Lokalmatador Morawski triumphiert

Spätestens auf der Zielgerade wusste er es: Das Ding nimmt mir heute keiner mehr weg. Unter dem Jubel der Zuschauer klatschte Stephan Morawski Hände ab, herzte Freunde am Streckenrand, strahlte übers ganze Gesicht. Es war geschafft: Sieger beim Westfalentriathlon. Sieger beim Heimrennen.

Dortmund.. Zu schnell, zu stark, zu dominant war der vereinslose Dortmunder auf den abschließenden zehn Kilometern des Westfalentriathlons gelaufen, so dass die letzte der vier Laufrunden zum Triumphlauf wurde. Die Freude sprudelte nach dem Rennen förmlich aus ihm raus: "Super! Super gut! Es hat alles perfekt geklappt. Heute war es federleicht zu laufen. Ich bin unfassbar glücklich."

Packendes Rennen

Zuvor hatten die Zuschauer an der Strecke ein packendes Rennen gesehen. Abtasten war Fehlanzeige. Es ging direkt in den Vollgas-Modus. Die Schwimm-Spezialisten Harald Düsberg und Stefan Huber setzten sich früh vom Rest des Feldes ab und schwammen die 1,5 Kilometer unter 20 Minuten. "Das geht ja richtig schnell", staunte Streckensprecher Martin Hörstemeier nicht schlecht. Morawski folgte in der Verfolgergruppe mit etwa 20 Sekunden Rückstand.

Danach ging‘s aufs Rad. Vier Runden zehn Kilometer. Und auch hier gab es nur eine Devise: Vollgas. Die Verfolgergruppe schloss auf Düsberg und Huber auf. Es bildete sich eine Dreier-Spitzengruppe um Morawski, Lukas Seifert (Tri-Geckos Dortmund) und Sebastian Longre (Tria Essen-Kettwig), die am Ende den Gesamtsieg unter sich ausmachen sollte.

Große Lauf-Show

Fast zeitgleich kamen die drei nach einer Stunde auf zwei Rädern zum zweiten Wechsel. Seifert fand am schnellsten vom Rad in die Laufschuhe und ging als Erster auf die Schlussdisziplin. Morawski und Longre folgten mit wenigen Metern Abstand. Was folgte, war die große Lauf-Show des Stephan Morawski.

Noch vor der ersten Kilometer-Marke setzte sich der Vorjahres-Zweite ab und lief einen Zwei-Minuten-Vorsprung auf den Rest der Spitzengruppe heraus. "Ich hab kurz überlegt, ob ich erstmal mitlaufen soll. Dann hab‘ ich mir gedacht: egal. Volle Kanne, alles oder nichts. Zum Glück konnte ich das Tempo bis zum Schluss halten. Ich hatte viele Freunde an der Strecke. Die haben mich unglaublich gepusht. Das hat extrem geholfen", berichtete der Sieger nach dem Rennen.

Einziger unter zwei Stunden

Am Ende gewann er nach einer Stunde, 59 Minuten und 37 Sekunden und blieb damit als einziger Athlet unter der Zwei-Stunden-Grenze. Sebastian Longre wurde Zweiter (2:01:37), Lukas Seifert Dritter (2:02.59).

Nach der Ziellinie hatte Morawski doppelt Grund zur Freude. Es war nicht nur sein erster Sieg beim Heim-Triathlon, er verteidigte auch seinen Titel als Stadtmeister, den traditionell alle Dortmunder Teilnehmer unter sich ausmachen.

Kroniger siegt bei Frauen

Bei den Frauen war Melanie Kroniger vom SV Blau-Weiß Bochum eine Klasse für sich und siegte in zwei Stunden, 15 Minuten und 31 Sekunden, vor Daniela Zoll (Bikeattackoberberg) und ihrer Vereinskameradin Anna Fischer.
Den Titel "Dortmunder Triathlon-Stadtmeisterin" sicherte sich Nicole Herrmann vom TuS Westfalia Hombruch.

Ergebnisse Olympischer Triathlon
(1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen)
1. Stephan Morawski (Dortmund) 01:59:37, 2. Sebastian Longre (Essen) 02:01:37, 3. Lukas Seifert (Dortmund) 02:02:59, 4. David Woog (Bingen) 02:03:20, 5. Frieder Norbeteit (Oberberg) 02:05:43, 6. Timo Hölzchen (Dortmund) 02:07:02, 7. Roman Reeschke (k. A.) 02:07:46, 8. Torsten Berg (k. A.) 02:08:49, 9. Hubertus Brand (Dortmund) 02:10:35, 10. Peter Müller (Hagen) 02:10:36

EURE FAVORITEN