Der erste Titel nach 110 Jahren

Genau 110 Jahre alt musste der Düsseldorfer Hockey-Club werden, um erstmals mit einer Damenmannschaft in ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zu kommen. Doch die von Nicolai Sussenburger trainierte Mannschaft setzte am Wochenende in der Max-Schmeling-Halle von Berlin noch einen drauf und holte sich durch einen 4:1 (1:0)-Erfolg gegen Uhlenhorst Mülheim den Hallenhockey-Titel. Nach vielen Meisterschaften im Jugendbereich gelang damit endlich auch der erste Titel bei den Erwachsenen.

Druckvoller DHC

Im Halbfinale bezwangen die Düsseldorferinnen den Favoriten und bis gestern amtierenden Deutschen Hallenmeister UHC Hamburg am Ende klar mit 7:4 (3:1). „Wir hatten uns vorgenommen, sofort Druck zu machen, und das ist uns auch gelungen“, erklärte Sabine Markert, die zweifache Torschützin.

In der zehnten Minute brachte Tessa Schubert den DHC mit 1:0 in Führung. Markert legte vier Minuten später mit ihrem ersten Eckentreffer zum 2:0 nach. Bereits drei Minuten später schaffte Selin Oruz das 3:0.

Bis zu diesem Zeitpunkt war vom Favoriten mit seinen acht Nationalspielerinnen nicht viel zu sehen. Erst zehn Minuten vor der Pause kam der UHC zu seinem ersten Torerfolg.

Nach dem Seitenwechsel begannen die Oberkasselerinnen wieder stark und Markert verwandelte auch die zweite Strafecke zum 4:1 (33). Hamburg wurde nun stärker und kam auf 3:4 heran.

Die Minuten 51, 53 und 55 brachten dann jedoch die Entscheidung, als die Oberkasselerinnen durch die Tore von Luisa Steindor mit der dritten Strafecke, Annika Sprink und Selin Oruz auf 7:3 davonzogen.

„Wir haben sehr gut gespielt, aber der UHC hatte auch nicht seinen besten Tag erwischt“, analysierte Sabine Markert.

Gegner im Endspiel war dann West-Vizemeister Uhlenhorst Mülheim, der den HTHC Hamburg im Siebenmeterschießen geschlagen hatte. Nach dem klaren 8:1-Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen Mülheim ging der DHC als Favorit ins Spiel. Sussenburger sah das nicht so: „Das wird ein ganz anderes Spiel, und die Chancen stehen 50:50.“

Das war aber übertriebene Zurückhaltung, denn besonders in den zweiten 18 Minuten entfachten die Düsseldorferinnen einen fulminanten Angriffswirbel. Da sich zudem Torfrau Nathalie Kubalski, wie bereits im Halbfinale, in Glanzform präsentierte, nahm das Geschehen seinen Lauf.

Luisa Steindor und Elisa Gräve brachten den DHC 2:0 in Front, ehe Melanie Terber 20 Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer besorgte. Doch die Kraft ließ nun bei den „Uhlen“ nach, und Greta Gerke ließ den DHC-Anhang, der zahlreich und lautstark vertreten war, mit dem 3:1 (42.) jubeln. In der 44. Minute fiel die endgültige Entscheidung, als Markert eine Strafecke zum 4:1-Endstand verwandelte.

DHC-Trainer Sussenburger war natürlich glücklich über den Erfolg seiner Mädels, konnte sich aber eine kleine Kritik nicht verkneifen: „Wir haben heute nicht die Leistung aus dem Halbfinale gebracht und waren besonders in den ersten Minuten sehr nervös.“

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