Schlechter Start, furioses Ende

Kaum zu stoppen: Kristina Seelbach.
Kaum zu stoppen: Kristina Seelbach.
Foto: Manuela Schwerte/press
Doppelt so viele Siege wie Niederlagen (12 zu 6), zweitbester Angriff und Platz drei im Abschlussklassement: Die Bilanz der Handball-Damen der HSG Schwerte/Westhofen im ersten Verbandsliga-Jahr kann sich wirklich sehen lassen.

Schwerte.. Zumal es ja recht turbulent (Ausstieg von Trainer Henning Becker nach nur sechs Spielen, Kreuzbandriss von Hauptschützin Anna Köhler im letzten Saisondrittel) zugangen war.

Der schlechte Start mit 1:5-Punkten hatte dabei weniger mit Eingewöhnunsgproblemen als mit dem schweren Auftaktprogramm zu tun, denn die ersten Heimgegner waren gleich die beiden Topteams aus Drolshagen und Kinderhaus. Gegen den TuS verschenkten man in der Endphase beide Zähler, gegen den späteren Meister aus dem Münsterland sah es ebenfalls lange nach einem Sieg aus, war das 27:27 ein gefühlter Punktverlust. Im Rückspiel machte die HSG diese „Scharte“ aber wett und fügte mit ihrem 24:19-Sieg dem künftigen Oberligisten die einzige Heimniederlage bei.

Neben diesem auswärtigen „Highlight“ setzten die Schwerterinnen, obwohl ja mit Sandra Becker und Tatjana Peters zwei erfahrene Rückraumkräfte ausstiegen, unter ihrem neuen Chefcoach Sascha Stickan noch einige weitere Glanzlichter, insbesondere auf eigenem Parkett. So wurde Angstgegner ETSV Witten mit 34:17 abgekanzelt, gelang gegen das zum Abstieg verurteilte Schlusslicht Hohenlimburg (dafür kommt mit Landesligameister Schwitten II ein Kreisrivale, der der HSG im zweiten Finale hintereinander den Kreispokalsieg verdarb, hinzu), ein 40:19-Rekordsieg, trug auch das 29:19 über Bergkamen wesentlich dazu bei, dass die lange auf Rang sechs liegenden Ruhrstädterinnen am Ende direkt hinter dem beiden Titelanwärtern einkamen.

Natürlich gab es auch kleine Rückschläge, wurde beim 22:23 in Halden-Herbeck oder dem 27:30 gegen den schon im Hinspiel dominanten TV Arnsberg deutlich, dass der extrem jungen Mannschaft noch die Routine und Leistungskonstanz fehlt. Trotzdem: die 9:1-Serie zum Ausklang ohne Köhler verdeutlicht, welches Potenzial in dieser Truppe steckt, weshalb Stickan den Kader wegen der ausscheidenden Annelie Küper und Kathrin Nafe auch nur ergänzen und keineswegs auf Biegen und Brechen verstärken will. Die Oberliga ist nämlich für Schwertes Damen ein eher mittelfristiges Ziel. Vorrang hat, die aktuelle mannschaftliche Geschlossenheit zu bewahren und die individuelle Entwicklung der „Eigengewächse“ zu forcieren.

Erfolgreichster Werferin war übrigens Spielführerin Agnetha Peters, die dank ihrer zahlreichen Siebenmeter als einzige Spielerin die 100er-Barriere knackte. Intern belegt mit der ihren Ruf als wurfgewaltiger Shooterin gerecht werdenden Halblinken Kristina Seelbach ein Neuzugang aus Eiserfeld den zweiten Platz, die meisten Feldtore gingen hingegen auf das Konto von Anna Köhler, die es in ihren lediglich 17 Einsätzen auf 90 Tore brachte, dabei vor allem mit ihren elf Treffern beim 35:26-Triumph über den VfL Brambauer auf sich aufmerksam machte.

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