Am Rande einer Niederlage

Die bisher so stabile Tischtenniswelt der Borussia geriet heftig ins Wanken, und einmal fiel sie sogar. 20-mal hintereinander hatte die Düsseldorfer zuvor gewonnen und fuhren mit viel Optimismus zum amtierenden Champions-League-Sieger nach Pontoise. Dort aber lief es nicht rund. Mit 1:3 kassierten die Borussen die erste Saisonniederlage und haben im Rückspiel (23. Januar, 19 Uhr) jede Menge Arbeit vor sich, wenn das Halbfinale noch erreicht werden soll.

Durch den hart erkämpften 3:2-Sieg im Spiel der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) bei Werder Bremen sorgte das Team von Borussia-Chefcoach Danny Heister dafür, dass es nicht zu einem vollends verkorksten Wochenende wurde. So konnte der deutsche Rekordmeister immerhin in der deutschen Eliteklasse seine weiße Weste behalten.

„Das war ein wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen. Wir haben eine fast sichere Niederlage noch drehen können“, sagte der Cheftrainer. Jedenfalls bewiesen die Borussen, dass sie bis zum letzten Punkt an sich glauben.

In Bremen verzichtete die Borussia auch im Hinblick auf das Champions-League-Viertelfinalrückspiel auf den angeschlagenen Timo Boll (Weltrangliste 9). Dafür kehrte nach viermonatiger Verletzungspause Nationalspieler Patrick Franziska (44) an den Tisch zurück. Er bewegte sich als wäre das Syndesmoseband an seinem linken Fuß nie gerissen gewesen, doch die fehlende Wettkampfpraxis war dem 22-Jährigen noch anzumerken.

Fehlender Rhythmus

Gegen Constantin Cioti (139) fand der Borusse nicht in den Rhythmus, spielte zu wechselhaft, kämpfte sich zwar in den fünften und entscheidenden Satz, hatte da aber nichts mehr zuzusetzen. „Er hat sich noch nicht alles getraut, was er im Training bereits wieder spielt. Die Vorhand kam noch nicht so, wie man es von ihm erwartet“, analysierte Heister. Franziskas Niederlage brachte die Bremer mit 2:1 in Führung, denn zuvor hatte Sharat Kamal Achanta (50) gegen Nationalspieler Bastian Steger (28) den Kürzeren gezogen und Panagiotis Gionis (21) Adrian Crisan (29) bezwungen.

So lastete auf Gionis’ Schultern die Verantwortung, Borussia in der Hansestadt im Spiel zu halten. Mental keine leichte Aufgabe, leitete der Grieche doch in Pontoise mit seinem 1:3-Misserfolg gegen Marcos Freitas die Niederlage ein. Und auch gegen Steger hatte Düsseldorfs Abwehr-Ass zunächst jede Menge Probleme. Scheinbar aussichtslos lag Gionis mit 0:2 zurück, doch sein Siegeswillen war ungebrochen.

Es gelang ihm, was nicht immer gelingt. Er fand über den Kampf zurück ins Spiel, wurde immer stärker und hatte in entscheidenden Phasen das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Gionis fightete Steger in einer teilweise mitreißenden Partie nieder und eröffnete so die Chance zum Gesamtsieg.

Den ließ sich ein ebenfalls kampfstarker Achanta gegen eine durchschnittlichen Crisan nicht mehr aus der Hand nehmen. „Ohne Timo ist der Sieg in Bremen ein Riesenerfolg. Die Art und Weise lässt mich auch für das Champions-League-Rückspiel hoffen. Das war jedenfalls das beste Training für Freitag“, meinte Heister.

Die Spiele in der Übersicht: Bastian Steger – Sharat Kamal Achanta 3:1 (9:11, 11:8, 11:8, 11:8); Adrian Crisan – Panagiotis Gionis 0:3 (9:11, 7:11, 4:11); Constantin Cioti – Patrick Franziska 3:2 (10:12, 11:5, 11:7, 7:11, 11:5); Steger – Gionis 2:3 (11:7, 11:4, 10:12, 13:15, 6:11); Crisan – Achanta 1:3 (8:11, 12:10, 2:11, 9:11)

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