Ufer meistert Berge, Wüste und die Steppe

Der Dortmunder Extremläufer Michele Ufer hat die nächste Herausforderung gemeistert: Mit Rang zwei in der Gesamtwertung des Runfire Cappadocia 6G hat der Trailläufer erneut die internationalen Läuferszene überrascht.

Dortmund.. "Das Runfire Cappadocia 6G ist ein sehr schneller Trail-Wettkampf und führt mit sechs Etappen in sechs Tagen durch sechs faszinierende Landschaften Anatoliens", berichtet Ufer, der auf Einladung der Veranstalter in die Türkei reiste. Die Etappenlänge betrug jeweils rund 20 Kilometer.

Völliges Neuland

"Ich laufe sonst ja gern lange und weit durch schwieriges Gelände. Daher war dieses Rennen mit derart kurzen Etappen für mich völliges Neuland", erläutert der Dortmunder, "die hohe Geschwindigkeit der Teilnehmer hat mich am ersten Tag total überwältigt." Schließlich ist Michele Ufer kein Laufprofi, sondern arbeitet im normalen Leben als Sportpsychologe und Mental-Coach.

Zu seiner eigenen Überraschung konnte der 41-Jährige das Tempo der Spitzenläufer mitgehen. Gerade in den technisch schwierigen Passagen zeigte sich dann seine große Erfahrung mit Läufen im Gelände. Gemeinsam mit dem späteren Gesamtsieger Ibrahim Ethem hängte er in diesen Streckenabschnitten die übrigen Teilnehmer deutlich ab.

40 Grad Hitze

Durch eine Wüste, über einen Salzsee, durch Gebirge, Canyons, eine Steppe und ursprüngliche Dörfer führte der Trail. Auch die Wohnhöhlen von Göreme (Weltkulturerbe seit dem Jahr 1985) gehörten zum Panorama der spannenden Laufstrecke. Während die Teilnehmer ihr Rennen tagsüber bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius liefen, herrschten nachts 10 bis 12 Grad. Diese Kälte bereitete auf der Nachtetappe am vorletzten Tag vielen Läufern Probleme.

Zu den Startern gehörte auch der durch den Weltbestseller "Born to Run" bekannt gewordene Ted McDonald. "Mit Ted bin ich schon 2012 beim Lycian Way Ultramarathon gelaufen", berichtet Ufer. Dabei verschweigt er, dass er den berühmten Amerikaner diesmal in der Gesamtwertung mit acht Stunden Rückstand weit hinter sich gelassen hat.

Kurzstrecke als Ausnahme

Solche Kurzstrecken-Rennen sollen für Michele Ufer in Zukunft aber eine Ausnahme bleiben. Im September will er McDonald beim Lycian Way Ultra über 250 Kilometer eine Chance zur Revanche bieten. Und im November ruft die Wildnis von Namibia zum "Desert Ultra"-Marathon - über immerhin 250 Kilometer.

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