PBC holt erstmals die Deutsche Meisterschaft

Am Sonntag um 16.10 Uhr war es geschafft: Der PBC Schwerte war erstmals in seiner 28-jährigen Vereinsgeschichte Deutscher Meister geworden. In diesem Moment fiel die immense Anspannung von allen Beteiligten ab. Der letzte Doppelspieltag in der Poolbillard-Bundesliga war ein wahres Herzschlagfinale.

Schwerte.. Für die Schwerter wurde es noch mal ein Tanz auf der Rasierklinge. Denn der große Traum schien doch noch zu platzen. Bereits am Samstag stand der PBC gegen den Vizemeister und direkten Mitkonkurrenten BSV Dachau plötzlich mit dem Rücken zur Wand. 2:2 hatte es nach dem ersten Durchgang gestanden, doch dann mussten Ramazan Dincer im 9-Ball und Karlo Dalmatin im 10-Ball jeweils mit 1:4 und 1:4 ihre Partien abgeben.

2:4 - eine Niederlage hätte alle Titelträume abrupt beendet. Nun lag es an den beiden Youngstern Joshua Filler und Can Salim-Giasar, das Unentschieden noch zu retten. Der 17-jährige Filler stand im 8-Ball dem Doppel-Weltmeister Ralf Souquet (46) gegenüber. 1:1 stand es nach Sätzen. Aber als Souquet einen relativ einfachen Ball verschoss, war Filler nicht mehr zu halten und gewann den Entscheidungssatz mit 4:1.

Can Salim-Giasar lag im 14.1 gegen Geburtstagskind Manuel Ederer über weite Strecken der Partie vorne, geriet aber dann erstmals in Rückstand. Mit der ganzen Last auf seinen Schultern bewies der 18-jährige Schwerter eiserne Nerven und setzte sich mit 125:112 durch. "Ich war noch nie so aufgeregt", gab er zu. Sein Team feierte ihn gebührend.

Mit dem Remis hatte der PBC Dachau auf einen Punkt Abstand gehalten, während Oberhausen mit einem 5:3-Sieg über Fürstenfeldbruck nach Punkten gleichzog. Mit zwei Sätzen Vorsprung ging es in den letzten Spieltag am Sonntag, wo Fürstenfeldbruck nun in Schwerte gastierte und Dachau in Oberhausen antrat.

Und es lief für die Schwerter. 2:1 führten sie bereits, als Dalmatin sich im Entscheidungssatz beim 8-Ball mit 4:3 durchsetzten konnte - ein Big Point. In Oberhausen hatte Souquet Dachau zur Halbzeit mit 3:1 in Führung gebracht. Damit stand fest: Ein Schwerter 5:3-Sieg würde zum Titel reichen.

Joshua Filler, der mit einer 22:6-Bilanz auch die Einzelwertung der Bundesliga gewann, legte schnell einen glatten Zweisatzsieg im 8-Ball nach. In den drei anderen Partien lag Schwerte jedoch im Hintertreffen. Dalmatin unterlag dann auch im 10-Ball. Salim-Giasar lag hoch mit 27:70 beim 14.1 hinten. Dincer lag im Entscheidungssatz beim 9-Ball mit 1:3 zurück und sein Gegenspieler hatte Matchball - der Titel war plötzlich in weiter Ferne.

Dincers Gegner versenkte zwar, doch auch der Spielball fiel - ein Schülerfehler, ein Wink des Schicksals. Dincer kämpfte, schnaufte immer wieder tief durch, und brachte tatsächlich mit 4:3 den entscheidenden fünften Punkt nach Hause. Um 16.10 Uhr war es vollbracht.

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