„Tränenecke“ statt Siegerpodest

Schon nach dem Kurzprogramm waren die Chancen auf einen Medaillenplatz für Isabel Drescher nicht mehr gut.
Schon nach dem Kurzprogramm waren die Chancen auf einen Medaillenplatz für Isabel Drescher nicht mehr gut.
Foto: dpa
Tränen statt Medaillen. Nach dem sensationellen Auftritt im Vorjahr blieben für die Dortmunder Eiskunstläuferinnen Nicole Schott, Isabel Drescher und Katharina Zientek nur die Plätze fünf, sechs und acht bei der DM in Hamburg.

Das war wohl nichts. Bei der deutschen Meisterschaft der Eiskunstläufer in Hamburg gab es für die Läuferinnen aus dem Landesleistungszentrum Dortmund statt der erhofften Medaillen unterm Weihnachtsbaum diesmal vor allem Tränen und Plätze recht weit neben dem Siegerpodium. In der vergangenen Saison in Oberstdorf hatten Überraschungs-Meisterin Nicole Schott, Isabel Drescher (TSC Eintracht) und Katharina Zientek das Podium komplett geentert. Diesmal blieben den drei jungen Damen aus dem Eissportzentrum an der Westfalenhalle (beim Doppelsieg der Mannheimerinnen Sarah Hecken und Nathalie Weinzierl) nur die Plätze fünf, sechs und acht.

Die Möglichkeit, den Dreifach-Coup des Vorjahres wiederholen zu können, war ohnehin so gut wie ausgeschlossen – angesichts der Rückkehr der Olympiateilnehmerin Sarah Hecken und der Tatsache, dass deren EM-Vertretung der vergangenen Saison, Nathalie Weinzierl, nicht noch einmal eine so schwache Vorstellung abliefern würde wie in Oberstdorf. Mindestens eine Medaille hätte es trotzdem sein sollen. Und so blieben, trotz der geringeren Erwartungen, die Meisterschaftsauftritte, vor allem von Isabel Drescher und Nicole Schott, eine große Enttäuschung.

Chancen auf Bronzeplatz waren schon nach Kurzprogramm gesunken

Die Chancen, erneut in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können, waren schon nach dem Kurzprogramm deutlich gesunken – bei mehr als sieben Punkten Rückstand, die Isabel Drescher als beste der NRW-Läuferinnen schon nach dem ersten Wettkampfteil auf den Bronzeplatz hatte. Nach der Kür der Vorjahres-Vizemeisterin waren aus den sieben Punkten 38 Punkte Abstand zum Siegerpodium geworden. Das sagt eigentlich schon alles über den Vortrag der 18-Jährigen.

Dem Superauftakt mit einer blitzsauberen Sprungkombination aus Dreifach- und zwei Doppel-Toeloop folgte nicht mehr viel. Zwei Versuche, den Dreifach-Salchow zu springen, endeten bereits nach zwei Umdrehungen. Den zweiten Toeloop musste Isabel Drescher mit der Hand abstützen. Negativer Höhepunkte im Kürfinale waren ein Sturz in der Schrittkombination und der abgebrochene Versuch überhaupt nur irgendwie einen Rittberger zu springen. Die „Tränenecke“, in der die Läuferinnen auf ihre Wertung warten, wurde ihrem Namen wieder einmal gerecht. Die Tränen der Dortmunderin zeigten, dass trotz Abi-Stress, auch ihre eigenen Erwartungen deutlich höher waren als Rang sechs.

Noch heftiger erwischte es Vorjahres-Meisterin Nicole Schott. In der vergangenen Saison noch zu jung für die Teilnahme an EM und WM, kam die 16-Jährige diesmal nicht einmal in die Nähe des Siegerpodiums. Unbegreiflich für Trainerin Gudrun Pladdies und die Läuferin selbst: Alles, was im Training klappt, ging im Wettkampf gründlich daneben. Nicole Schott verpatzte alle drei Sprungelemente im Kurzprogramm. Mit einer durchwachsenen Kür verbesserte sich Schott gerade einmal noch vom elften auf den für sie am Ende enttäuschenden achten Platz.

Den besten Eindruck der jungen Damen aus dem Dortmunder Leistungszentrum hinterließ in Hamburg noch Katharina Zientek. Nach ihrer Toeloop-Kombination zum Kürauftakt ließ die 18-Jährige in ihrem Programm nur den Dreifach-Salchow aus und konnte vor allem in der früheren „B-Note“, Laufstil und künstlerischer Eindruck, überzeugen. In der Endabrechnung kletterte Katharina Zientek noch auf den fünften Platz - allerdings auch mit deutlichem Punkteabstand zu den Medaillenrängen.

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