Veranstalter Marcus Hoselmann im Interview

Am Sonntag fällt der Startschuss zum 29. Dortmunder Citylauf durch die Innenstadt. Vom Friedensplatz aus gehts auf die 1,25 Kilometer lange Runde vorbei an der Reinoldikirche und dem Hansaplatz. Tobias Jöhren sprach mit dem Veranstalter und LG Olympia-Trainer Marcus Hoselmann über die letzten Vorbereitungen, diesjährige Neuheiten und über den Trendsport Laufen.

Dortmund.. Am Sonntag geht der Dortmunder Citylauf in seine 29. Runde. Wie laufen die Vorbereitungen?
Marcus Hoselmann: Die Vorbereitungen laufen alles in allem gut. Organisation und Strecke stehen. Ginge es danach, könnten wir morgen starten. Ein Problem ist, dass wir den Termin unmittelbar nach die Sommerferien legen mussten. Gerade für die teilnehmenden Schulen macht es das nicht leichter. Es plätschern immer noch Anmeldungen nach.

Kurzentschlossene haben also noch die Chance, am Citylauf teilzunehmen?
Hoselmann: Ja, auf jeden Fall. Wir haben zwar schon knapp 1500 Anmeldungen erhalten, aber Nachmeldungen sind trotzdem möglich. Gerade die Schulkinder, die im Oktober im Rahmen des Halbmarathons um den Phoenix-See an den Schulmeisterschaften im Straßenlauf teilnehmen, können den Citylauf als ideale Vorbereitung nutzen.

Vor fünf Jahren war die Stimmung mit nur 800 Teilnehmern auf dem Tiefpunkt. Seitdem hat sich die Entwicklung zum Positiven gewendet. 2011 wurde sogar die 2000-Teilnehmer-Marke geknackt. Woher kommt dieser rasche Popularitätsanstieg?
Hoselmann: Wir hatten ja nicht immer so schlechte Zahlen wie 2008, aber 800 Teilnehmer waren wirklich ein Tiefpunkt. Wir haben uns hingesetzt und uns überlegt, wie wir den Citylauf attraktiver machen können und ihn vor allem besser bewerben können. Das ist uns dank vieler Partner und Unterstützer gelungen. Jetzt haben wir mit niedrigem Etat eine Veranstaltung von hoher Qualität mit viel Tradition. Dazu kommt der stimmungsvolle Rundkurs. Der Citylauf ist zu einem Familienevent oder von mir aus auch zu einem Stimmungsevent geworden. Auch, wenn ich natürlich weiß, dass manch ein Läufer sich vielleicht eine größere Laufrunde wünschen würde.

Hängt die positive Entwicklung vielleicht auch damit zusammen, dass Deutschland so etwas wie einen "Laufboom" erlebt?
Hoselmann: Schaden tut‘s auf keinen Fall. Laufen ist die meist ausgeübte Sportart in Deutschland. Laufen kann jeder, wann und wo er will. Es geht nicht primär um den Leistungsgedanken. Dafür ist der Citylauf natürlich super. Dazu kommt der gesundheitliche Aspekt, der auch immer ernster genommen wird.
Gibt es in diesem Jahr irgendwelche Neuerungen rund um den Citylauf?
Hoselmann: Jein. Wir konnten mit unserem geringen Etat nicht so viel ändern. Strecke und Distanzen bleiben gleich. Allerdings haben wir dieses Jahr erstmals eine siebenköpfige Handbike-Gruppe, die über die fünf Kilometer mit an den Start geht. Auch die Lebenshilfe NRW kommt wieder mit knapp 100 Teilnehmern. Das finde ich eine tolle Sache. Vielleicht könnte man zukünftig einen eigenen integrativen Lauf mit ins Programm nehmen. Mal sehen.

Erstmals gibt es in diesem Jahr auch ein 29-köpfiges Team aus Lesern und Mitarbeitern dieser Zeitung, das Sie zusammen mit Jana Hartmann (mehrfache Deutsche Meisterin über 800 Meter, Anm. d. Red.) acht Wochen lang auf den Citylauf vorbereitet haben. Die Frage muss jetzt natürlich kommen: Wie ist das Team drauf?
Hoselmann: (lacht) Menschlich oder körperlich?

Im Idealfall beides.
Hoselmann: Menschlich ist das eine überragende Truppe. Von erfahren bis unerfahren, von Sportfreak bis Sportmuffel, von jung bis alt: Wir hatten alles dabei. Aber die Stimmung ist und war immer der Wahnsinn. Da haben sich richtige Lauf-Freundschaften ergeben. Und auch sportlich haben, glaube ich, alle einen Schritt nach vorne gemacht. Insofern: Das Team ist gut drauf.

Sehr gut. Wir sind gespannt. Abschlussfrage: Was macht den besonderen Charme des Dortmunder Citylaufs aus?
Hoselmann: Auch da gibt es mehrere Faktoren. Erstens seine Tradition. Zweitens die familiäre Atmosphäre. Dazu kommt, dass wir mittlerweile einen Trend haben hin zum Event und weg vom Leistungsgedanken. Die Leute laufen nicht wegen der Zeiten, sondern wegen des Events. Eine weitere Besonderheit des Citylaufs ist, dass hier nicht irgendeine große Agentur hinter dem Lauf steht, die damit viel Geld verdienen möchte. Die LG Olympia und eine kleine Dortmunder Agentur versuchen den Traditionslauf am Leben zu erhalten und kümmern sich darum, dass das Geld auch wirklich in Dortmund bleibt.

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