedoch auch vor möglichen Gefahren.

Düüseldorf.. Es vergeht fast kein Pucksport-Sommer ohne Regeländerungen. So auch in diesem Jahr. Gleich drei an der Zahl beschloss die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) bei ihrem jährlichen Kongress in Minsk für die kommenden Jahre bis 2018. Und die Deutsche Eishockey-Liga übernimmt diese mit sofortiger Wirkung, wie DEL-Sprecher Matthias Schumann auf NRZ-Anfrage bestätigte.

Doch worauf dürfen sich somit auch die DEG-Fans einstellen? Ab der kommenden Saison sind keine Spin-o-rama-Moves bei Penaltys mehr erlaubt – während des Spiels und auch im Shootout. Dies bedeutet, dass dabei keine Aktionen mehr erlaubt sind, bei denen der Spieler sich um 360 Grad dreht. Sollte ein Akteur nach einer solchen Bewegung im Penaltyschießen ein Tor erzielen, zählt dieses nicht. Dabei sind solche Szenen eigentlich ein Augenschmaus für die Fans der schnellsten Mannschaftssportart der Welt.

Hybrid-Icing wie in der NHL

Außerdem wird ab der kommenden Saison mit dem bereits in der vergangenen Spielzeit erstmals und sehr erfolgreich in der National Hockey League (NHL) in Nordamerika ausgeübten Hybrid-Icing gespielt werden. Bislang wurde in der DEL nach dem No-Touch-Icing oder auch Automatic-Icing gepfiffen, bei dem die Spieler der verteidigenden Mannschaft nicht zum Puck müssen, sondern die Partie sofort unterbrochen wird, wenn ein Pass über drei Linien gespielt wurde. Und ein Bully im Verteidigungsdrittel des angreifenden Teams nach sich zog.

Beim Hybrid-Icing wird nun gewertet, welcher Spieler den Puck als Erster erreichen wird – gemessen an einer virtuellen Linie zwischen den beiden Bullypunkten. Sollte dies der Angreifer sein, läuft die Partie weiter. „Es war ja ohnehin immer so eine Sache, ob ein Pfiff erfolgte oder nicht. Generell sehe ich es daher positiv, da der Spielfluss nicht unterbrochen wird“, betont Walter Köberle, Sportlicher Leiter der DEG. Allerdings gibt der Bronzemedaillengewinner von 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck auch zu bedenken, dass diese Regeländerung eine Gefahr bergen könnte: „Inwieweit es für die Stürmer dann eventuell mit Checks in die Bande gefährlich wird, müssen wir abwarten.“

Doch damit nicht genug, auf die Angreifer kommt noch mehr zu: Die offensive Zone wird um je eineinhalb Meter zur Mittellinie hin vergrößert, ohne dass dabei die gesamte Eisfläche von 61 Metern in der Länge und 30 Metern in der Breite größer sein darf. Damit wird die neutrale Zone zukünftig kürzer und schneller zu überwinden sein. „Das ist natürlich ein riesiger Vorteil, besonders im Powerplay. Es wird für die Verteidiger extrem schwer werden, die Zone zu verteidigen“, betont Walter Köberle.

Ausrüstung der Torhüter wird eingeschränkt

Ab der übernächsten Saison könnte dann auch den Torhütern eine Neuerung blühen – ihre Ausrüstung soll eingeschränkt werden. Genaueres hierzu, insbesondere was die Fanghandschuhe der Torhüter betrifft, muss aber noch geklärt werden.

„Die IIHF hat das in Überarbeitung, beschlossen ist aber noch nichts. Die Änderung kommt frühestens zur Saison 2015/16“, betont DEL-Sprecher Matthias Schumann. Walter Köberle würde dies durchaus begrüßen: „Das Tor hat sich seit 1976 nicht vergrößert, die durch die Torhüter und ihre Ausrüstung verdeckte Fläche hingegen schon. Ich könnte mir vorstellen, das die Schoner und die Fanghand verkleinert werden. Auch damit würde man die Trefferquote erhöhen können. Und das ist schließlich der Sinn hinter den Änderungen.“ Die Fans dürfen sich somit wohl auf zahlreiche Torfestivals in der am 12. September startenden Saison freuen.

 
 

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