SG Gahmen verliert einen kompletten Kader

Die Fußballer der SG Gahmen stehen vor einem Scherbenhaufen. Marco Wille, Trainer der ersten Mannschaft in der Kreisliga B Dortmund, hat nach dem desaströsen Auftritt bei der Lüner Hallenstadtmeisterschaft seinen Rücktritt erklärt. "Wegen Erfolglosigkeit", sagt er. Damit aber nicht genug. Mit ihm verlassen alle 24 Spieler des Kaders die Kaubrügge.

Gahmen.. Gahmen war in der Vorrunde der Stadtmeisterschaft mit null Punkten und 1:39-Treffern aus vier Spielen ausgeschieden. Das war ein Spiegelbild der bisherigen Auftritte in der Kreisliga B. Mit nur sechs Punkten steht die SGG auf einem Abstiegsplatz. Dabei war der Klub erst vergangene Saison aus der Kreisliga A abgestiegen.

Vor der neuen Spielzeit war der komplette Kader des SC Lünen 13, den es seitdem nicht mehr gibt, nach Gahmen gewechselt. "Eigentlich aber als 2. Mannschaft in der Kreisliga C", wie Wille betont. Da für die 1. Mannschaft jedoch keine Spieler zur Verfügung standen, startete Wille mit seinem Team in der Kreisliga B. "Wir sind eine Hobbytruppe. In der Kreisliga B waren wir überfordert. Die anderen waren einfach besser. Immer die ganzen Niederlagen. Das war wirklich hart."

Dennoch hätte Wille mit seinem Team die Saison zu Ende spielen wollen. "Das wollten wir bei den Stadtmeisterschaften mit dem Gahmener Vorstand besprechen. Es ist jedoch niemand aufgetaucht", so Wille. Daraufhin haben sich seine 24 Spieler geschlossen abgemeldet. Sie und Wille zieht es weiter nach Oberaden. Beim SuS sollen sie als 3. Mannschaft in der Kreisliga C auflaufen. Allerdings erst in der nächsten Saison: "Gahmen hat uns keine Freigabe erteilt. Also sind wir ein halbes Jahr gesperrt", sagt Wille.

Reserve abgemeldet

Die SG Gahmen hat unterdessen bereits reagiert. "Die 2. Mannschaft in der Kreisliga C wird abgemeldet und startet dann als 1. Mannschaft in der Kreisliga B", sagt SGG-Vorsitzender Andreas Sorgatz. Ihm sei bewusst, dass der erneute Abstieg so kaum zu verhindern sei. "Aber hier muss es sowieso einen kompletten Neuanfang geben", sagt Sorgatz. "So ein Seuchenjahr habe ich noch nicht erlebt. Dabei ist der Verein finanziell gesund. Das ist verdammt bitter."

Die SG Gahmen sieht Sorgatz nicht vor dem Aus. "Hier wird weiter Fußball gespielt. In der Jugendabteilung läuft es gut." Ob Sorgatz den Neuanfang der Senioren selbst begleiten wird, ist fraglich. "Am 1. April stehen Wahlen an. Und ich muss sagen: Jetzt gerade bin ich am Nullpunkt angelangt."

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